Baum mit Essig absterben lassen

Bäume gelten häufig als Prachtstücke eines jeden Gartens. Aber nicht immer stehen sie am rechten Fleck oder gefallen tatsächlich auf Dauer. Ist es erlaubt, einen Baum mit Essig „schonend“ absterben zu lassen?

Auf den Punkt gebracht

  • Bäume mit Essigsäure absterben zu lassen ist möglich
  • langwieriger Prozess mit ungewissem Ausgang
  • Essigessenz schädigt neben dem Baum selbst auch den Boden mitsamt allen Bewohnern
  • unabhängig von der Methode dürfen Bäume nur unter bestimmten Voraussetzungen entfernt werden
  • nicht grundsätzlich verboten, aber vorher über lokale gesetzliche Bestimmungen informieren

Baum mit Essig abtöten

Vor der Frage nach der Zulässigkeit stellt sich häufig die viel grundsätzlichere Frage, wie das Abtöten von Bäumen durch Essigessenz überhaupt von statten geht. Im Wurzelbereich auf das Erdreich gegossen, wird die Substanz über die Wurzeln aufgenommen und bewirkt innerhalb des Organismus‘ folgendes:

  • Senkung des pH-Wertes
  • Veränderung des osmotischen Drucks in den Zellen
  • Störung von Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Austrocknen und Absterben von Zellen, Blättern, Trieben und letztlich dem gesamten Baum

Hinweis: Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Geringe Veränderungen des pH-Wertes kommen auch in der Natur immer wieder vor und werden von kräftigen Bäumen problemlos verkraftet.

Essig-Anwendung erlaubt?

Auch wenn Sie sich der Frage zuwenden, ob das Absterben lassen durch Essigsäure erlaubt oder verboten ist, werden sie in vielen Fällen zu einem Punkt kommen, an dem die Wahl der Methode zunächst unerheblich ist. Stattdessen greifen auch bei Essig Sachverhalte, die beispielsweise folgendermaßen festgesetzt sind:

  • kommunale Baumschutzsatzungen mit Fällverboten ab bestimmten Stammdurchmessern
  • naturschutzrechtliche Verbote zum Fällen bewohnter Bäume
  • Verbote zu Fällzeiten
  • Fällverbote in Naturschutzgebieten, Vogelschutzgebieten oder Naturdenkmälern
Unkraut mit Essig bekämpfen
Obwohl oft als Hausmittel zur Unkrautbekämpfung empfohlen, sollte man aufgrund der umweltschädlichen Nebenwirkungen auch dort lieber auf den Einsatz von Essig verzichten.

Außerdem können spezielle Verbote für die Anwendung von Essigessenz bestehen, insbesondere, wenn dabei

  • hochwertige Böden übersäuert und zerstört werden
  • geschützte Tiere oder Pflanzen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass der Einsatz von Essig zwar nicht grundsätzlich verboten ist, um Bäume absterben zu lassen. Allerdings erfüllt man durch Anwendung dieser vermeintlich schonenden Variante noch viel schneller Verbotstatbestände, als es beim schon alleinigen Fällen der Fall wäre.

Häufig gestellte Fragen

Welchen Vorteil hat das Absterben lassen gegenüber dem Fällen?

Für Sie als Nutzer gibt es letztlich keinen Grund, der den Einsatz von abtötenden Substanzen gegenüber dem Fällen klar vorteilhaft erscheinen lässt. Im Gegenteil. Durch den langwierigen Prozess mit teils ungewissem Ausgang ist der Erfolg fraglich, wohingegen beim Fällen sofort ein Resultat vorhanden ist. Da auch dieser Schritt nur außerhalb der Brutzeiten etc. erlaubt ist, erscheint das häufige Argument pro Abtöten – die Zeit für Bewohner zu entkommen – ebenfalls lediglich schwach tragfähig.

Ist erkennbar, ob ein Baum durch Einsatz von Essig gestorben ist?

Unmittelbar am eigentlichen Baum lässt sich kaum feststellen, warum die Versorgung der Pflanze ursächlich gestört war. Da beim Gießen aber auch immer Rasen, umgebende Pflanzen und sogar Bodenbewohner im Wurzelbereich mit in Mitleidenschaft gezogen werden, lässt sich der Einsatz einer Säure sehr wohl erkennen. Da nur der unmittelbare Gießbereich betroffen ist, liegt ein absichtliches Handeln nahe.

Wie sicher ist die Verwendung von Essigsäure?

Wenn Sie auf Essigessenz zurückgreifen, um Bäume absterben zu lassen, ist der Erfolg ungewiss. Denn verschiedene Baumarten kommen sehr gut mit sauren Böden zu Recht. Außerdem tritt durch Bodenfeuchte und Regen eine starke Verdünnung auf, so dass viele Pflanzen zwar geschwächt, aber nicht dauerhaft geschädigt werden.