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Mehltau an Kirschlorbeer: was tun?

Mehltau an Kirschlorbeer: was tun?

Kirschlorbeer wird hierzulande sehr gern als Heckenpflanze genutzt. Der immergrüne Strauch mit den großen glänzenden Blättern wächst aufrecht und außerordentlich schnell. Allerdings wird Kirschlorbeer häufig von Mehltau befallen.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • echter Mehltau befällt hauptsächlich junge Blätter
  • Anzeichen weißer mehliger Belag an Blattunterseite
  • befallene Pflanzenteile entfernen
  • Einsatz von Netzschwefelpräparaten
  • Pflegefehler vermeiden

Mehltau häufigste Pilzerkrankung

Das allseits beliebte Strauchgewächs, der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) auch als Lorbeerkirsche bekannt, ist sehr schnellwachsend, gut schnittverträglich, winterhart und wächst auch noch unter ungünstigen Bedingungen. In Gärten ist er daher ein gern gesehener Gast. Allerdings bleibt der Kirschlorbeer auch nicht von Pilzkrankheiten verschont wie dem gefürchteten Mehltau. Es ist die bei der Lorbeerkirsche am häufigsten auftretende Erkrankung. Wenn die ersten Anzeichen auftreten, ist schnelles Handeln notwendig, um schwerere Schäden von den Pflanzen abzuwenden.

Krankheit erkennen

Bevor es an die Bekämpfung dieser Pilzerkrankung geht, sollten auch die Ursachen ihrer Entstehung etwas näher betrachtet werden. Auslöser für die Krankheit ist der Befall des Kirschlorbeers mit dem Pilz Podosphaera tridactyla. Dabei kann in echten und falschen Mehltau am Kirschlorbeer unterschieden werden. Beide Arten können das Strauchgewächs befallen.

Echter Mehltau

Er ist auch als Schönwetterpilz bekannt. Die Sporen (Konidien) gelangen mit dem Wind oder Spritzwasser beim Gießen auf die Blätter. Dort beginnen sie zu keimen und dringen schließlich in die oberste Zellschicht des Blattes ein. Es bildet sich dann ein Pilzgeflecht, das Myzel. Im Sommer entwickeln sich dann auf diesem die Fruchtkörper (Ascosporen). Sie überwintern auf der Pflanze in den Triebspitzen bis zum nächsten Frühjahr. Die Pilze treten von April bis September auf.

Echter Mehltau am Kirschlorbeer

Zum Wachsen braucht dieser Mehltau:

  • Temperaturen von mindestens 10 bis 12 °C zur Keimung und
  • trockenes, warmes Wetter, sowie
  • nächtliche Taubildung

Falscher Mehltau

Diese Art des Mehltau tritt meist im Herbst auf und kann auch den Kirschlorbeer befallen. Die Pilze lieben feuchtes und kühles Wetter und sind daher auch als Schlechtwetterpilze bekannt. Die Sporen schwimmen auf den feuchten Blättern und dringen dabei in Spaltöffnungen an der Unterseite der Blätter ein. Sie überwintern in Triebspitzen und im Falllaub.

Pflegefehler als Ursachen

Neben dem Wetter können auch die unterschiedlichsten Fehler bei der Pflege die Entstehung des Pilzes begünstigen. Hauptsächlich kann ein falsches Gießen und Düngen gute Voraussetzungen für die Verbreitung von Mehltau schaffen.

Die größten Fehler sind:

  • Stickstoffüberdüngung des Bodens
  • Silikatmangel
  • beim Gießen benetzen der Blätter
  • falscher Standort
  • keine Luftzirkulation zum Abtrocknen der Blätter
  • zu geringe Pflanzabstände
  • dadurch zu hohe Luftfeuchtigkeit

Hinweis:

Der Kirschlorbeer kann sehr leicht mit dem Lorbeerbaum (Laurus nobilis), dessen Blätter als Gewürz Verwendung finden, verwechselt werden. Die Blätter des Kirschlorbeers enthalten dagegen cyanogene Glykoside, die beim Zerkauen Blausäure freisetzen.

