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Gelbe Flechten an Bäumen und Sträuchern: was tun?

Gelbe Flechten an Bäumen und Sträuchern: was tun?

Wenn sich an Bäumen oder Sträuchern gelbe Flechten bilden, dann stellt sich hier die Frage, ob diese für das Gewächs schädlich sind oder nicht. Gerade auf den Rinden von alten Obstbäumen werden die gelben und auch grauen Stellen bemerkt.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • gelbe Flechten erscheinen auf manchen Rinden auch grau
  • keine Pflanzen, sondern eine sich auf Rinden von Bäumen und Sträuchern bildende Symbiose aus Algen und Pilzen
  • Flechten entziehen den Gehölzen keine Nährstoffe, sondern nutzen sie nur als Wuchshilfe
  • nicht die Flechten sind schädlich, sondern die sich oftmals darin festsetzenden Baumschädlinge
  • schwache Bäume durch Rückschnitt stärken, bei älteren Gewächsen Flechten manuell entfernen, Hausmittel aus kochendem Wasser und Natron hilft

Kein Parasit

Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina)
Die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina) ist wohl die weitverbreitetste gelbe Flechten-Art.

Bei den gelben Flechten handelt es sich nicht um einen Parasit, der die Stämme und Zweige von Bäumen und Sträuchern befällt. Weder die Bäume noch die Sträucher werden hiervon geschwächt, wenn sie sich in einem gutem Zustand befinden:

  • Flechten keine Schädlinge
  • weisen stattdessen auf besonders saubere Luft im Garten hin
  • richten in der Regel keinen Schaden an
  • entziehen Gewächsen keine Nährstoffe
  • nehmen Nährstoffe und Wasser aus der Luft auf
  • Lebensgemeinschaft aus Algen und Pilzen
  • nutzen Äste und Stämme nur als Lebensraum
  • etwa 2000 verschiedene Arten von Flechten
  • meist auf Apfel, Esche oder Pappel

Mehr über Flechten

Hinweis: Bei den Flechten handelt es sich um eine sehr alte Lebensform, die in Einzelfällen sogar bis zu tausend Jahre alt werden kann.

Schwache Gewächse zurückschneiden

Sind die Bäume oder Sträucher im Garten nicht mehr vital, sondern geschwächt, können die Flechten hier leider doch einen Schaden anrichten. In einem solchen Fall bleiben sie nicht nur auf den Ästen, sondern überwuchern zum Beispiel auch die gebildeten Knospen. Hier kann ein Verjüngungsschnitt helfen, weil in der Regel die alten Äste befallen werden:

  • an Bäumen alle alten Äste aus Krone entfernen
  • an Sträuchern alte Äste direkt am Boden kappen
  • danach düngen
  • so Neuaustrieb anregen
  • stärkt gegen Neubildung von Flechten
Flechten und Moos an Baum
Flechten und Moos an Baum

Hinweis: Bildet sich zusätzlich Moos auf einer Baumrinde, dann haben die Flechten in der Regel keine Chance mehr, weiter zu wachsen und zu überleben, sondern werden hierunter ersticken.

Flechten entfernen

Bei älteren und geschwächten Gewächsen bietet es sich auch an, gelbe Flechten zu entfernen. Denn schnell können sich hier verschiedene Schädlinge einnisten, die die Bäume dann schädigen. Hierzu gehören Apfelwickler oder Frostspanner im Winter:

  • Borke, die sich bereits löst, mit Flechten abziehen
  • bei festsitzender Rinde die Flechten mit Messer abkratzen
  • Borke hierbei nicht einschneiden oder verletzen
  • bei festsitzenden Flechten mit Obst- oder Weinessig einsprühen
  • danach mit Bürste abbürsten

Hausmittel zur Entfernung

Es gibt zudem ein einfaches Hausmittel, das gegen den Flechtenbefall eingesetzt werden kann:

Natron gegen Flechten
Ein Gemisch aus Natron (Bild) und heißem Wasser hat sich zum Entfernen gelber Flechten von Bäumen und Sträuchern bewährt.
  • 10 Liter Wasser aufkochen
  • etwa 20 Gramm reines Natron zufügen
  • im kochenden Wasser auflösen lassen
  • abkühlen lassen
  • in Sprühflasche umfüllen
  • Flechten hiermit einsprühen
  • mehrmals am Tag wiederholen
  • sterben ab

Tipp: Wenn Sie das Hausmittel nutzen, dann müssen Sie hierbei nichts weiter tun, da die Flechten auf diese Weise keine Kraft mehr finden, Nährstoffe und Wasser aus der Luft zu ziehen und somit schnell absterben. Die abgestorbenen Partikel können Sie vorsichtig mit einer Bürste entfernen.

Natron ist ein echter Tausendsassa im Garten. So findet es im Garten außerdem Anwendung:

Häufig gestellte Fragen

Verschwinden die Gelben Flechten wieder von selbst?

Es kann durchaus sein, dass die Flechten auch von selbst wieder absterben. Dies kann an einer schlechten Luft mit vielen Schadstoffen liegen. Auch wenn der symbiotische Pilz einen anderen Stärkegeber als die Algen findet, zieht er sich zurück. Die Algen selbst sterben ab. Danach sind die vormals betroffenen Bäume und Sträucher wieder flechtenfrei.

Ich habe gehört, dass die Flechten auch verschiedenen Tieren Nahrung bieten?

Ja, das ist richtig, bezieht sich in der Regel allerdings auf die befallenen Bäume im Wald. Denn hier ernähren sich sowohl Waschbären, Murmeltiere oder Rentiere von den hier befindlichen sogenannten Rentierflechten, die mit den gelben Flechten aus dem Garten allerdings nicht zu vergleichen sind.

Ist die gelbe Flechte giftig?

Gelbe Flechten an den Bäumen und Sträuchern im Garten sind in der Regel ungiftig. Dennoch kann es zu einer Kontaktallergie bei empfindlichen Menschen kommen. Hierbei kann es zu leichten Hautreizungen oder auch einer Verschlechterung des Atmens bei Asthma-Patienten kommen.

Mein Apfelbaum ist von Flechten befallen, wirkt sich das auf den Ertrag aus?

In der Regel haben gelbe Flechten an Stamm und Ästen keine Einwirkung auf den Ernte-Ertrag. Denn sie befallen nicht die Früchte, diese bleiben weiterhin genießbar. Die Flechten können aufgrund der glatten Struktur nicht an den Früchten anhaften.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.
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