Kohlrabi säen und pikieren - Titel

Kohlrabi, in der botanischen Fachsprache als Brassica oleracea var. gongylodes bekannt, ist lecker, gesund und vielseitig verwendbar. Wie Kohlrabi sich vorziehen lässt und worauf beim Säen und Pikieren geachtet werden muss, erfahren Sie hier.

Auf den Punkt gebracht

  • Kohlrabi zu pikieren ist empfehlenswert
  • Kohlrabi zu säen ist sehr einfach mit dem richtigen Wissen
  • versetztes Aussäen ermöglicht frische Ernten über einen langen Zeitraum
  • Vorzucht empfiehlt sich ab Februar
  • Zeitpunkt sollte richtig gewählt werden

Substrat

Für die Aussaat und Vorzucht empfiehlt sich Anzuchterde. Nach dem Pikieren beziehungsweise beim Auspflanzen ins Freiland sollte die Erde die folgenden Eigenschaften aufweisen:

  • humos
  • locker
  • ständig leicht feucht

Geeignet ist daher eine Mischung aus:

  • Gartenerde
  • Kokosfasern
  • Kompost
  • Sand
Beet anlegen

Tipp: Die Erde im Vorjahr vorzubereiten ist sinnvoll. Ein Beet sollte umgegraben und gedüngt werden. Für die Topfkultur reicht das Mischen im Herbst. Hierdurch können sich wertvolle Mikroorganismen darin ausbreiten.

Standort

Bei dem Pflanzplatz zeigt sich der Kohlrabi anspruchslos. Sonnige bis halbschattige Plätze sind ideal. Zu vermeiden sind:

  • pralle Sonne
  • starker Wind
  • Staunässe

Tipp: Für eine besonders zeitige Aussaat und Ernte bieten sich Hochbeete und Gewächshäuser ebenfalls an. Die Temperatur liegt hier höher, wodurch nicht nur früher, sondern auch länger geerntet werden kann.

Aussaat & Vorzucht

Das Vorziehen von Kohlrabi ist sehr einfach und erfordert nur wenig Aufwand. Benötigt werden:

  • Anzuchterde, im Idealfall sterilisiert
  • Anzuchtkästen oder Blumentöpfe
  • passender Pflanzplatz
  • Samen
  • Wasser
  1. Erde sterilisieren: Damit weder Keime noch Parasiten ein gesundes Wachstum verhindern können, sollte die Erde zuvor sterilisiert werden. Das funktioniert beispielsweise durch das Anfeuchten und anschließende Backen oder Erhitzen in der Mikrowelle.
  2. Pflanzgefäße vorbereiten: Sobald die Erde abgekühlt ist, kann sie in die Pflanzgefäße gefüllt werden. Sie wird dabei leicht festgedrückt.
  3. Aussäen: Die Samen des Kohlrabi säen Sie mit ausreichend Abstand auf das Anzuchtsubstrat. Ein Bedecken mit Erde sollte nur sehr leicht erfolgen, da es sich um Lichtkeimer handelt.
  4. Wässern: Die Erde muss gleichmäßig befeuchtet werden, darf aber nicht nass sein. Leichtes Gießen oder Besprühen mit Wasser ist ausreichend.
  5. Platz finden: Für eine erfolgreiche Keimung muss die Saat hell stehen und das bei einer Temperatur zwischen 12 bis 18 °C. Ein etwas wärmerer Bereich ist unproblematisch, solange ausreichend Licht vorhanden ist. Unter 12 °C sollte die Temperatur jedoch nicht fallen.

Tipp: Kohlrabi zu säen ist etwa April auch direkt ins Beet möglich. Lediglich die Temperaturen müssen entsprechend hoch sein.

Mann schüttet Kohlrabi-Samen aus Tüte auf Hand
Kohlrabi-Samen

Pflege

Während die Samen beginnen zu keimen, ist nur wenig Pflege erforderlich. Das Feuchthalten der Erde in Kombination mit konstanter Temperatur und Licht reicht vollkommen aus. Dabei gilt, je wärmer die Anzuchtgefäße stehen, umso heller muss es sein. Bei einer sehr zeitigen Aussaat empfiehlt sich daher der Einsatz einer Pflanzlampe.

