Kentiapalme, Howea forsteriana

Die Forstersche Kentia gehört aufgrund ihrer ausschweifenden Palmenwedel und der Wuchshöhe von etwa drei Metern zu den beliebtesten Palmen im Kübel. Besser bekannt unter dem Namen Kentiapalme zeichnet sich das Gewächs innerhalb des Tribus Areceae durch seine langsame Wuchsgeschwindigkeit und immergrüne Blätter aus, die ein charakteristischer Aspekt der Palme sind. Verliert Howea forsteriana Blätter oder werden diese braun, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas mit der Kentia nicht stimmt.

Erste Hilfe

Sobald sich die Palmblätter mehr und mehr braun färben, sind entweder Mängel, Pflegefehler oder ein Schädlingsbefall die Ursache hierfür. Häufig beginnt die Braunfärbung an den Spitzen der Palmblätter und zieht sich dann bis zum Stiel. Zur gleichen Zeit kann es passieren dass diese vertrocknen und entweder von selbst abfallen oder kraftlos an den Trieben hängen, wenn nichts gegen die Ursache der Verfärbung unternommen wird.

Beachten Sie: Die Vitalität der Kentiapalme leidet trotz ihrer robusten Art stark. Selbst kleine Verfärbungen sollten sofort untersucht werden. Um der Howea forsteriana ein wenig zu helfen, können Sie die befallenen Palmenblätter entfernen:

  • nutzen Sie eine saubere, scharfe Schere
  • am Stiel abschneiden
  • mindestens drei bis vier Zentimeter Stiel übrig lassen
  • aus diesem wächst ein neuer Palmenwedel

Leider müssen Sie mit dem Schnitt warten, bis der Wedel komplett braun ist und schon zu trocknen beginnt. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Pflanze selbst damit, die Nährstoff- und Wasserverbindung zu kappen, damit andere Teile versorgt werden können. Das ist ebenfalls der Grund, warum braune Kentia-Wedel vertrocknen. Diese Maßnahme ist vor allem zu empfehlen, wenn Sie sich noch nicht über die Ursache im Klaren sind und die Pflanze noch etwas beobachten müssen. Durch das Entfernen der braunen Wedel können Sie die Vitalität der Palme noch länger erhalten.

Kentia Palme, Howea

Tipp: Falls sich bis jetzt nur einzelne Blattspitzen verfärbt haben, können Sie diese ebenfalls mit sauberem und scharfem Werkzeug entfernen, um der Pflanze zu helfen. Schneiden Sie die Blattspitzen vorsichtig entlang der Grenze zum noch grünen Blattgewebe ab und achten Sie darauf, nicht die gesunden Teile zu beschädigen, da sich das Problem sonst schneller ausbreiten wird.

Ursachen und Behandlung

Nach der Ersten Hilfe für die Pflanze kommt die Bestimmung der Ursache für die Braunfärbung der Palmwedel. Nur dadurch lässt sich feststellen, warum die Kentia Palme braune Blätter bekommt oder ein Blatt verliert. Der große Vorteil: Die einzelnen Ursachen lassen sich mit passenden Schritten behandeln und auf diese Weise kann sich das Gewächs wieder nach einiger Zeit erholen. Aufgrund ihrer robusten Art entstehen Blattverfärbungen in den meisten Fällen erst nach einer längeren Zeit durch eine Ursache. Tauchen sie plötzlich und schnell auf, können mehrere Faktoren eine Rolle spielen. In den folgenden Absätzen werden Ihnen die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten im Detail erklärt.

Staunässe

Zu den klassischen Problemen der Kentiapalme gehört Staunässe. Da es sich bei dem Gewächs um eine Tropenpflanze handelt, die nur im Kübel gehalten werden kann, muss die verabreichte Wassermenge genau stimmen. Gerade bei diesen Palmen tendieren viele Menschen dazu, zu viel zu gießen, da sie einfach durstig wirken. Selbst über den Sommer benötigt die Pflanze nicht zu viel Wasser, da sie mit recht wenig auskommt. Überprüfen Sie also sofort das Substrat und falls dieses nass ist, sollten Sie sofort umtopfen und dabei einige Schritte beachten:

  • Drainageschicht einrichten
  • Kies oder Tonscherben sind dafür geeignet
  • ausreichend Abzugslöcher
  • Untersetzer nicht vergessen
  • beschädigte oder verfaulte Wurzeln entfernen
  • verfaulte Erde komplett entfernen

Achten Sie beim Umtopfen einfach darauf, dass keine Spuren der Nässe mehr vorzufinden sind. Falls viele Wurzeln verfault sind, sollten Sie diese so gründlich wie möglich kürzen oder komplett entfernen, damit das Gewächs wieder gesund wird. Sobald umgetopft wurde, sollten Sie beim Gießen darauf achten, nur so viel Wasser zu verwenden, dass das Substrat dauerhaft feucht ist. Schütten Sie Gießwasser im Untersetzer nach dem Gießen sofort weg, da die Kentia schnell unter zu viel Wasser leiden kann. Verwenden Sie unbedingt kalkarmes Wasser für die Palme, darunter Regen- oder Filterwasser. Solange der Wurzelballen nicht überschwemmt wird, geht es der Palme gut und Sie müssen sich keine Sorgen um braunes oder vertrocknetes Blattwerk machen.

Tipp: So schädlich Staunässe für die Palme ist, mit Trockenheit ist ebenfalls nicht zu spaßen und die erforderliche Wassermenge für die Pflanze sollte so schnell wie möglich verabreicht werden. Ist das Substrat nach einer Fingerprobe zu trocken, sollten Sie einfach reichlich nachgießen, dabei aber Staunässe vermeiden.

