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Dachs im Garten: so reagieren Sie richtig

Dachs im Garten: so reagieren Sie richtig

Immer häufiger werden Wildtiere im eigenen Garten gesichtet. Auch der Dachs besucht uns Menschen gerne. Was ihn anzieht und wie er schonend vertrieben werden kann, erklärt der folgende Beitrag.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • gesunde Dachse sind in der Regel nur nachts aktiv
  • ein Dachsbau kann große Ausmaße annehmen und Beete zerstören
  • mit Gerüchen von verschiedenen Gewürzen sanft vertreiben
  • Kompost abdecken da Geruch den Dachs in den Garten zieht
  • sanfte Methoden dem Tod der Tiere vorziehen um die Natur zu schützen

Dachs erkennen

Ob es sich wirklich um einen Dachs im Garten handelt oder hier ein anderes Wildtier wie zum Beispiel ein Waschbär oder ein Fuchs sein Unwesen treibt, kann schnell über die angerichteten Schäden festgestellt werden:

  • aufgewühlte Erde an vielen Stellen in den Beeten und auf Wiese
  • Löcher sind etwa fünf bis zehn Zentimeter tief
  • herumliegender Müll aus der eigenen Mülltonne
  • hier war ein Dachs auf Nahrungssuche
  • Kratzspuren an Bäumen
  • Dachse schärfen ihre Krallen
  • durch die großen Krallen sind Spuren sehr markant und leicht zu erkennen
  • einfache Bestimmung über den hinterlassenen Kot
Dachs kratzt am Baum

Vor allem Stein- oder Fliesenböden können bei der Überwinterung problematisch werden, wenn sie zu stark abkühlen. Stellen Sie den Topf auf eine Styroporplatte oder ein Holzbrett, um starke Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Tierkot bestimmen

Dachse sind tatsächlich sehr reinige Tiere, die weder in ihren Bau noch direkt in den Garten koten. Der Kot ähnelt dem von Waschbären, Hunden oder Füchsen. Allerdings koten die Dachse nie auf eine glatte Fläche oder mitten auf eine Wiese, wie dies bei den Hunden oder Füchsen der Fall ist:

  • Tiere nutzen sogenannte Kot-Latrinen
  • kleines, flaches längliches Loch
  • Latrinen werden vom Dachs gescharrt
  • in der Nähe von Bäumen und Sträuchern
  • auch neben den Eingängen zum eigenen Dachsbau
  • auch andere Marderarten scharren Latrinen
  • Kot vom Dachs enthält jedoch sichtbare Spuren
  • Obststeine, Samen oder Kleintierreste
  • Form ist wurstförmig und zylindrisch
Dachskot

Da der Kot für uns Menschen gefährlich ist, sollten Sie diesen nur mit Handschuhen und einer Maske untersuchen, um die Ausdünstungen nicht einzuatmen. Denn der Kot enthält Bakterien, Pilze oder Parasiten und sollte daher auch immer gut verschlossen im Restemüll landen.

Sanfte Methoden zum Vertreiben

Auch wenn es zwischen August und Oktober erlaubt ist, Dachse zu jagen, so ist eine sanfte Methode immer besser, die Tiere aus dem eigenen Garten zu vertreiben. Denn die Tiere kommen nur aus ihrem Bau heraus, um sich auf Nahrungssuche zu begeben und wollen uns Menschen gar nicht zu nah kommen.

So kann dem Dachs das Leben im Garten so unangenehm wie möglich gemacht werden:

  • laut klingendes Windspiel aufhängen
  • zusätzlich viel Lärm und Krach im Garten machen
  • CD für Spiegelungen in Bäumen aufhängen
  • Kompost immer abdecken
  • Mülltonnen im Garten gut verschließen
  • Garten sollte stark nach Gewürzen riechen
  • Knoblauch, Curry, Chilli und Pfeffer
  • direkt vor die Eingänge des Dachsbaus legen
  • Hunde- oder Katzenkot ebenfalls direkt vor die Eingänge legen
  • auch Tierhaare sollen helfen

Wenn Sie kein Haustier haben und sich auch von Bekannten keine Haare oder Kot besorgen können, dann können Sie es auch mit Ihrem eigenen Urin versuchen. Denn auch diesen Geruch mögen die Dachse nicht und fühlen sich gestört.

Dachsbau zuschütten

Wurden die Eingänge zu einem Dachsbau im Garten erkannt ist die erste Reaktion hier vielleicht, diese zu zuschütten. Doch dies ist keine gute Maßnahme, um den Dachs zu vertreiben. Denn er kann sich schnell an anderer Stelle wieder ausgraben und erweitert so seinen Bau unterirdisch noch.