Kohlrabi pikieren

Beim Pikieren handelt es sich um das Aussortieren der Keimlinge und das Vergrößern des Pflanzabstands. Es erfolgt, sobald sich die ersten Laubblätter der Jungpflanzen ausgebildet haben und diese etwa fünf bis zehn Zentimeter hoch sind. Hierbei wird die Erde vorsichtig von den Wurzeln entfernt, damit diese keinen Schaden nehmen. Die Keimlinge werden in einzelne Töpfe gesetzt, damit sie später einfacher ins Freiland gesetzt werden können. Eine Anzuchtschale mit bereits vorhandener Einteilung erleichtert das Aussortieren und das Umpflanzen ins Freiland.

Pflanzabstand

Bereits beim Pikieren oder aber bei dem Pflanzen ins Freiland muss der entsprechende Abstand berücksichtigt werden. Eine pauschale Antwort gibt es jedoch nicht. Denn wie viel Platz die Gewächse jeweils benötigen ist von der Sorte abhängig. Für kleine Sorten reichen etwa 20 bis 30 Zentimeter zwischen den Pflanzen und den Reihen. Bei größeren Zuchtformen können hingegen 40 bis 50 Zentimeter notwendig sein.

Kohlrabi im Gemüsebeet
Kohlrabi im Gemüsebeet nicht zu eng setzen!

Zeitpunkt

Die vorgezogenen Gewächse dürfen ins Freie gepflanzt werden, sobald die Temperaturen auch in der Nacht nicht mehr unter 12 °C fallen. In Jahren mit besonders milden Wintern oder Regionen mit sehr warmem Klima ist das oftmals bereits im März möglich.
Das gilt vor allem, wenn es sich um ein Hochbeet handelt, in dem die Temperatur um bis zu acht Grad höher liegt.

Ernte

Die Erntereife ist etwa sechs bis acht Wochen nach dem Auspflanzen oder Aussäen erreicht. Wiederum ist sie aber von verschiedenen Faktoren abhängig. Darunter:

  • Pflege
  • Sorte
  • Standort
  • Substrat
  • Wetter
Kohlrabi

Nachsäen

Damit lange Zeit immer wieder frischer Kohlrabi geerntet werden kann, können Sie direkt nach der Entnahme der Knollen erneut Kohlrabi säen oder aber bereits vorgezogene Jungpflanzen setzen. Es empfiehlt sich dann jedoch, etwas frische Erde einzuarbeiten. Hierdurch wird der Gehalt an Nährstoffen hochgehalten.

Tipp: Ein sogenanntes versetztes Säen ermöglicht es, dass jede Woche frisch geerntet werden kann. Hierzu werden lediglich Samen oder Jungpflanzen im Abstand von einigen Tagen ausgebracht.

Häufig gestellte Fragen

Kann Kohlrabi auch im Topf gezogen werden?

Ja, das ist durchaus möglich. Auch die Kultur in einem Kübel kann funktionieren. Dadurch eignet sich das Gewächs sogar für den Balkon oder die Terrasse.

Müssen die Samen des Kohlrabis vorbereitet werden?

Nein, das ist nicht notwendig. Das Ausbringen in Anzuchterde reicht vollkommen aus. Zudem sollten sie nicht zu stark mit Erde bedeckt werden.

Wie lange dauert es von der Vorzucht bis zur Ernte?

Das ist von den Bedingungen abhängig. Bei optimaler Pflege gedeihen die Pflanzen schneller, als bei Lichtmangel und geringen Temperaturen oder praller Mittagssonne. Daher lässt sich hierzu keine pauschale Aussage treffen. Eine gute Orientierung bietet die Sorte. In der Regel muss mit sechs bis acht Wochen nach der Aussaat ins Freiland gerechnet werden. Bei einer sehr zeitigen Vorzucht und kühlen Temperaturen beziehungsweise wechselhaftem Wetter kann die Erntereife auch länger auf sich warten lassen.