Nährstoffmangel

Hellbraune Blätter an der Kentia können ebenfalls auf einen Nährstoffmangel hinweisen. Dabei ist das Düngen nicht wirklich ein Problem bei der Kentiapalme, da Sie ausschließlich über die warmen Tage des Jahres zusätzliche Nährstoffe benötigt. Dennoch kann es passieren, dass Sie entweder zu wenig düngen oder den falschen Dünger verabreichen, den die Kentiapalme nicht nutzen kann. Geeignete Dünger sollten folgende Eigenschaften aufweisen:

  • stickstoffhaltig
  • kaliumhaltig
  • Langzeitdünger möglich

Gut geeignet für Kentia-Palmen sind zum Beispiel Blüh- oder Grünpflanzendünger, da diese das Wachstum der Blätter unterstützen. Dadurch verliert das Gewächs diese nicht und leidet zudem nicht an möglichen Verfärbungen, die sich ebenfalls negativ auf die Vitalität auswirken. Gedüngt wird von Mitte März nach der Winterruhe bis Oktober im Rhythmus von zwei bis drei Wochen. Beobachten Sie die Pflanze, um die Häufigkeit noch genauer anpassen zu können. Zeigen sich zum Beispiel braune Blattspitzen, sollten Sie die Häufigkeit der Düngezugaben etwas erhöhen. Auf diese Weise können Sie auf Nummer sicher gehen, dass es Ihrer Kentia gut geht.

Kentiapalme, Howea forsteriana

Dunkler Standort

Die Kentiapalme ist ein wahrer Sonnenanbeter und kann unter zu dunklen Standorten leiden. Die Blätter färben sich braun und die Howea forsteriana verliert diese nach einiger Zeit. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt überprüfen, ob Ihr Exemplar ausreichend Sonne und Licht zur Verfügung hat und falls nicht, den Standort entsprechend anpassen oder komplett ändern. Folgende Eigenschaften sollte dieser in Bezug auf die Lichtmenge haben, um für die Palme geeignet zu sein:

  • Lichtbedarf: hell bis halbschattig
  • keine direkte Sonne über die Mittagszeit

Gerne werden Kentia in eine Zimmerecke gestellt, die nur wenig Licht abbekommen und dieser stark zusetzen können. Aus diesem Grund sollten Sie sich für einen Platz in einem Treppenhaus, in Wintergärten oder Wohnräumen entscheiden, die über die Mittagszeit nicht zu starken Sonneneinfall erdulden müssen. Südwestlich ausgerichtete Fenster sind hier zum Beispiel eine gute Alternative. Einen Wachstumsschub können Sie zudem ermöglichen, wenn Sie das Gewächs über den Sommer ins Freie bringen. Dort kann sie ungefiltert Licht tanken.

Niedrige Luftfeuchtigkeit

Kentiapalmen sind klassische Tropenpflanzen, die nicht nur warme Temperaturen und ausreichend Licht verlangen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist ebenso wichtig für die Pflanzen, da ohne diese die Blätter braun werden und anschließend abfallen. Viel müssen Sie hierfür nicht tun. Sprühen Sie die Blätter der Kentiapalme über die Woche mehrmals mit kalkarmen Wasser ein, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und konstant zu halten. Aber verabreichen Sie nicht zu viel Wasser, da es sonst zu hellen Verfärbungen kommen kann.

Kühle Temperaturen

Wie Sie sicher wissen, stammt die Kentia aus den warmen Tropen und ist aus diesem Grund auf eine andauernd gleichbleibende Temperatur angewiesen. Steht sie zu kalt, was häufig im Winter oder Frühling passieren kann, verliert sie aufgrund von Stress ihre Blätter. Benötigt werden hier dauerhafte 18°C bis 20°C und über die Winterzeit sollten diese nicht unter die 15°C fallen. Überprüfen Sie unbedingt den Standort auf die Temperatur und passen Sie diese an. Da sie trockene Heizungsluft recht gut aushält, ist nichts gegen die Erhöhung der Raumtemperatur auf diese Art einzuwenden, solange Sie die Luftfeuchtigkeit regulieren.

Tipp: Wenn Sie sich für einen Standort direkt hinter einem Fenster oder einer Glastür entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass die Kentiapalme nicht zu sehr aufheizt. Sie benötigt zwar eine bestimmte Temperatur, doch ist andauernde Hitze hinter Glas nicht förderlich für das Wachstum und sorgt für Stress, der wiederum zu braunen Blättern führt.

Platzmangel

Wie viele andere Palmen ist die Kentia auf ausreichend Platz angewiesen, da ihr Wuchs nicht gerade zierlich ist. Stößt das Gewächs mit den Blättern an Wände oder Gegenstände kann das zum Verfärben der Spitzen führen. Gleichzeitig kann sich das bis auf das ganze Blatt auswirken. Kentiapalmen sollten daher recht frei stehen und selbst noch nach Jahren nicht durch Hindernisse bedrängt werden. Das gilt ebenfalls für die Zeit im Freien. Von dieser Ursache erholt sich die Palme aber sehr gut.

Kentiapalme, Howea forsteriana

Thripsen

Thripsen gehören zu den Schädlingen der Kentiapalme, durch die das Gewächs schnell ein Blatt nach dem anderen verliert. Zu erkennen ist ein Befall nicht nur am Blattverlust und möglichen Verfärbungen, sondern kleinen Insekten in schwarzer Farbe, die sich bei Bewegung schnell verziehen. Da Kentiapalmen nicht gut auf chemische Mittel reagieren, sollten Sie befallene Pflanzen isolieren, gut mit Wasser abspülen und Thripsen mit einem Messer abschaben. Es hilft ebenfalls, befallenes Grün der Palme zu entfernen.

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