Gurkenkrankheiten von A-Z: 13 häufige Krankheiten an Gurken

Die beliebten Gurken sind erste Wahl für den eigenen Anbau. Schnell entwickeln sie eine Flut grüner Blätter, gelbe Blüten folgen und gleich darauf kleine Gürkchen, denen man beim Wachsen förmlich zusehen kann. Zufriedene Exemplare liefern laufend neuen Nachschub. Bis etwas nicht stimmig ist. Mit der Ernte geht es dann genauso bergab wie mit der ganzen Pflanze. Es sei denn, schnelle Hilfe naht und befreit sie aus dem Griff der Krankheit.

Gurkenkrankheiten

Auch die beliebten Gurken bleiben nicht von Krankheiten verschont. Die häufigsten Krankheiten und ihre Schadbilder stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Welkeerkrankungen

In privaten Gärten sind häufig Gurkenkrankheiten anzutreffen, die als Welke bezeichnet werden. Die Namensgebung ist dem Krankheitsverlauf geschuldet, der mit dem Welken einzelner Pflanzenteile oder der ganzen Gurkenpflanze einhergeht. Die Ursachen für die Verbreitung dieser Krankheiten sind zumeist in ungünstigen Anbaubedingungen zu suchen. Nachfolgend eine kleine Übersicht der für Gurken typischen Welken.

Gurkenwelke

Gurkenwelke wird von einem Fusariumpilz ausgelöst. Diese Pilzerkrankung ist an einem Schadbild mit folgenden Merkmalen zu erkennen:

  • zuerst welken die Gurkenpflanzen tagsüber
  • in der Nacht erholen sich die Blätter wieder
  • sie vergilben und nach ein paar Tagen vertrocknen sie ganz
  • am Stängelgrund kann ein rosafarbenes Pilzgeflecht auftreten
  • die Wurzeln weisen braune Färbung auf und verrotten

grüne Gurken an Gurkenpflanzen im Gewächshaus

Schwarze Wurzelfäule

Sie ist eine weitere Pilzerkrankung, die insbesondere die Wurzeln der Gurkenpflanze angreift. Die schwarze Verfärbung, die dabei auftritt, hat der Krankheit den Namen gegeben.

  • Stängelbasis wird morsch
  • Wurzeln nehmen eine Schwarzfärbung an
  • verrotten dann mit der Zeit
  • es bilden sich neue, sogenannte Adventivwurzeln
  • die unteren Blätter vergilben und sterben dann ab

Sklerotinia-Stängelfäule

Wird auch kurz Sklerotiniawelke genannt. Sie befällt vordergründig die Stängelbasis, kann aber auch auf die Gurkenfrüchte übergreifen.

  • watteartiges Pilzgeflecht an der Stängelbasis
  • darin sind 1 cm große, schwarze Fruchtkörper
  • befallene Früchte weisen ebenfalls Pilzgeflecht auf

Stängelgrundfäule

Sie befällt bevorzugt Gurkenpflanzen, die in einem Gewächshaus gedeihen. Folgende Krankheitsanzeichen sind typisch:

  • breitet sich bei warmem Wetter aus
  • befallene Gurkenpflanzen welken plötzlich
  • das Absterben folgt dann auch schnell
  • der Stängelgrund wird morsch und fault
  • dort ist auch ein grünliches Pilzgeflecht zu sehen

Verticillium-Welke

Diese Welke verbreitet sich bei niedrigen Luft- und Bodentemperaturen.

  • unteren Blätter sind zuerst betroffen
  • werden schlaff und braun
  • oft zeigen sich diese Merkmale nur einseitig
  • nachts findet häufig eine Erholung statt (wie bei Gurkenwelke)

Tipp: Wenn Sie einen Stängel durchschneiden, werden bei dieser Pilzerkrankung grau- bzw. braun gefärbte Gefäße sichtbar.

Maßnahmen bei Welkeerkrankungen

Die zuvor beschriebenen Krankheiten, die alle den Namen Welke tragen, können chemisch nicht bekämpft werden. Deswegen sind vorbeugende Maßnahmen wichtig, die zumeist auf die Optimierung der Anbaubedingungen zielen.

  • jährlicher Erdwechsel im Gewächshaus, mind. bis 25 cm tief
  • falls nicht möglich, Boden mit Humus versorgen
  • jährlicher Wechsel der Anbaufläche im Freiland
  • Gurkenpflanzen nicht mit kaltem Wasser gießen
  • im Herbst möglichst alle Wurzeln aus dem Boden entfernen
Gewächshausgurken
Gewächshausgurken

Wenn eine dieser Gurkenkrankheiten bereits ausgebrochen ist, sollten Sie ihre Ausbreitung bekämpfen bzw. eine Wiederholung im Folgejahr verhindern.

