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Erdwespen: Erdwespennest entfernen | Wespen in der Erde vertreiben

Wespe

Erdwespen sind keine eigene Wespenart, sondern die umgangssprachliche Bezeichnung für Wespenarten, die ihre Nester auch unter der Erde bauen. Dazu zählen u.a. die Deutsche und die Gemeine Wespe, die wiederum zur Gattung der Kurzkopfwespen gehören. Mit ihnen hat sicher schon jeder Bekanntschaft gemacht. Bevor man etwas gegen sie unternimmt, sollte man sichergehen, dass es sich tatsächlich um diese Wespenarten handelt, denn auch Bienen leben teilweise in der Erde.

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Erdwespen erkennen

Erdwespen sind sehr anpassungsfähig und bevorzugen als Unterschlupf und zum Nestbau dunkle höhlenartige Standorte, z.B. ein leer stehendes Erdloch, verlassene Maulwurfs- oder Mäusehöhlen aber auch Rollladenkästen. Ein Erdwespennest hat wesentlich größere und weniger Eingänge als ein Bienennest. Häufig hat es sogar nur ein einziges Einflugloch.

  • Erdwespen unterscheiden sich deutlich von Bienen
  • Wespen sind intensiv gelb-schwarz gefärbt, Behaarung fehlt
  • Verjüngung in der Körpermitte
  • Bienen eher bräunlich-schwarz
  • Erdwespen bis zu zwei Zentimeter lang
  • Beide Wespenarten nisten auch unter der Erde
  • Verteidigen ihr Nest sehr aggressiv
  • Gemeine und Deutsche Wespe im Hoch- und Spätsommer am aktivsten
  • Gemeine Wespe, die hierzulande am häufigsten vorkommende Wespenart
  • Im September nimmt Wespenpopulation im Erdwespennest ab
  • Mit den ersten Nachtfrösten im Oktober bricht sie zusammen
Wespe an einem Ast

Erdwespennest finden und sichern

Ein Erdwespennest ist oft nur schwer auszumachen. Deshalb ist es ratsam, sobald es warm wird, Ausschau nach ihnen zu halten. Etwa ab Juni ist es offensichtlich, wo sich Erdwespen angesiedelt bzw. eingenistet haben. Ihre Nester haben jetzt eine entsprechende Größe erreicht und man sieht, wie sie um die betreffenden Stellen herumschwirren. Ist man jetzt barfuß im Garten unterwegs und tritt versehentlich auf das Erdloch, kann das sehr schmerzhaft werden.

Hat man das Nest zweifelsfrei ausgemacht, ist es ratsam, das Erdloch zu sichern. Dazu markiert man die Stelle beispielsweise mit einer Holzumrahmung, die man in Abständen von etwa 3-4 Metern zum Nest aufstellt oder einem umgestülpten, grobmaschigen Drahtkorb. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Lage des Nestes sichtbar zu machen und kleine Kinder fernzuhalten. Erdwespennester in einer Rasenfläche kann man mit einer Fahne markieren und im Umkreis von 2 m Warnbänder spannen. Das verhindert, dass man diesen Bereich mit dem Rasenmäher befährt. So ist die Gefahr gebannt und das Nest kann ein Fachmann zu gegebener Zeit entfernen.

Befindet sich das Erdwespennest in einem Bereich, an dem man sich gar nicht oder nur selten aufhält, kann man es durchaus dort belassen. Im Winter sterben die Wespen ab. Die Königin überlebt, kehrt aber im nächsten Jahr nicht wieder in dasselbe Nest bzw. Erdloch zurück, sodass es bei Bedarf gefahrlos entfernt werden kann.

Erdwespennest entfernen

Normalerweise ist es kaum möglich, Erdwespen dazu zu bewegen, ihr Nest freiwillig aufzugeben. Möchte man das Nest entfernen, geht das nicht ohne Genehmigung, denn Wespen und ihre Nester stehen unter Naturschutz. Es muss ein triftiger Grund vorliegen. Eine Genehmigung kann bei der Naturschutzbehörde oder der jeweiligen Stadtverwaltung beantragt werden. Liegt die Genehmigung vor, kann man das Erdwespennest auch eigenhändig entfernen, was aber nicht ungefährlich ist und wobei man einige Dinge beachten sollte.

