Garten begradigen: 3 Ideen um den Boden zu nivellieren

Gartenböden sind von Natur aus nicht eben. Viele Gartenbesitzer stört das, denn ein unebener Boden im Garten lässt sich häufig nur schwer bearbeiten und wirkt sich negativ auf die Ausführung der Pflege aus. Glücklicherweise lässt sich durch passende Methoden dieses Problem beheben, da es sich bei Gartenböden um bewegliche Erde handelt, die mit ausreichend Arbeit in die gewünschte Form gebracht werden kann.

Vorbereitung

Ein wichtiger Schritt vor der Nivellierung ist die Verbesserung und Überprüfung des Bodens. Dieser sollte bearbeitet werden können, denn häufig finden sich zahlreiche Hindernisse oder Gegenstände, die den Einsatz der Geräte oder Werkzeuge erschweren. Überprüfen Sie aus diesem Grund die begradigende Fläche auf folgende Materialien und Gegenstände, die Sie anschließend so gut wie möglich entfernen:

  • Steine
  • Wurzeln, Äste, weitere Pflanzenteile
  • Unrat
  • bewegliche Möbelstücke
  • Gartenwerkzeuge
  • Baumaterialien
  • Müll

Je weniger Gegenstände oder Pflanzenteile im Weg sind, desto einfacher gelingen die weiter unten folgenden Methoden für das Begradigen des Bodens. Gerade Steine sind häufig ein Problem, da es sehr schwer ist diese zu entfernen. Wenn Sie keinen Rasen anlegen wollen, dann sind kleine Steine kein Problem, doch im Notfall benutzen Sie hierfür ein Rollsieb. Wurzeln dagegen können ganz schön Kopfschmerzen bereiten, vor allem wenn diese zu einem Baum oder einer standorttreuen Pflanze gehören. In diesem Fall müssen Sie sich überlegen, wie Sie diese artgerecht umsetzen. Um Ihnen die Arbeit noch weiter zu erleichtern, sollten Sie die entsprechende Fläche zudem abstecken:

  • Pfosten um die gewünschte Fläche platzieren
  • Schnüre zwischen diesen spannen
  • diese einige Zentimeter über dem Boden anbringen
  • durch Lot höchsten und niedrigsten Punkt der Fläche ermitteln

Sobald Sie den höchsten und niedrigsten Punkt ermittelt haben, können Sie einen Wert zwischen den beiden Zahlen auswählen, um die Fläche auf diese Höhe zu bringen. Auf diese Weise können Sie leichter entscheiden, welche der Ideen zum Gartenboden nivellieren am besten für Ihr Projekt geeignet ist. Bei einem geringen Abstand zwischen den zwei Werten können Sie häufig ein wenig mehr Spielraum lassen.

Tipp: Falls Ihr Gartenboden von großen Steinen durchzogen ist, muss in den meisten Fällen auf schweres Gerät oder auf die Hilfe eines Profis gesetzt werden. Da sich steinige Böden im Garten nur mit Werkzeugen wie einer Spitzhacke effektiv entfernen lassen, ist das Begradigen sehr arbeits- und zeitaufwendig.

Boden begradigen

Sobald der Boden vorbereitet ist, können Sie mit dem Nivellieren beginnen. Je nach Größe Ihres Gartens oder der zu bearbeitenden Fläche ist es hilfreich, wenn Sie für die unterschiedlichen Methoden eine weitere Person zu Hilfe nehmen. Es kann manchmal etwas länger dauern, um eine gerade Fläche zu erhalten, vor allem wenn Sie nicht auf schwere Geräte zum Planieren setzen und alles per Hand umsetzen müssen. Insgesamt finden sich drei Ideen, mit denen Sie auf eigene Faust den Boden nivellieren können und dafür keine wirklichen hohen Kosten aufwenden müssen. Diese sind vor allem zu empfehlen, wenn Stampfen nicht hilfreich ist.

Tipp: Eine mögliche Alternative zu den weiter unten folgenden Ideen ist das Gießen eines Fundaments, wenn Sie den Boden im Garten nicht für Pflanzen benötigen. Auf diese Weise lässt sich ebenso effektiv der Gartenboden ebnen, nur benötigen Sie hierfür deutlich mehr Arbeitsaufwand und Materialien.

Boden

Abtragen

Das Abtragen des Bodens erweist sich seit Menschengedenken als eine aufwändige, dafür aber einfach umzusetzende Methode um diesen zu begradigen. Wie der Begriff vermuten lässt, entfernen Sie bei dieser Methode so viel Erde, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist, der Gartenboden somit eben wird und sich für Ihre Zwecke problemlos nutzen lässt. Das ist vor allem zu empfehlen, wenn Sie eine Erhöhung wie bei einer Hanganlage anpassen wollen oder Hügel auf dem Grundstück finden, die einfach nur stören. Für das Abtragen benötigen Sie folgendes Werkzeug:

  • Spaten
  • Schaufel
  • optional: Spitzhacke
  • Handschuhe

Wie bereits erwähnt, ist eine Spitzhacke vor allem bei festen Steinansammlungen zu nutzen. Nicht immer sehen Sie solche Steine, da diese etwas tiefer in der Erde sitzen und häufig erst beim Abtragen zu erkennen sind. Um diese Methode anzuwenden, beginnen Sie einfach damit, die Erde an den höher gelegenen Stellen mit dem Spaten oder einer Schaufel abzutragen. Die Auswahl des Werkzeugs ist dabei abhängig von der Struktur und Verdichtung des Bodens. Falls Sie zum Beispiel eine Grasnarbe entfernen müssen, empfiehlt sich zuerst der Spaten und danach die Schaufel. Gehen Sie mit dem Erdaushub wie folgt vor:

  • in Schubkarre sammeln
  • bei Bedarf miteinander mischen
  • bei Bedarf in ein Rollsieb geben
  • dadurch können sie noch mehr Steine entfernen
  • mit Erdaushub die Fläche auffüllen

Der Erdaushub wird einfach auf der zu ebnenden Fläche großzügig auf die gewünschte Höhe verteilt. Vor allem müssen Sie Löcher oder Einbuchtungen schließen, um die Grundebene zu ermöglichen. Diese sollte ein wenig mit einem Handstampfer oder einer Rüttelmaschine verdichtet werden und kann danach mit dem restlichen Erdaushub bedeckt werden. Alternativ können Sie auf diesem auch Kies, Sand oder eine größere Menge zusätzliche Erde verteilen. Wichtig ist hier der Ausgleich der Unebenheiten durch das Abtragen der höher gelegenen Bodenteile, mit denen die tiefer liegenden aufgefüllt werden.

Auffüllen

Beim Auffüllen wenden Sie eine ähnliche Taktik wie beim Abtragen an, nur verzichten Sie komplett auf die Umverteilung des bestehenden Bodenmaterials. Hierfür benötigen Sie hauptsächlich ein Substrat oder Sediment zum Auffüllen des Bodens, mit denen Sie Unebenheiten ausgleichen. Hierfür steht Ihnen eine große Auswahl zur Verfügung, die Sie problemlos untereinander mischen können:

  • Erde
  • Sand
  • Kies

Bei der Auswahl der Erde sollten Sie auf herkömmliche Gartenerde setzen, die am besten aus der gleichen Region stammt. Eine Kombination mit Sand verbessert deutlich die Durchlässigkeit des Bodens im Garten, was Ihren Pflanzen natürlich zugutekommt. Selbst Rasen profitiert davon. Wichtig ist, dass Sie beim Auffüllen darauf achten, die gewünschte Höhe nach dem Verdichten zu erreichen. Aus diesem Grund benötigen Sie um die 15 Prozent mehr Material, um den Höhenverlust durch die Verdichtung zu fixen.

Tipp: Falls Sie den geraden Gartenboden danach zum Anbau von Pflanzen nutzen wollen, können Sie diesen ebenfalls mit Kompost anreichern. Auf diese Weise sparen Sie sich diesen Arbeitsschritt und können sich ganz entspannt der Gartenarbeit widmen.

Handwalze

Handwalzen sind klassische Gartenwerkzeuge, die mit Sand oder Wasser befüllt werden und zwischen 50 und 200 Kilo wiegen können. Typischer Einsatzzweck der Geräte ist das Walzen des Rasens, damit dieser eben ist und eine dichte Grasnarbe bilden kann. Genau dieses Prinzip machen Sie sich zum Nivellieren kleiner Unebenheiten zu Nutze, die zum Beispiel aufgrund von Erdaufhäufungen oder äußere Krafteinwirkungen entstanden sind. Leider lohnt sich das Walzen nicht zur Anpassung unterschiedlicher Höhen. Es wird ausschließlich die vorhandene Erde durch das auftretende Gewicht verteilt und somit eine gerade Ebene ermöglicht. Für diese Methode benötigen Sie folgende Utensilien:

  • Handwalze
  • Rechen

Handwalzen können Sie entweder selbst erwerben oder bei Baumärkten und Fachbetrieben für etwa zehn bis zwölf Euro pro Tag leihen. Setzen Sie bei einem Rechen auf starke Zinken, denn Fächerbesen bieten sich für diese Methode nicht wirklich an. Sobald Sie sich die Utensilien beschafft haben, nutzen Sie die folgenden Schritte um den Garten zu ebnen:

  • nach Bedarf Grasnarbe entfernen
  • das erleichtert Einsatz der Walze
  • zudem sind Höhenunterschiede leichter zu erkennen
  • danach mit Rechen Erde verteilen
  • das verringert die Höhenunterschiede
  • nun Walze langsam über Boden führen
  • enge Kurven meiden
  • eine Bahn nach der anderen befahren
  • dabei mehr Kraft bei Unebenheiten aufwenden
  • dadurch werden diese geebnet
  • wiederholen, bis gesamte Fläche eben ist

Zugegeben, diese Methode kann je nach Zustand des Bodens sehr lange dauern und ist zudem nur für die oberste Schicht geeignet. Tiefere Löcher begradigen ist durch diese Methode nur möglich, wenn Sie diese zuvor auffüllen oder größere Erdhaufen abtragen. Wichtig ist bei dieser Methode, dass Sie die Erde im Garten so fein wie möglich verteilen. Daher können Sie mit der Walze ebenfalls in kleinere Anhäufungen fahren und diese somit verdrängen, was das Begradigen deutlich erleichtert. Dieser Arbeitsschritt geht aber wie die allgemeine Nutzung der Walze gerne in die Arme. Daher ist es einfacher, wenn Sie sich mit jemandem abwechseln.

Rasen walzen

Tipp: Falls die Unebenheiten nur sehr klein sind, können Sie anstelle der Handwalze ein einfaches Holzbrett nutzen, um die Erde zu ebnen. Legen Sie dieses auf einen Teil der Fläche und stampfen Sie auf diesem, um den Gartenboden zu begradigen.