  • erkrankte Pflanzen sofort vor Ort in Müllsäcke packen
  • alle Reste einsammeln und vernichten
  • auf keinen Fall auf den Kompost geben

Tipp: Achten Sie bei der Sklerotiniawelke darauf, dass keine Fruchtkörper auf den Gartenboden fallen.

Andere Pilzkrankheiten

Die verschiedenen Welkeerkrankungen sind nicht die einzigen Pilzkrankheiten, die unsere geliebten Gurkenpflanzen im heimischen Garten bedrohen.

Anthraknose

Anthraknose ist auch unter dem Namen Brennfleckenkrankheit bekannt. Sie befällt die gesamte Gurkenpflanze.

  • Fruchtansätze schrumpfen und trocknen ein
  • Gurkenfrüchte bekommen Flecken
  • diese sind wässrig, dunkelgrau oder bräunlich
  • darin sind rötliche Pilzsporen zu erkennen
  • sie breiten sich aus und die Gurke vertrocknet
  • die Gurkenpflanze vertrocknet ebenfalls

Echter Mehltau

Echter Mehltau ist eine der häufigsten durch Pilz verursachten Gurkenkrankheiten, welche zudem gravierende Auswirkungen hat.

  • zuerst zeigen sich kleine Flecken mit weißem Pilzbelag
  • diese werden immer größer
  • schließlich ist das ganze Blatt mit einem Pilzrasen bedeckt
  • dieser wirkt wie verstreutes Mehl
  • die Blätter sterben darunter ab
  • befällt Freilandgurken und Gurken im Gewächshaus
Mehltau, hier an Zucchini-Blättern
Mehltau auf Zucchiniblättern

Maßnahmen

Diese Pilzerreger bevorzugen trockene und warme Tage. Sobald er eine Gurkenpflanze erobert hat, ist ihr nicht mehr zu helfen. Für den Anbau in privaten Gärten ist kein entsprechendes Fungizid zugelassen. Es gibt jedoch Gurkensorten, die gegen Mehltau resistent sind. Um eine Verbreitung zu vermeiden, müssen die befallenen Pflanzen selbstverständlich restlos und zeitnah entsorgt werden.

Falscher Mehltau

Auch Falscher Mehltau macht von Gurkenpflanzen nicht halt. Bei feuchtem aber gleichzeitig kühlem Wetter ist er sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus anzutreffen. Diese Krankheitsanzeichen sind an der Gurkenpflanze sichtbar:

  • zum Sommerbeginn tauchen Flecken an den Blättern auf
  • sie sind hellgrün oder gelblich bis braun
  • werden durch die Blattadern begrenzt
  • der Pilzrasen hat eine grauviolette Färbung
  • ist auf der Blattunterseite zu finden
  • innerhalb weniger Tage färbt sich das Blätterwerk gelb
  • junge Früchte verkümmern
  • zum Schluss stirbt die ganze Pflanze ab
Falscher Mehltau an Gurkenpflanze
Falscher Mehltau an Gurkenpflanze

Maßnahmen

Spritzungen einer Brühe aus Ackerschachtelhalm sind hilfreich beim Bekämpfen dieser Gurkenkrankheit. Sorgen Sie vorbeugend für genügend Abstand zwischen einzelnen Pflanzen. Auch im Gewächshaus ist auf eine gute Belüftung zu achten, damit Krankheiten erst gar keine Chance bekommen.

Grauschimmel

Der Pilzbelag, der sich bei Gurkenkrankheiten häufig bildet, ist hier von grauer Färbung. Die Sporen des Pilzerregers überleben lange im Gartenboden, wo sie auf günstige Bedingungen warten, um erneut zuzuschlagen. Feuchtes Wetter und Tau auf den Gurkenblättern sind ideal für sie.

  • Pilz breitet sich auf die ganze Pflanze aus
  • Stängel, Blätter und Fruchtansätze sind mit dickem Belag überzogen

Maßnahmen

Grauschimmel hat es besonders leicht bei Pflanzen, die bereits geschwächt sind. Achten Sie beim Gewächshaus darauf, dass die Luft stets gut zirkulieren kann. Die Feuchtigkeit sollte nicht unnötig erhöht werden, insbesondere sind Gurkenpflanzen bodennah zu gießen, damit deren Blätter nicht mit Wasser benetzt werden.