Erdwespennest
  • Zunächst den Bereich im Umkreis von 3-4 m zum Nest absperren
  • Widerstandsfähige Schutzkleidung tragen
  • Den ganzen Körper und insbesondere Kopf und Hals schützen
  • Sämtliche Körperöffnungen müssen verschlossen sein
  • Hosenbeine und Ärmel mit Klebeband verschließen
  • Erdwespen vor dem Entfernen des Nestes abtöten, beispielsweise mit Wespenschaum
  • Wespenschaum schließt die Wespen ein und tötet sie ab
  • Anwendung ausschließlich früh morgens oder spät abends
  • Tiere sind dann am wenigsten aktiv
  • Bei mehreren Einfluglöchern, bis auf eines, alle anderen abdecken
  • In das Verbleibende den Schaum mittels eines Röhrchens einleiten
  • Etwa 5-20 Sekunden lang sprühen
  • Frühestens nach 1-2 Tagen das Nest entfernen

Dazu gräbt man die Erde im Bereich des Nestes vorsichtig um, sodass die Gänge und das Nest selbst einstürzen und mögliche Nachzügler vertrieben werden. Auch hierfür sollte unbedingt Schutzkleidung getragen werden, denn überlebende Tiere werden auf jeden Fall angreifen. Ist das Nest entfernt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Gefahr gebannt ist, denn Duftstoffe des Schwarms, die in der Erde zurückbleiben, signalisieren anderen Wespen, dass dort ein attraktiver Nistplatz ist.

Tipp: Beim Entfernen von Erdnestern sollte man sehr vorsichtig vorgehen, denn diese Schwarmtiere reagieren äußerst aggressiv und könnten sich auf den menschlichen Angreifer stürzen. Wer also eigenhändig ein Erdwespennest entfernen möchte, sollte sich das Ganze gründlich überlegen.

Wespen in der Erde vertreiben

Einflugloch verlegen

Erdwespen bleiben nur ein Jahr an ein und demselben Ort und suchen sich nach dem Winter ein neues Quartier. Aufgrund dessen sollte man zunächst auf schonende Methoden zurückgreifen, um die Tiere zu vertreiben. Eine solche Methode ist das Verlegen des Einflugloches. Bei Unklarheiten und aus Sicherheitsgründen ist es immer sinnvoll, zuvor den Rat eines Experten einzuholen. Das Verlegen des Einflugloches ist neben dem Umsiedeln eine der wenigen humanen und nicht genehmigungspflichtigen Methoden Erdwespen loszuwerden.

Das Verlegen eines Einflugloches ist maximal bis zu einer Entfernung von 2 m möglich. Man benötigt dazu ein 2 m langes Stück von einem Abflussrohr sowie ein passendes Rohrstück im 90 Grad-Winkel. Diesen Winkel stülpt man morgens oder abends über das Einflugloch und steckt das 2 m lange Rohrstück so auf den Winkel, dass der neue Ausgang bzw. die Rohröffnung aus dem gefährdeten Bereich herausführt.

Nest ausräuchern

Das Ausräuchern ist eine relativ alte Methode Erdwespen in der Erde zu vertreiben. Dabei wurden vor dem Einflugloch Zweige und kleinere Äste angezündet und der Rauch in den Bau geleitet. Auch diese Methode ist nur mit Genehmigung, und wenn ein triftiger Grund vorliegt, erlaubt und muss nicht zwingend von einem Fachmann vorgenommen werden.

Trotz allem ist das Ganze nicht ungefährlich und in den Händen von Profis immer sicherer. Erdwespen reagieren auf den Rauch sehr aggressiv und meist reicht ein einmaliges Einräuchern nicht aus. Darüber hinaus werden die Wespen dabei nicht vertrieben, sondern verenden sehr qualvoll, was allein schon Grund genug ist, auf diese Methode zu verzichten.

Bau und Eingänge fluten

Ähnlich wie beim Ausräuchern sollte auch das Fluten der Gänge bzw. des Nests nur mit Genehmigung erfolgen und nur wenn davon eine konkrete Gefahr, beispielsweise für spielende Kinder ausgeht. Wurde dem Antrag stattgegeben, benötigt man wieder eine entsprechende Schutzausrüstung.

