Stockkarte für Bienen: Vorlage zum Ausdrucken

Stockkarte für Bienen

Die erfolgreiche Haltung von Bienenvölkern gehört zu den schönsten Dingen, die ein heimischer Garten bieten kann. Anfänger, aber auch erfahrene Imker, sollten ihre Bienen immer im Auge behalten – idealerweise mit unserer Stockkarte.

Stockkarte für Imker

Egal ob Hobbyimker oder Profi – wer sein Bienenvolk im Blick haben will, für den ist nicht nur ein bienenfreundlicher Garten wichtig. Auch eine Stockkarte ist unverzichtbar. Denn so lässt sich alles dokumentieren, was man an den Bienen entdeckt oder durchgeführt hat. Für den einfachen und ordentlichen Überblick, finden Sie hier die Vorlage für eine Stockkarte zum Download als PDF.

Stockkarte für Bienen

Hier kannst du die Stockkarte kostenlos herunterladen:


PDF Download

 

Kopf der Stockkarte

Im Kopf der Plantopedia-Stockkarte werden zunächst folgende Daten erfasst:

  • das laufende Jahr,
  • der Standort des Volkes,
  • die Nummer oder genauere Bezeichnung des Bienenvolkes und
  • das Alter der Königin.

Der Standort kann natürlich entfallen, wenn alle Bienen am gleichen Stand stehen. Das Alter der Königin erkennt der Imker an der Farbe der Markierung (eine 2019er Königin wurde grün markiert). Falls vorhanden, kann auch die Nummer der Königin vermerkt werden (zum Beispiel „grün 1“).

Frühjahrsbeurteilung

Größere Eingriffe in das Volk sind im März zwar noch zu vermeiden, aber der Imker sollte die ersten schöneren Tage (Temperaturen über 12 °C und Sonnenschein) unbedingt nutzen. Erfassen Sie hier wie Ihr Volk aufgestellt ist.

  1. Hat die Königin den Winter überstanden?
  2. Wie stark ist das Volk? – Zählen Sie die besetzten Wabengassen.
  3. Können Sie Brut in allen Stadien (Stifte, Larven und verdeckelte Zellen) ausmachen?
  4. Kontrollieren Sie auch unbedingt ob das Volk noch genug Futterreserven hat, es kann noch ein Kälteeinbruch kommen.

Tipp: Finden Sie Brut in allen Stadien und genügend Futter, beenden Sie die Durchsicht zügig. Wo Brut ist, ist auf jeden Fall eine Königin vorhanden!

Imkern im Bienenjahr

Sind ab Mitte/Ende April die Temperaturen stabil, kann die Arbeit mit den Bienen und der Plantopedia-Stockkarte richtig beginnen. Für die Dokumentation des laufenden Jahres ist es nötig jede Arbeit am Volk zu erfassen. Tragen Sie dazu das Datum und unter Bemerkungen die durchgeführten Arbeiten ein.

Zu diesen Eintragungen sollten zum Beispiel gehören:

  • Entfernung und Zugabe von Waben und Bienen
  • Durchführung der Behandlung gegen Varroatose
  • Krankheitssymptome (Achtung: Informieren Sie bei Verdacht auf die bösartige amerikanische Faulbrut (AFB) umgehend Ihr zuständiges Veterinäramt!)
  • Königin gesehen/Weisellosigkeit
  • Schwarmzellen gebrochen

Notieren Sie hier alles, was Ihnen ungewöhnlich oder neu vorkommt oder was Sie für besonders wichtig halten.

Beispiel für Eintragungen in der Stockkarte

Geht es um die Winterversorgung Ihrer Völker, wiegen Sie am besten mit einer Kofferwaage nach. Tragen Sie die berechnete Futtermenge (Gewicht von Bienen und Beutenmaterialien berücksichtigen) in die dafür vorgesehene Spalte ein.

Einfache Völkervermehrung

Als Imker sollten Sie stets von Ihren besten Völkern nachziehen. Mit unserem Bewertungssystem sammeln Sie über das gesamte Bienenjahr Daten zu Ihren Bienen um dann im nächsten Jahr die besten zur Vermehrung auswählen zu können. Diese Parameter werden in der Mitte der Tabelle in Form von Zahlen eingetragen. Am Ende des Jahres bilden Sie den Mittelwert der einzelnen Kategorien Stärke, Schwarmtrieb, Wabensitz und Temperament. Eine Legende finden Sie direkt unter der Tabelle. Führen Sie die Bewertung regelmäßig, mindestens jedoch viermal pro Jahr durch:

  • Direkt nach dem Auswintern
  • Während einer Massentracht (zum Beispiel Rapsblüte)
  • In der Zeit zwischen Varroabehandlung und Einfütterung für den Winter
  • Im Oktober, wenn die Bienen bereits aufgefüttert sind

Tipp: Als Schnellindikator für das Temperament des Volkes können Sie den folgenden Test durchführen. Öffnen Sie das Volk und klopfen Sie mit den Fingern auf die Oberträger der Rähmchen in der Kiste. Besonders sanftmütige Völker summen nur kurz auf, fliegen Ihnen jedoch nie entgegen.

Varroa im Blick

Im unteren Teil der Stockkarte sollten Sie regelmäßig den Totenfall der Varroamilben dokumentieren. Es ist wichtig die Größe der Milbenpopulation aktiv zu verfolgen, damit Sie zur richtigen Zeit angemessen reagieren können. Sollten Sie Symptome einer Varroaschädigung wie verkrüppelte Flügel, verkürzte Hinterleibe oder stark zitternde Bienen (Paralysevirus) entdecken, handeln Sie so schnell wie möglich. Wie Sie Ihre Bienen behandeln, tragen Sie dann in die obere Tabelle ein.

Beste Honigqualität

Als Imker tragen Sie Sorge dafür ein natürliches und hochwertiges Lebensmittel zu erzeugen und in Verkehr zu bringen. Eines der wichtigsten Qualitätskriterien für Deutschen Bienenhonig ist der Wassergehalt. Messen Sie eine Woche vor der Honigernte an mehreren Stellen im Honigraum den Wassergehalt mit einem Refraktometer.

Bindend für Sie als Imker ist in jedem Fall die Honigverordnung (HonigV). Diese legt allgemein einen maximalen Wassergehalt von 20 % fest, für Heidehonige gilt 23 % als obere Grenze. Etwas strenger sieht es der Deutsche Imkerbund DIB (Allgemein: 18 %, Heidehonig: 21,4 %). Liegt der gesamte Honig der Völker im Rahmen der Grenzwerte, bilden Sie aus den Einzelmessungen den Mittelwert und tragen ihn in den untersten Teil der Stockkarte ein. Auch die geerntete Honigmenge wird hier erfasst und kann als Kriterium für die Vermehrung genutzt werden.

Bienen

Erkenntnisse auswerten

Benutzen Sie die Stockkarte jedes Jahr wieder und sammeln Sie die Ergebnisse zu Ihren Völkern. Damit lässt sich über die Jahre nicht nur Ihr imkerliches Geschick verbessern, sondern Sie können auch einschätzen:

  • Verbessern sich die Völker durch eine Bestenauswahl?
  • Wie verändert sich das örtliche Trachtangebot?
  • Wie entwickelt sich der Gesamtbienenstand?