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Kohlrabiblätter angefressen: wer war es?

Kohlrabiblätter angefressen - Titel

Der Anbau von eigenem Gemüse ist so beliebt wie nie zuvor. Schmackhafter Kohlrabi gehört dabei in jedes Gemüsebeet. Doch wer ist schuld, wenn die Kohlrabiblätter angefressen sind?

Auf den Punkt gebracht

  • angefressene Blätter am Kohlrabi deuten auf Schädlinge hin
  • am häufigsten sind Erdflöhe, Kohlweißlinge, Kohlgallenrüssler und weiße Fliegen anzutreffen
  • eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen ist wichtig
  • Vorbeugen ist leichter als Bekämpfen
  • es gibt Hausmittel und chemische Mittel gegen die Schädlinge

Erdflöhe

Kleine, siebartige Löcher in den Kohlrabiblättern weisen auf einen Befall mit dem Erdfloh hin. Diese kleinen schwarzen oder gelb-gestreiften Käfer besiedeln gerne Jungpflanzen. Die Erdflöhe können springen und sich so den Zugang zu Ihrem Beet verschaffen. Neben den Schäden, die sie anrichten, hemmen sie auch das Wachstum der Pflanze. Wenn Sie einen Befall feststellen, ist es wichtig schnell zu reagieren. Mit folgenden Mitteln können Sie Erdflöhe bekämpfen:

Erdfloh
  • regelmäßige Kontrolle von Jungpflanzen
  • Anbringen von Leimstreifen
  • regelmäßiges Unkrautjäten
  • Boden im Gemüsebeet regelmäßig auflockern
  • Erde nicht zu nass gießen

Kohlweißling

Größere Löcher in Ihren Kohlrabiblättern weisen drauf hin, dass die kleine Raupe Nimmersatt sich an Ihrem Kohlrabi satt isst. Der Kohlweißling ist ein Schmetterling, der seine Eier an den Pflanzen ablegt. Die daraus schlüpfenden Raupen essen sich dann an den Kohlrabiblättern satt. Allerdings vergiften sie durch ihre Ausscheidungen auch die Pflanze, sodass diese absterben kann. Folgende Merkmale weisen auf den Befall mit dem Kohlweißling hin:

Kohlweißling Raupe
Quelle: Bernd Kirchberg, Kohlweissling raupen, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • große Löcher in den Blättern
  • viele, weiße Schmetterlinge im Garten
  • gelblich-grüne Raupen mit schwarzen Flecken an den Pflanzen
  • gelbe Eier auf den Blättern

Sie können den Kohlweißling bekämpfen, indem Sie:

  • Eier absammeln und vernichten
  • Raupen entfernen und vernichten
  • bereits vor dem Befall ein Gemüsenetz anbringen
  • eine hauchdünne Schicht Steinmehl über den Pflanzen verteilen
  • Raupenleimringe verwenden

Tipp: Der Kohlweißling mag keine stark duftenden Gemüsesorten. Pflanzen Sie daher zum Beispiel Tomaten, Sellerie, Holunder, Saubohnen, Zwiebeln, Spinat, Basilikum, Koriander, Rosmarin, Anis, Beifuß oder Thymian in die Nähe des Kohlrabis.

Hinweis: Dagegen mag der Kohlweißling den Duft von Brennnesseljauche. Diese sollten Sie daher nicht zum Düngen verwenden.

Weiße Fliegen

Die Schädlinge saugen an den Kohlrabipflanzen und schädigen sie dadurch. Sie sitzen meist an der Blattunterseite und werden dadurch nicht auf den ersten Blick bemerkt. Wenn Sie allerdings die Kohlrabiblätter oder Pflanzen berühren, fliegen die weißen Fliegen los und Sie erkennen den Befall. Weitere Merkmale sind:

Gewächshausmottenschildlaus / Weiße Fliege
Quelle: Sanja565658, Trialeurodes vaporariorum 01, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • klebriger Honigtau auf der Blattoberfläche
  • verwelkte und absterbende Kohlrabiblätter
  • Löcher in den Blättern

Hinweis: Der klebrige Honigtau, den die Fliegen hinterlassen, ist ein guter Nährboden für Pilzerkrankungen. Damit steigt die Gefahr, dass die Kohlrabipflanze eingeht.

Das können Sie tun:

  • mit einer Schmierseifen-Lösung abspritzen
  • Gemüseschutznetze verwenden
  • Boden düngen
  • regelmäßig Unkraut entfernen
  • Leimringe verwenden
  • Lavendel in der Nachbarschaft pflanzen
  • chemische Mittel gegen Blattläuse ausbringen

Kohlgallenrüssler

Der schwarze Rüsselkäfer ist ein Schädling, der in den Strunk oder die Wurzel der Pflanze seine Eier legt. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die sich schließlich von den Wurzeln und Blättern des Kohlrabis ernähren. Auch der Käfer selbst isst die Blätter. Folgende Anzeichen weisen auf den Befall hin:

Kohlgallenrüssler
  • deutlich angefressene Blätter am Kohlrabi
  • Löcher in der Wurzel oder dem Strunk
  • Larven in oder auf der Erde
  • erkennbare Käfer mit Rüssel

Der Kohlgallenrüssler hat seinen Namen, da er vor allem Kohlsorten befällt. Dazu gehört der Kohlrabi. Daneben essen die Käfer auch gerne Radieschen, Kren und Raps. Sind die Kohlrabiblätter angefressen und der Kohlgallenrüssler ist schuld, können Sie:

  • befallene Jungpflanzen aussortieren
  • Leimstreifen auslegen
  • Boden stets feucht halten (erschwert die Eiablage)
  • Erde regelmäßig durchhaken
  • Vögel, Spitzmäuse und Igel als Fressfeinde zulassen
  • Nematoden ausbringen
  • chemische Mittel verwenden

Tipp: Die Käfer suchen sich am Tag dunkle Stellen, um sich dort zu verkriechen und zu schlafen. Legen Sie am Abend Holzbretter um Ihren Kohlrabi aus. Am nächsten Tag können Sie die Bretter anheben und die darunter befindlichen Käfer entfernen. Wiederholen Sie den Vorgang einige Male.

Häufig gestellte Fragen

Kann der Kohlrabi noch verzehrt werden?

Wenn die Blätter angefressen sind und der Kohlrabi schon reif, können Sie diesen nach einer optischen Prüfung noch essen. Entfernen Sie Eier oder Raupen gründlich. Wichtig ist, dass Sie auch darauf achten, dass sich im Kohlrabi keine Eier von Kohlgallenrüsslern befinden. Dann sollten Sie den Kohlrabi nämlich nicht mehr essen.

Was sind Gemüseschutznetze?

Die feinmaschigen Netze werden auch als Schädlingsschutznetz bezeichnet und sind im Gartenhandel erhältlich. Sie werden über die Pflanzen gestülpt oder gelegt und halten Schädlinge ab. Gleichzeitig lassen sie ausreichend Licht hindurch, um die Pflanzen zu versorgen. Ein Netz ist abhängig von der Größe ab circa 15 Euro erhältlich.

Was sind Nematoden?

Nematoden (Steinernema feltiae) sind Fadenwürmer, die speziell zur Vernichtung von Schädlingen ausgebracht werden. Sie sind circa einen Millimeter lang und suchen die Wirtslarven aktiv auf. Weil es sich um eine biologische Schädlingsbekämpfung handelt, ist sie für Menschen und Tiere unbedenklich.

Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.

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