Viruserkrankungen

Viruskrankheiten verursachen zwar keinen Belag, sind aber für Gurkenpflanzen dennoch lebensbedrohend, wie die nachfolgenden Beschreibungen aufzeigen.

Gurkenblattflecken-Virus

Dieser Viruserreger ist ein Gewächshausbewohner.

  • junge Blätter bilden gelbgrüne Blattflecken
  • beginnend vom Blattrand
  • zentral ist ein brauner Punkt sichtbar
  • das Blattgewebe drum herum hat blasige Verwerfungen
  • keine Krankheitsanzeichen an Gurkenfrüchten

Maßnahmen

Die Bekämpfung dieser Viruserkrankung ist zurzeit nicht möglich. Eine erkrankte Gurkenpflanze sollte unverzüglich entsorgt werden.

Gurkenmosaik-Virus

Blattläuse betätigen sich hier als Virusüberträger. Das Wirken der Viruserreger ist an den Blättern und Früchten zu erkennen:

  • es bilden sich hellgrüne Flecken bzw. Kreise an Blättern
  • junge Blätter weisen Verformungen auf
  • es werden wenig Seitentriebe gebildet
  • auch Gurkenfrüchte werden fleckig
  • bei Temperaturschwankungen welkt die Pflanze
  • sie kann auch ganz absterben
Gurkenmosaik-Virus
Gurkenmosaik-Virus

Maßnahmen

Sobald Sie Blattläuse an Ihren Pflanzen entdecken, sollten Sie diese unverzüglich bekämpfen, damit eine Virusübertragung gar nicht erst stattfinden kann. Diese kann nämlich nicht direkt bekämpft werden, die kranke Gurkenpflanze muss sofort entsorgt werden. Selbstverständlich gehört diese nicht in den Kompost, sondern in den Müllbehälter. Das verwendete Werkzeug, so wie alles, was mit der erkrankten Pflanze in Berührung gekommen ist, muss zwingend desinfiziert werden, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Bakterielle Erkrankungen

Neben Pilzerregern und Viren sind Bakterien die Dritten im Bunde, die es auf unsere Gurkenpflanzen abgesehen haben. Meist lassen sie die Gurkenfrüchte faulen.

Bakterielle Weichfäule

Wasserspritzer übertragen die Bakterien auf die Gurkenpflanze. Diese finden Zugang über beschädigte bzw. angefressene Stellen der Gurkenfrüchte.

  • Gurken werden vom Blütenansatz her matschig
  • bereits junge Gurken werden befallen
  • erkrankte Gurken riechen faulig

Maßnahmen

Im Handel finden Sie kein zugelassenes Mittel, mit dem Sie dieses Virus bekämpfen können. Alle Früchte, die die zuvor beschriebenen Krankheitssymptome aufweisen, müssen von Ihnen möglichst schnell abgepflückt und vernichtet werden. Tragen Sie dabei Handschuhe bzw. waschen Sie danach die Hände, um evtl. haftende Keime zu entfernen.

Tipp: Dieser Virus mag auch Zucchini, Karotten sowie Zwiebeln. Wann immer Sie an einer dieser Gemüsesorten diesen Virus vermuten, sollten Sie die andern ebenfalls in Augenschein nehmen.

Eckige Blattfleckenkrankheit

Wenn bei hoher Luftfeuchtigkeit die Temperatur gleichzeitig über 24° C klettert, zeigen sich die Symptome dieser Gurkenkrankheit.

  • Blätter bekommen eckige Flecken
  • diese haben gelbe Färbung, die glasig wirkt
  • Flecken werden größer und braun
  • im letzten Stadium trocknen sie aus und fallen heraus
  • an Blattunterseiten kann sich Bakterienschleim befinden
  • Gurken bekommen matschige, dunkle Flecken
  • darin ist mittig ein weißer Punkt

Maßnahmen

Als vorbeugende Maßnahme sollte auf ein gesundes Saatgut geachtet werden, da der Bakterienerreger über nicht einwandfreie Samen angeschleppt werden kann. Stöbern Sie im Internet auch nach resistenten Gurkensorten. Erkrankte Pflanzen müssen entsorgt werden und in diesem Beet für drei Jahre keinerlei Kürbisgewächse angebaut werden, da sie alle von diesem Bakterium bedroht sind. Danach sollten die im Boden befindlichen Bakterien ausgerottet sein.

Gurken werden gelb

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