Kirschlorbeer kann durch Pflegefehler braune Blätter bekommen

Der Kirschlorbeer wird in den hiesigen Breitengraden gerne in Hecken kultiviert. Denn die immergrüne Pflanze bietet zu jeder Jahreszeit einen idealen Sichtschutz. Zudem handelt es sich hierbei um eine eigentlich winterharte Pflanze. Doch auch die Lorbeerkirsche ist nicht gefeit gegen Krankheiten, die von Schädlingen, einem Pilzbefall oder Viren herrühren können. Welche Krankheiten es am Kirschlorbeer gibt, wie diese erkannt und behandelt werden, davon handelt der folgende Artikel.

Krankheiten am Kirschlorbeer erkennen und bekämpfen

Zeigt der Kirschlorbeer plötzlich Zeichen, dass er sich nicht wohlfühlt, dann müssen die Ursachen hierfür gefunden werden. In der Regel weisen die Blätter und auch die Zweige Unregelmäßigkeit in der Farbe, der Form oder dem Wachstum auf, wenn die Pflanze erkrankt ist. Wichtig ist nun, herauszufinden, um welche Krankheit es sich handelt und wie sich diese bekämpfen lässt. Zu den acht häufigsten Krankheiten, die durch Pilze, Viren oder Schädlinge bedingt sind, gehören die folgenden:

  • Blattrandnekrosen
  • Dickmaulrüssler
  • Echter Mehltau
  • Falscher Mehltau
  • Frostschaden
  • Nektarien
  • Schrotschusskrankheit
  • Zweigdürre
Kirschlorbeer mit Beeren
Kirschlorbeer mit Beeren

Blattrandnekrosen

Werden die älteren Blätter der Lorbeerkirsche zuerst an den Rändern braun und wird das Blatt später insgesamt trocken und fällt ab, dann kann es sich um eine Blattrandnekrose handeln. Diese Krankheit wird durch ein falsches Gießen hervorgerufen. Befindet sich im Wasser zu viel Natrium, dann schadet dies der Pflanze. Werden die Symptome erkannt, dann sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • geschädigte Blätter entfernen
  • auf neue geschädigte Blätter achten
  • ab sofort Regenwasser zum Gießen nutzen
  • besitzt weniger Natrium als Grundwasser
  • Pflanze erholt sich mit der Zeit

Damit keine Blattrandnekrose entsteht, sollte der Kirschlorbeer immer nur mit Regenwasser, alternativ mit gefiltertem Wasser gegossen werden. Somit kann ein Natriumüberschuss vermieden werden.

Dickmaulrüssler

Ein sehr verbreiteter Schädling gerade an der Lorbeerkirsche ist der Dickmaulrüssler. Auch wenn es sich hierbei nicht um eine Krankheit im eigentlichen Sinn handelt, so kann dieser Schädling zu einem großen Problem für die Pflanze werden. Die ausgewachsenen nachtaktiven Käfer fressen die Blätter an, wodurch sich ein Befall erkennen lässt. Die Larven jedoch sind das eigentliche Problem. Denn diese leben unterirdisch und ernähren sich von den Wurzeln, wodurch der Kirschlorbeer insgesamt absterben kann. Bei einem vorgefunden Blattfraß sollte daher wie folgt vorgegangen werden:

  • nach Käfern untersuchen
  • am Abend mit Taschenlampe
  • dann befinden sich in der Regel auch Larven im Boden
  • mit Nematoden hiergegen vorgehen
  • mit dem Gießwasser geben
  • bei geschädigten Wurzeln werden Blätter gelb
  • trocknen aus und fallen ab
  • Pflanze bei großen Schäden nicht mehr zu retten

Handelt es sich um einen als Solitär kultivierten Kirschlorbeer, dann kann hier als erste Hilfemaßnahme auch das Ausgraben und Untersuchen der Wurzeln auf den Larvenbefall sein. Danach wird die Pflanze in einem frischen Substrat wieder eingepflanzt. Vorsorglich sollte zusätzlich auch mit Nematoden gegossen werden.

gefurchter Dickmalrüssller
gefurchter Dickmalrüssller

Echter Mehltau

Echter Mehltau ist eine sehr weit verbreitete Pilzkrankheit, die auch den Kirschlorbeer befallen kann, wenn die Bedingungen für den Pilz stimmen. Bei der Lorbeerkirsche sehen die Symptome jedoch ein wenig anders aus. Denn Podosphaera tridactyla bildet auf den Blattoberseiten kleine Wölbungen. Vor allem die jungen Blätter werden von dem Pilz betroffen, ältere Blätter werden in der Regel jedoch nicht befallen. Über die Blattunterseite stecken sich die Blätter mit dem Pilz an, es kommt zum Absterben der Epidermis, was Verformungen und Risse zur Folge hat. Vorsicht und ein Bekämpfen ist geboten, wenn sich die folgenden Symptome zeigen:

  • junge Triebe und Blätter färben sich hell
  • Blätter werden nicht groß
  • Blätter wellen sich
  • mit Lupe Befall erkennen
  • weiße, kleine Pilzsporen
  • Blätter und Triebe entfernen
  • im Restmüll entsorgen
  • mit Netzschwefel aus dem Handel einsprühen

Vorbeugend sollte der Kirschlorbeer nicht im Sommer geschnitten werden, dann sind die neuen Blätter besonders gefährdet. Besser ist hier ein Schnitt im Frühjahr oder späten Winter.