Pflegehinweise für Ihren Kirschlorbeer:

Typische Symptome

In der Regel werden beim Kirschlorbeer die jüngsten Blätter von Mehltau befallen, ältere bleiben hingegen verschont.

Für den „Schönwetterpilz“ sind folgende Anzeichen charakteristisch:

  • junge Blätter und Triebe weisen helle Verfärbung auf
  • ab April mehliger weißer Belag an der Blattunterseite
  • verfärbt sich später bräunlich bis gräulich
  • ist abwischbar
  • ab Mitte Mai sichtbare Veränderungen der Blätter
  • Aufwölbungen und Deformationen an der Blattoberseite
  • betroffene Stellen anfangs gelb, später braun
  • starkes Einrollen der Blätter möglich
  • Aufreißen des Blattgewebes
  • Verkrüppelungen der Blätter
  • mitunter einseitige Krümmung des Blattes
  • Blätter wachsen nicht mehr
  • im fortgeschrittenem Stadium Befall junger Triebspitzen, Knospen und Früchte und
  • Blätter verfärben sich braun, trocknen vom Rand her
  • zusätzlich können an Blattunterseite fleckig- braune Verkorkungen auftreten
  • im Endstadium sterben obere Triebteile komplett ab
mit Mehltau befallene Blätter am Kirschlorbeer

Auch beim „Schlechtwetterpilz“ sterben betroffene Blätter mit der Zeit ab. Es treten an der Blattoberfläche violette, gelbe oder bräunliche Verfärbungen auf. Genau wie bei dem „Schönwetterpilz“ ist auch hier an der Blattunterseite ein weißlich-grauer Pilzbelag sichtbar. Daher kann es schnell zu einer Verwechslung der beiden Pilzerkrankungen kommen. Ratsam ist es dann, die Blätter genauestens mit einer Lupe zu untersuchen.

Tipp: Hauptsächlich erkranken starkwüchsige und breitblättrige Sorten wie „Etna“, „Rotundifolia“ oder „Schipkaensis Macrophylla“.

Richtig bekämpfen

Wenn erste Anzeichen auf einen Befall ihres Kirschlorbeer mit Mehltau hinweisen, ist ein schnelles Handeln notwendig, um ein weiteres Ausbreiten des Pilzes auf andere Pflanzen zu verhindern.

Dabei können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • befallene Blätter entfernen
  • erkrankte Triebe kräftig zurückschneiden
  • Rückschnitt tief bis ins gesunde Holz
  • bei sehr starkem Befall, Pflanze entfernen
  • infizierte Teile nicht auf dem Kompost entsorgen
  • Entsorgung im Hausmüll
  • Einsatz von Netzschwefelpräparaten

Hinweis: Chemische Präparate auf der Basis von Kupfer oder Netzschwefel sind umweltfreundlich. Sie werden sogar im biologischen Landbau eingesetzt werden.

Einsatz von Fungiziden

Falls nichts mehr hilft und die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist, hilft nur noch ein Einsatz von Fungiziden.

Empfehlenswert sind

  • Fungisan Rosen – und Gemüse Pilzfrei oder
  • Duaxo

Die Präparate werden mit Wasser verdünnt und damit die Pflanzen besprüht. Die Spritzungen sollten nach 10 bis 14 Tagen wiederholt werden. Sie können auch im darauffolgenden Jahr ab Ende März bis Anfang April zum Vorbeugen eines erneuten Befalls angewendet werden.