Aufgrund der verminderten Aktivität im Bau sind die frühen Morgenstunden oder der späte Abend wieder bestens für diese Arbeiten geeignet. Man leitet mit Zucker versetztes Wasser in den Bau. Der Zucker im Wasser soll die Flügel der Wespen verkleben, sodass sie nicht herausfliegen können. Das Ganze muss meist mehrmals wiederholt werden. Eine wirklich schonende Methode für die Tiere ist das aber auch nicht.

Tipp: Um Wespen zu vertreiben, kann es manchmal schon ausreichen, den Bereich um den Bau oder das Erdloch herum, großflächig umzugraben, natürlich mit entsprechender Schutzkleidung. Durch die intensive Bodenbearbeitung werden die unterirdischen Gänge der Tiere zerstört und die Wespen gezwungen, sich einen neuen Unterschlupf zu suchen.

Mit Wespenspray

Auch Insektizide wie das Wespenspray dürfen nur mit entsprechender Genehmigung gegen Wespen eingesetzt werden. Diese Sprays enthalten Gift, welches auf das Nervensystem der Tiere wirkt und sie abtötet. Der einzige Grund, der den Einsatz derartiger Insektizide rechtfertigt, ist das Vorliegen einer konkreten Bedrohung, die von den Wespen ausgeht. Auch wenn eine Genehmigung vorliegt, ist das Ganze nicht ungefährlich.

  • Mit dem Spray so nahe wie möglich an das Nest oder Erdloch heran
  • Anwendung frühmorgens oder spät abends, wenn nahezu alle Tiere im Nest sind
  • Schutzkleidung nicht vergessen
  • Insektizid zuerst außen auf das Einflugloch sprühen
  • Dann mittels ca. 20 cm langem Röhrchen direkt in den Bau sprühen
  • Sprühdauer etwa 10 Sekunden

Ein ein-bis zweimaliger Einsatz reicht in den meisten Fällen aus, um alle im Bau befindlichen Tiere abzutöten. Je konzentrierter das Spray eingeleitet wird, desto schneller tritt die Wirkung ein. Für eine Anwendung in 2-3 m Entfernung zum Nest sind diese Sprays nicht geeignet.

Wespe

Erdwespennest umsiedeln

Beim Umsiedeln wird das Nest nicht zerstört, sondern an einen anderen, sicheren Ort umgesetzt. Ein Erdwespennest umzusetzen ist nur dann sinnvoll, wenn es sich an einer ungünstigen Stelle befindet. Ansonsten macht es keinen Sinn, da die Wespen ohnehin nur eine Saison leben. Lässt es sich dennoch nicht vermeiden, sollte das ein Fachmann übernehmen. Der versetzt die Tiere meist mittels eines tierverträglichen Beruhigungsmittels in eine Art Dämmerschlaf, sodass das Nest ohne größere Gefahr aus der Erde gehoben und an einem weit entfernten Ort platziert werden kann.

Tipp: Ein Erdwespennest umsiedeln sollte man von Anfang Juni bis spätestens Mitte Juli, denn ab Juli wächst das Wespenvolk rasant an.

Einer Ansiedlung vorbeugen

Teilweise kann man einer Ansiedlung von Erdwespen an bestimmten Bereichen ein Stück weit entgegenwirken. So kann man versuchen, sie durch den Anbau duftintensiver Pflanzen von bestimmten Bereichen fernzuhalten. Intensive Gerüche mögen diese Tiere nicht, was man sich zunutze machen kann.

Dort wo stark riechende Pflanzen wie Lavendel, Basilikum, Minze, Thymian aber auch Tomaten und Knoblauch angebaut werden, siedeln sie sich seltener oder gar nicht an. Bei all den Mitteln und Möglichkeiten, Erdwespen zu vertreiben oder zu bekämpfen, sollte man nicht vergessen, dass auch diese Tiere nützlich und schützenswert sind und ihr ökologischer Nutzen die vermeintlichen Schäden überwiegt.

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