  • Dachs erst vertreiben
  • meist wohnt eine ganze Familie im Bau
  • erst wenn alle Tiere ausgezogen sind Bau zuschütten
  • hierbei den gesamten Bau mit Erde ausfüllen
  • sonst kann das Gelände absacken
Dachsbau

Ein Dachs wird immer einen ruhigen Garten bevorzugen. Haben Sie Kinder die im Garten auf der Wiese spielen oder sitzen Sie gerne Abends noch lange mit mehreren Personen auf Ihrer Terrasse, dann wird bei Ihnen im Garten mit großer Wahrscheinlichkeit kein Dachs einziehen da es ihm schlichtweg zu laut ist.

Aus Garten fernhalten

Einen Dachs und später auch seine gesamte Familie aus dem eigenen Garten fernzuhalten ist nicht so einfach. Denn die Tiere haben viele Gründe, warum sie sich gerade im Bereich des Gartens niederlassen. Sie bevorzugen dabei auch gerade solche Umgebungen mit fester Erde, heckenreiche Bereiche sowie Laub- oder Mischwälder.

Liegt der Garten in einem solchen Gebiet, dann gibt es Vorsichtsmaßnahmen, um die Tiere nicht anzulocken:

  • Futterquellen so gut wie möglich minimieren
  • kein Tierfutter im Gartenbereich stehen lassen
  • keine Lebensmittelreste auf den Kompost
  • Fallobst zeitig aufheben
  • Löcher im Zaun schließen
  • bei Hühnerhaltung Stall und Freilauf gut schützen
  • Dachs wird von Hühnerfutter angezogen
  • und von den Eiern
Pfoten Abdurck eines Dachs
Quelle: Ivan Medenica, Meles meles, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Natürlich gibt es auch Futterquellen für den Dachs, auf die Sie keinen Einfluss haben. Denn die Tiere fressen Insekten und so kann es vorkommen, dass ein Dachs ein ganzes Wespennest verspeist, das sich im Garten in einer Ecke befunden hat und er so angelockt wurde.

Fragen rund um den Dachs

Ist ein Dachs im Garten gefährlich?

Der Dachs gehört zur Gattung der Marder und ist nachtaktiv. Er ist überwiegend Vegetarier und frisst gerne Obst, Beeren, Pilze, Samen und Wurzeln. Daher kann er für den Garten durchaus gefährlich werden. Aber auch Schnecken, Mäuse, Regenwürmer und Insekten stehen ab und zu auf seinem Speiseplan, was wiederum gut für uns Menschen ist. Ist der Dachs gesund, dann lebt er zurückgezogen und sucht keinen Kontakt und keine Konfrontation zu uns Menschen und ist daher als Tier völlig ungefährlich wenn er sich nicht angegriffen fühlt. 

Wo ist der Dachs am Tag zu finden?

Da er nur nachts unterwegs ist, schläft er am Tag in seinem selbstgegrabenen Bau. Aus diesem Grund ist es auch in der Regel nicht möglich, das  scheue Tier überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Wenn alle schlafen und er sich allein fühlt, kommt der Dachs zur Nahrungssuche aus seinem Bau. 

Wie groß ist ein Dachsbau?

Der Dachsbau kann tatsächlich sehr große Ausmaße annehmen. Mit ihren langen Klauen an den Vorderpfoten können die Tiere schnell und tief buddeln und graben. Sie legen so für sich und ihre Familie einen unterirdischen Bau an, der bis zu fünf Meter tief gehen kann. Hinzu kommen verschiedene Eingänge sowie ein weit verzweigtes System von verschiedenen Tunneln und weiteren Höhlen. Innerhalb von einigen Monaten kann ein Dachs einen ganzen Garten untergraben.

Hilft ein Marderschreck aus dem Handel auch gegen Dachse?

Ein Marderschreck vertreibt Tiere mit Lichtblitzen und Ultraschall und reagiert über einen Bewegungsmelder. Daher werden nicht nur Dachse oder Marder aus dem Garten vertrieben. Auch auf Katzen oder andere Kleintiere reagiert der Bewegungsmelder und vertreibt diese ebenso.

Welche Gebiete meidet ein Dachs?

Leben Sie in einem Gebiet mit steinigen oder sandigen Böden, in der Nähe von Wasser oder in einer Umgebung mit hohem Grundwasser, dann haben Sie keinen Dachs im Garten zu befürchten, da die Tiere sich in solchen Umgebungen für gewöhnlich nicht aufhalten. Denn die Tiere haben hier keine Möglichkeit, Ihren Dachsbau anzulegen.

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