Mit Hausmitteln bekämpfen

Viele Hobbygärtner schwören auf den Einsatz von bewährten Hausmitteln beim Bekämpfen dieser gefürchteten Pilzerkrankung. Ob die Behandlung immer erfolgreich ist, hängt dabei weitestgehend vom Stadium des Mehltau am Kirschlorbeer ab. Am besten probieren Sie es selbst aus. Erfolgversprechend sind:

Essig-Wasser-Mischung

  • 1 Esslöffel Apfelessig
  • 1 Liter Wasser
  • alles gut mischen
  • in Sprühflasche geben
  • befallene Stellen besprühen
  • Anwendung mehrere Tage hintereinander
  • Behandlung morgens und abends
  • nicht bei direktem Sonnenlicht
  • Blätter können verbrennen
Sprühflasche gegen Lindenwanzen

Frischmilch

  • keine H-Milch verwenden
  • 1 Teil Milch mit 9 Teilen Wasser mischen
  • jeden zweiten Tag Blätter/Triebe gut besprühen
  • Behandlung bis Pilz abgestorben ist
  • Mikroorganismen in der Milch bekämpfen Pilze
  • gleichzeitig stärkt enthaltene Natriumphosphat die Abwehrkräfte der Pflanze

Vorbeugend kann eine Behandlung auch in den Monaten April bis Ende Juli erfolgen. Anfangs werden anfällige Pflanzen einmal wöchentlich und dann alle zwei Wochen besprüht. Die in der Milch enthaltenen Bakterien vermehren sich auf den Blättern und bilden so einen dichten Belag.

Weitere Hausmittel

Maßnahmen zum Vorbeugen

Vorbeugen ist immer besser als heilen. Dazu sollten auch die Ursachen für den Befall ihres Kirschlorbeer mit Mehltau bekannt sein. Allerdings sind nachfolgende Maßnahmen nicht immer ein Garant, dass die Pilzkrankheit nicht ausbricht, da sie auch von der Witterung abhängig ist. Aber es besteht die Möglichkeit die Angriffspunkte zu verringern.

Brennnesseljauche herstellen
Brennesseljauche

Beachtet sollte deshalb werden:

  • richtige Standortwahl
  • sonnig bis halbschattig
  • Pflanzung von resistenten Sorten
  • genügend Pflanzabstand
  • je nach Sorte unterschiedlich
  • regelmäßiger Rückschnitt
  • kein Sommerschnitt
  • da neu austreibende Blätter sehr anfällig sind
  • Rückschnitt im Herbst oder zeitigem Frühjahr, Ende Februar
  • Überdüngung mit Stickstoff vermeiden
  • dadurch wird Pflanzengewebe weich, Pilz kann leicht eindringen
  • kalibetonte Düngung einsetzen
  • Pflanzen von unten gießen
  • Wassergaben morgens oder nachmittgas
  • Blätter müssen zur Nacht abgetrocknet sein
  • Boden unkrautfrei halten und mulchen
  • Einsatz von Pflanzenjauchen zur Stärkung der Abwehrkräfte
  • besonders geeignet Brennnessel- oder Ackerschachtelhalmbrühe

Häufig gestellte Fragen

Was ist beim Herstellen von Pflanzenjauchen zu beachten?

Zur Herstellung von Brennnessel- oder Ackerschachtelhalmbrühe werden 1 kg frische oder 150 g getrocknete Blätter benötigt. Diese werden 24 Stunden in 10 Liter Wasser eingeweicht und anschließend 30 Minuten gekocht und abgeseiht. Zum Gießen wird die Brühe mit der fünffachen Menge Wasser verdünnt.

Gibt es noch andere Hausmittel zur Bekämpfung der Pilzkrankheit?

Zum Einsatz kann auch eine Knoblauchbrühe kommen. Dazu werden 4 Knoblauchzehen zerkleinert und mit einem Liter heißem Wasser übergossen. Alles dann einige Stunden ziehen lassen, abseihen und betroffene Teile besprühen. Auch Niemöl kann zur Behandlung eingesetzt werden.

Kann der Mehltau für Menschen gefährlich werden?

Er ist nicht giftig. Es kann allerdings zu allergischen Reaktionen wie Atemprobleme, Juckreiz oder Hautrötungen, ferner Magenbeschwerden kommen. Daher sollten bei der Behandlung betroffener Pflanzen Handschuhe und ein Mundschutz getragen werden.

Autor
Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.
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