Mutige Hobbygärtner wagen es immer wieder, in unseren Breitengraden einen Pfirsich oder Nektarine anzubauen. Gelingt das Vorhaben, werden sie mit aromatischen Früchten belohnt, die geschmacklich die Supermarktware deutlich übertreffen. Doch leider hält die Kultivierung dieser Wärme liebenden Obstbaumarten auch einige unliebsame Herausforderungen bereit. Gelbe Blätter weit vor dem Herbst sind ein Hinweis, dass die Nektarine nicht „glücklich“ ist. Sein Besitzer muss sowohl die Ursache als auch eine Lösung dafür finden.

Krankheitsgeplagte Bäume

Der Pfirsichbaum, der auf den schönen botanischen Namen Prunus persica hört, wird in unseren Gegenden von vielen Krankheiten heimgesucht. Das gilt ebenso für die glatthäutige Nektarine, bot. Prunus persica var. nucipersica, die mit ihm eng verwandt ist. Die meisten dieser Krankheiten zeigen ihre Anwesenheit mit Blattveränderungen an.

Diese gehen allerdings selten mit einem einfachen Farbwechsel von Grün zu Gelb einher. Vielmehr zeigen sich Muster, Erhebungen oder andere Farbschattierungen. Die gefürchtete Kräuselkrankheit lässt sich unter anderem an den gekräuselten Blättern erkennen. Schauen Sie deswegen genauer hin, wenn die Blätter Ihres Baumes das gewohnte Aussehen verlieren, um wirklich die richtige Krankheit zu bekämpfen. Ansonsten kann für den Baum jede Hilfe zu spät kommen.

Symptom gelbe Blätter

Zeigen sich an Pfirsich oder Nektarine nur gelbe Blätter, ohne von anderen Veränderungen begleitet zu werden, gibt es zwei mögliche Gründe. Die harmlose Ursache liefert uns die Natur, die bei diesem Baum aus gutem Grund im Herbst das Laub gelb färbt. Der Baum zieht das grüne Chlorophyll aus den Blättern ab, da es im lichtarmen Winter eh nutzlos wäre, die Blätter am Baum zu lassen.

Auch wenn sich bereits im Sommer das Blattkleid gelb verfärbt, ist das Fehlen von Chlorophyll dafür verantwortlich. Doch in diesem Fall ist das nicht naturgewollt, sondern ein Krankheitsanzeichen. Diese Krankheit wird als Chlorose, im Volksmund auch Bleichsucht oder Gelbsucht genannt. Da das Chlorophyll für die lebensnotwendige Fotosynthese unverzichtbar ist, muss der Auslöser der Krankheit aufgespürt und eine baldige Lösung herbeigeführt werden.

Ursache für Chlorose

Die Bildung von Chlorophyll gerät ins Stocken, wenn der Nektarine oder dem Pfirsich wichtige Nährstoffe fehlen. Dabei kann es sich um Eisen, Stickstoff oder seltener um Magnesium handeln. Ohne diese Elemente, kann Prunus persica kein Blattgrün bilden. Die mögliche Ursache, warum dem Obstbaum diese Elemente fehlen, finden Sie in der folgenden Auflistung. Vielleicht liegen sogar mehrere Ursachen für den Mangel vor:

  • falscher pH-Wert des Bodens
  • die Nährstoffaufnahme ist gestört
  • der Boden ist nährstoffarm
  • es wird nicht ausreichend gedüngt
  • der Dünger enthält diese Stoffe nicht oder kaum

Alle diese Punkte müssen abgeklärt werden, damit die Lösung gezielt angegangen werden kann. Ob die Ernte des Jahres noch gerettet werden kann, bleibt allerdings fraglich.

Chlorose
Chlorose an Himbeerpflanze

Gegenmaßnahmen

Um einem Nährstoffmangel Herr zu werden, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl.

pH-Wert überprüfen und optimieren

Sowohl Pfirsich als auch Nektarine können sich in einem kalkhaltigen Boden nicht ideal entfalten. Das Erdreich sollte leicht sauer bis neutral sein, damit die Nährstoffaufnahme reibungslos klappt. Im Garten tritt dieses Problem seltener auf. Bei einem Pfirsich- oder Nektarinenbaum im Kübel kann die Erde dagegen häufiger im alkalischen Bereich sein. Testen Sie den pH-Wert mit einem Schnelltest aus dem Gartencenter. Idealerweise sollte er im Bereich von 6,5 bis 7 liegen. Sollte der pH-Wert darüber liegen, müssen Sie ihn senken. Dafür kann zum Beispiel spezieller Kompost oder Nadelerde verwendet werden. Die Verwendung von Torf ist dagegen aus Umweltaspekten nicht zu empfehlen.

