Ist die Mandevilla giftig? Alle Infos zur Sundaville/Dipladenia

Dipladenia mit roten Blüten

Mit der Mandevilla findet sich eine der beliebtesten Kletterpflanzen für das heimische Wohnzimmer, die in ihrer Popularität seit der Jahrtausendwende stark zugenommen hat. Sie ist auch bekannt unter der Bezeichnung Dipladenia, die lediglich ein Synonym darstellt, und als besondere Zuchtform Sundaville, die von der japanischen Firma Suntory auf Basis der Mandevilla sanderi kreiert wurde. Die Tropenpflanze ist geschmückt mit attraktiven Blüten und satten, grünem Laub, doch eine Frage steht aus, ist die Mandevilla giftig?

Dipladenia – ein Hundsgiftgewächs

Bei der Dipladenia handelt es sich um ein Gewächs in der Familie der Hundsgiftgewächse (botanisch Apocynaceae), die in etwa hundert Arten ursprünglich in Süd- und Mittelamerika vorkommt. Die Tropenpflanze ist in Deutschland aufgrund der langen Blütezeit von April bis in den Winter ein gern gesehener Gast in den eigenen vier Wänden, da sich die Blüten in zahlreichen Farben präsentieren. Wie viele andere Hundsgiftgewächse, zum Beispiel der Oleander, stellt sich auch hier die Frage, ob die Pflanze giftig ist und wie stark die Wirkung ist.

Giftig?

Die Sundaville und andere Sorten der Pflanze sind in all ihren Pflanzenteilen giftig und daher sollten Sie diese nicht verzehren. Dabei sind vor allem die Wurzeln stark in der Konzentration des Gifts. Das aber im Vergleich zu anderen Hundsgiftgewächsen äußerst schwach dosiert ist. An sich besteht keine Gefahr durch die Giftigkeit der Pflanze, doch kann es zu folgenden Symptomen kommen, sobald Teile verzehrt oder auf diesen herumgekaut wurde, wie zum Beispiel auf den Blättern:

  • Magenbeschwerden, in selten Fällen Diarrhö
  • brennen und jucken in Mund, Rachen und Hals

Dipladenia mit weißer Blütenfarbe

Erwachsene Menschen werden bis auf ein unangenehmes Gefühl im Magen nicht wirklich Probleme mit der Mandeville haben. Kleinkinder jedoch sollten keine der Pflanzenteile verzehren, diese kauen oder ablecken, da die Symptome hier viel stärker wirken. Das ist ebenfalls so bei Haustieren. Je kleiner und empfindlicher das Haustier ist, desto höher der Effekt. Hunde halten sich meist von der Dipladenia fern, Katzen jedoch haben diese Angewohnheit, Pflanzen anzukauen. Die Sundaville sollten Sie aus reiner Vorsicht nicht in der Nähe von Katzen halten, um diese zu schützen. Ebenso sollten Schildkröten die Blätter nicht essen, da sie häufig einen Heißhunger aus Hundsgiftgewächse verspüren.

Hinweis: Ebenfalls ist es wichtig, dass Haustiere und Kleinkinder aufgrund zahlreicher Chemikalien keine Teile der Mandevilla in den Mund nehmen. Da die Tropenpflanze stark gezüchtet und häufig mit Insektenschutzmitteln oder Düngemitteln besprüht werden, könnten diese über den Mund aufgenommen werden, was nicht gesund ist.

Der Milchsaft

Giftiger als die Pflanzenteile selbst ist der produzierte Milchsaft der Sundaville, der sich ebenfalls in allen Pflanzenteilen befindet. Dieser hat die höchste Wirkung der enthaltenen Toxine und sollte weder verzehrt, noch angefasst werden. Passen Sie auf, wenn Sie sich um die Mandevilla kümmern, keine Blätter, Blüten oder Triebe abzureißen, da so der Milchsaft auf die Haut gelangen könnte. Ebenso kann dies passieren, wenn Sie die Mandevilla im Frühjahr schneiden. Die Dipladenia produziert das gesamte Jahr über den Milchsaft und aus diesem Grund müssen Sie bei jeder Berührung ohne Handschuhe vorsichtig mit dieser umgehen. Die Symptome:

  • Hautreizungen
  • Magenbeschwerden, falls Tropfen des Milchsafts getrunken

Es ist wichtig, dass Sie jede Schnittpflege bei der Mandevilla mit Handschuhen ausführen, um nicht den Milchsaft zu berühren. Zwar hat der Milchsaft der Sundaville keine Nebenwirkungen auf den Menschen, doch kann es nach einiger Zeit recht unangenehm werden. Je nachdem, wie viel Milchsaft Sie berührt haben, desto stärker intensiviert sich das Jucken. Daher sollten Sie vor allem bei großen Exemplaren auf die Nutzung von Handschuhen achten, da Sie hier mit einer beachtlichen Menge an Milchsaft in Berührung kommen können. Schon kleine Schnitte reichen aus, damit der Saft auf Ihre Haut tropfen kann.

Entsorgung

Aufgrund der geringen Giftigkeit der Dipladenia und Sundaville ist es notwendig, dass Sie den Grünschnitt der Pflanze nicht auf dem Kompost entsorgen. Falls Sie den Kompost, der aus der Mandevilla entstanden ist, für Gemüse nutzen würden, könnte das den Wuchs anderer Pflanzen negativ beeinflussen. Daher sollten Sie die geschnittenen Blätter und Triebe ausschließlich über den Hausmüll entsorgen. Somit können Sie sich auch sicher sein, dass Ihre Haustiere nicht an die geschnittenen Blätter gelangen und diese verzehren.

Dipladenia - Mandelvilla

Ayahuasca

Ayahuasca ist der Name eines Getränks, genauer einem Sud aus verschiedenen Pflanzen, der in Mittel- und Südamerika hergestellt wird. Die Mandevilla wird trotz ihrer eher geringeren Toxizität ebenfalls für diesen Trunk benutzt, der aus den folgenden Hauptbestandteilen besteht:

  • Banisteriopsis caapi, eine tropische Liane
  • Psychotria viridis, ein tropischer Baum
  • weitere DMT-haltige Pflanzen, häufig giftig

DMT ist die Kurzbezeichnung für Dimethyltryptamin. Ein Alkaloid, das zu Halluzinationen führt und aus diesem Grund von den dortigen Einwohnern für Ayahuasca genutzt wird. Mandevilla ist hier ebenfalls ein Bestandteil des Trunks, der Halluzinationen, motorische Einschränkungen und die Möglichkeit besser zu hören auslöst. Zudem sind zahlreiche Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden, Diarrhö oder Erbrechen zu beobachten. Eine halluzinierende Wirkung wurde bei den Mandevillen nicht gefunden, was sie recht sicher in den eigenen vier Wänden macht. Meist werden sie genutzt, um den Effekt des Tranks zu verstärken.

Hinweis: Trotz der Wirkung dieses Gebräus ist es in vielen südamerikanischen Ländern nicht verboten. Der Grund hierfür ist die Nutzung in spirituellen Bräuchen, die auf diesen Trunk angewiesen sind.