Echter Mehltau an einer Weide
Echter Mehltau an einer Weide

Falscher Mehltau

Zeigt sich Falscher Mehltau an der Pflanze, dann kann dieser an einem weißen Schimmelbefall an der Blattunterseite erkannt werden. Wenn sich ein Blatt kräuselt, sollte auf Spurensuche gegangen werden, denn der Falsche Mehltau kann dem Aussehen der Lorbeerkirsche sehr schaden. Wird ein Befall erkannt, dann sollte sofort wie folgt vorgegangen werden:

  • Schadbild meist im Herbst
  • im Sommer befallene Pflanzen sind geschwächt
  • hier die Bodenbeschaffenheit überprüfen
  • gegebenenfalls Substrat erneuern
  • muss durchlässig sein
  • betroffene Triebe und Blätter abschneiden
  • im Restmüll entsorgen
  • im Frühjahr zeigen sich neue Triebe und Blätter
  • eventuell entstandene Löcher in Hecke wachsen zu
  • mit Mittel aus dem Handel gegen Falschen Mehltau einsprühen

falscher Mehltau an der Blattunterseite

Frostschaden

Auch wenn Kirschlorbeer eigentlich winterhart ist, so kann es dennoch an den Blättern zu einem Frostschaden kommen. Damit durch die geschädigten Triebe und Blätter keine Viren, Bakterien oder Pilze eindringen können, sollten Sie diese mit einer scharfen und desinfizierten Gartenschere entfernen. Die betroffenen Pflanzteile können Sie dann ohne weiteres auf dem Kompost entsorgen. Gegen einen Frostschaden lässt sich wie folgt vorbeugen:

  • Erde mulchen
  • bei starkem Frost Pflanzenvlies über Hecke legen
  • Solitär mit Pflanzenvlies umwickeln

Nektarien

Zeigen sich Punkte auf der Unterseite der Blätter der Lorbeerkirsche, dann handelt es sich in der Regel nur um ein vermeintliches Schadbild. Denn eigentlich sind diese Nektarien nur die Drüsen, aus denen der zuckerhaltige Zellsaft austreten kann. Insekten nutzen ihn zur Nahrungsaufnahme, er zieht leider aber auch Blattläuse an. Die Nektarien zeigen sich zuerst in grün, dann von rötlich bis braun und schwarz. Doch ein Grund zur Sorge ist diese Auffälligkeit nicht und beim Kirschlorbeer eigentlich völlig normal.

Schrotschusskrankheit

Der Pilz Stigmina carpophila versursacht die Schrotschusskrankheit, die häufig am Prunus laurocerasus auftritt. Denn in den hiesigen Breitengraden ist es gerade im Frühjahr oft noch sehr feucht und nass, die optimalen Lebensbedingungen für diesen Pilz. Das Bekämpfen der Krankheit sollte sofort nach dem Erkennen wie folgt eingeleitet werden:

  • Ausbruch zwischen Mai und Juni
  • gerade junge Blätter betroffen
  • gelbe, unheitlich marmorierte Partien
  • sterben ab
  • fallen kreisrund aus dem befallenen Blatt
  • alle betroffenen Blätter und Triebe entfernen
  • nicht auf den Kompost geben
  • Pilz breitet sich sonst im gesamten Garten aus
  • mit Fungizid behandeln

Bleibt der neue Austrieb nach der Behandlung gesund, dann kann davon ausgegangen werden, dass die Krankheit besiegt wurde. Gegen einen erneuten Ausbruch sollten Sie aber auch alle abgefallenen Blätter unter der Pflanze entfernen, da hier sonst die Pilzsporen bis zum nächsten Jahr überleben können. Die Krankheit ist nicht lebensbedrohlich, vermindert allerdings das dekorative Aussehen der Hecke.

Schrotschusskrankheit an einem Kirschbaum
Schrotschusskrankheit an einem Kirschbaum

Zweigdürre (Spitzendürre)

Bei der Zweig- oder Spitzendürre handelt es sich ebenfalls um einen Pilzbefall, den Pilz Monilia laxa. Um diesen erkennen und bekämpfen zu können, müssen die Symptome bekannt sein. Zweige und die Spitzen der Triebe verfärben sich dunkel und hängen schlapp herunter, wie dies auch bei einem Frostschaden der Fall sein kann. Ebenso die Blüten des Prunus laurocerasus werden hiervon oft betroffen. Bei der Zweigdürre sollten Sie sofort wie folgt handeln:

  • alle betroffenen Zweige und Triebe entfernen
  • direkt an der Basis
  • nicht nur die betroffenen Stellen
  • nicht auf den Kompost geben
  • Zweige sind für andere Pflanzen hoch ansteckend
  • gut verschlossen in den Restmüll geben
  • alternativ verbrennen
  • Produkt gegen Zweigdürre im Handel besorgen
  • nach Herstellerangaben einsetzen
Monilia-Spitzendürre am Apfelbaum
Monilia-Spitzendürre am Apfelbaum

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