Wespenkönigin oder Hornisse: Unterschied erkennen
Handelt es sich um eine Hornisse oder um eine Wespenkönigin? Wir zeigen, durch welche eindeutigen Merkmale Sie den Unterschied vergleichsweise einfach erkennen können.
Auf den Punkt gebracht
- beide Arten dürfen nicht getötet werden
- gut an der Färbung zu unterscheiden
- Hornissen sind größer
- Wespen und Hornissen sind Nützlinge im Garten
- Wespen werden schneller aggressiv
Inhaltsverzeichnis
Hornisse
Hornissen werden oftmals mehr gefürchtet als Wespen, dabei sind sie meist deutlich friedlicher. Das ist auf ihre Größe und ihre gesamte Erscheinung zurückzuführen, die ihnen auch den Namen „Riesenwespe“ einbrachte. Den Unterschied zu Wespen festzustellen ist aber dennoch nicht immer einfach, da die Arbeiterinnen der Hornissen eine ähnliche Größe aufweisen.
Eindeutige Merkmale sind unter anderem:
- kleines Volk von lediglich bis zu 700 Tieren
- hinterer Körperteil auffällig gelb
- Länge von 18 bis 35 Millimeter
- rötlich-brauner Kopf und Rumpf
- sehr tiefes Summen
- Vorderteil und Hinterteil sind durch eine leichte Taille getrennt
Die besten Unterscheidungsmerkmale sind jedoch nach wie vor die Größe und die Färbung. Eine Wespenkönigin ist aufgrund ihrer Größe dennoch schwierig zu differenzieren.
Hinweis: Sie ernähren sich räuberisch und sind daher nur dann an Blüten und Pflanzen zu finden, wenn sich dort auch andere Insekten sammeln.
Wespenkönigin
Wespenköniginnen können vor allem deswegen mit Hornissen verwechselt werden, weil sie vergleichsweise groß sind. Sie entsprechen in Bezug auf die Körperlänge etwa einer Arbeiterhornisse.
Eindeutige Merkmale sind zudem:
- Arbeitswespen 11 bis 14 Millimeter lang
- deutlich erkennbare Wespentaille
- keinerlei Behaarung
- Körperlänge der Wespenkönigin bis zu 20 Millimeter
- schwarze Streifenfärbung ab dem Kopf
- Staatengröße von 3.000 bis 4.000 Tieren
Bei den Wespenköniginnen ist der Rumpf also optisch deutlich mehr vom Hinterleib abgesetzt und sie weisen ein gleichmäßigeres Streifenmuster auf. Allerdings lässt sich das meist nur dann erkennen, wenn sich die Insekten lange genug in Ruhe befinden.
Ein weiterer Hinweis kann sein, dass sich die Wespen häufiger an Blüten oder auch am Esstisch im Freien finden. Sie ernähren sich hauptsächlich von pflanzlichen Quellen, wie beispielsweise :
- Baumsäfte
- Nektar
- Pollen
Wenn sie den Nachwuchs versorgen, gehen sie hingegen zu proteinreichem und stark zuckerhaltigem Futter über. Daher kann Marmelade und Kuchen auf sie ebenso anziehend wirken wie beispielsweise Schinken.
Nester
Die Wespenkönigin und die der Hornissen fliegen abhängig von den Temperaturen zwischen Ende April und Anfang Juni aus ihrem Winterquartier und beginnen damit, ein Nest für das gesamte Volk zu bauen. Hierzu verwenden sie unter anderem Holz, das sie von Baumrinde, Bäumen, morschem Holz oder Baumaterial abschaben. Auch Papier und Pappe werden genutzt.
Zusammen mit Speichel werden die Holzfasern verklebt und das Nest wird verstärkt und erweitert, bis die Königin die ersten Eier abgelegt hat. Im Anschluss wird diese Aufgabe von den geschlüpften Arbeiterinnen übernommen. Die vollständige Größe ist also erst im August oder sogar im September erreicht.
Wespennest
- runde Form
- Ausmaße etwa eines Medizinballs
- im Boden oder anderen dunklen, geschützten Orten
- Nester oft schwer zu entdecken
Hornissennest
- längliche Form
- bis zu 60 cm
- Bäume als Basis
- auch Dachstühle oder an Hauswänden
Zeitpunkt
Aufgrund des Nestbaus und der Fortpflanzung sind die Hornissenkönigin und die Wespenkönigin lediglich zwischen April und Juni aktiv. Danach besteht ihre Hauptaufgabe daraus, Eier abzulegen. Die Arbeiterinnen kümmern sich ab diesem Zeitpunkt um Nest und Versorgung. Sichten Sie eine vermeintliche Wespenkönigin im Juli oder August, handelt es sich dabei also sehr wahrscheinlich um eine Hornisse.
Häufig gestellte Fragen
Nein, ebenso wie ein Hornissennest darf es nicht einfach entfernt werden. Ausnahmen gibt es jedoch, wenn es eine Gefahr darstellt. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn sich das Nest im Haus oder in stark frequentierten Bereichen befindet. Für das Umsetzen oder Entfernen sollte fachkundige Hilfe gesucht werden.
Nein, solange Sie nicht direkt bedroht werden, zeigen sich die Tiere ausgesprochen friedfertig. Sie werden unter anderem auch aus diesem Grund seltener gesichtet als Wespen.
Vor allem Hornissen ernähren sich zu einem großen Teil von schädlichen Insekten. Sie helfen daher dabei, Pflanzen zu schützen und ein natürliches Gleichgewicht beizubehalten.
Lediglich eine junge Königin begibt sich in den Winterschlaf. Der Rest des Staates lebt nur für ein Jahr beziehungsweise für eine Saison und stirbt im Herbst. Die Überwinterung findet nicht im Nest statt. Die Tiere suchen sich ein anderes Quartier.
Nein, denn sie können einen abschreckenden Effekt haben und werden in der Regel nur einmal bewohnt. Es ist also weder notwendig noch förderlich sie zu entfernen.