Tipp: Gießen Sie diese beiden Obstbäume nach Möglichkeit ausschließlich mit Regenwasser, welches im Gegensatz zu Leitungswasser leicht sauer ist und nur wenig Kalk enthält.

Gestörte Nährstoffaufnahme beheben

Auch ein geschädigtes Wurzelwerk kann für den Nährstoffmangel der Nektarine und damit für die gelben Blätter verantwortlich sein. Geschädigt wird es durch langanhaltende Staunässe. Doch auch sogenannter Trockenstress kann vorliegen. Diese Baumart hat ein sog. Herzwurzelsystem, welches eine Kombination aus Tief- und Flachwurzeln darstellt. Die tiefe Wurzel erreicht jedoch kaum das Grundwasser und kann den Baum nicht komplett mit Wasser versorgen, wenn die flachen Wurzeln in heißen Sommern kein Wasser vorfinden. Der Baum kann aber ausschließlich im Wasser gelöste Nährstoffe durch sein Wurzelwerk aufnehmen.

  • an heißen Tagen Baum gießen
  • Wurzelbereich mulchen
  • schwere Böden durch Kompost auflockern
  • Topfexemplare benötigen eine Drainageschicht
  • dürfen nicht im Wasser stehen

Tipp: Auch eine stark verdichtete Erde im Wurzelbereich erschwert die Nährstoffaufnahme. Lockern Sie sie daher regelmäßig auf. Gehen Sie dabei vorsichtig vor, um keine Wurzeln zu beschädigen.

Boden auf Nährstoffgehalt testen

Die Nährstoffarmut eines Bodens kann man ihm nicht ansehen. Deswegen ist es auch in einem Hausgarten angebracht, alle paar Jahre die Zusammensetzung der Erde zu testen. Nektarinen benötigen reichlich Nährstoffe und müssen regelmäßig damit versorgt werden. Je magerer der Boden ist, umso mehr muss gedüngt werden. Wird dieser Pflegeaspekt vernachlässigt oder durch Unkenntnis nicht ausreichend befriedigt, kommt es zu Nährstoffmangel. Bei einer vorliegenden Chlorose sollten Sie zeitnah einen Bodentest durchführen lassen, damit Sie das fehlende Element kennen und gezielt zuführen können. Danach hat der Baum gute Chancen sich bald zu erholen.

Bodentest

Verwendeten Dünger überprüfen

Kompost und Stallmist enthalten in der Regel alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge. Darüber hinaus eignen sich Hornspäne und einige Obstbaumdünger für eine gute Versorgung. Im Handel werden aber auch Düngemittel angeboten, bei denen Eisen und Magnesium fehlen oder zu gering dosiert sind. Prüfen Sie nach, ob das bei dem von Ihnen verwendeten Dünger der Fall ist, was folglich zur Chlorose geführt haben könnte. Die Lösung: Ersetzen Sie einen derartigen Dünger sofort durch einen geeigneteren.

Nährstoffdosierung hinterfragen

Die Dosierung bzw. die Anzahl der Düngungen pro Jahr ist ein weiterer Punkt, der die Nährstoffkonzentration im Boden beeinflusst. Überprüfen Sie Ihre bisherige Düngung, sie sollte wie folgt sein:

  • während der gesamten Vegetationsperiode düngen
  • zunächst Ende Februar mit Kompost oder Stallmist versorgen
  • ab Mai monatlich düngen
  • Düngen erst nach September einstellen
  • bei handelsüblichen Düngern Empfehlungen beachten

Tipp: Wenn Sie für eine Nektarine oder Pfirsich ausnahmsweise einen chemischen Dünger verwenden, sollten Sie damit eine ausgiebige Wässerung verbinden. Ansonsten kann der Dünger zu Wurzelverbrennungen führen.