Gurken sterben ab

Aus verschiedenen Gründen sterben Gurken manchmal einfach ab. Lesen Sie hier, welche Ursachen häufig dahinter stecken und mit welchen Maßnahmen dagegen vorgegangen werden kann. So können Sie Ihre Gurken retten.

Auf den Punkt gebracht

  • Gurkenpflanzen sind empfindliche Gewächse
  • meist äußere Einflüsse für Absterben verantwortlich
  • seltener Pflegefehler
  • Ursachen kennen und Maßnahmen einleiten
  • in vielen Fällen Rettung der Gurken möglich

Gurken sterben ab: Ursachen

Sterben Ihre Gurken plötzlich ab, kommen verschiedene Ursachen in Frage:

Erschöpfungszustand

Das plötzliche Sterben von Gurken kann auf einen Erschöpfungszustand zurückzuführen sein. Meist sind Jungpflanzen betroffen, bei denen spätestens nach der zweiten erntereifen Gurke eine Unterversorgung zur Erschöpfung führt. Dies liegt an den noch nicht vollständig ausgebildeten Versorgungskanälen sowie zu geringer Kapazität des Nährstoffspeichers.

Typisches Schadbild

  • Wachstumsstörungen
  • Stabilitätsverlust durch Energiemangel
  • Verkümmern des Grüns und der Frucht
  • Vertrocknung

Gegenmaßnahmen

Gurken sterben ab - Vertrocknetes Gurkenblatt
Vertrocknetes Gurkenblatt
  • schnellstmöglich vertrocknete Blätter abschneiden (ziehen unnötig Nährstoffe weiter)
  • Gemüsedünger verabreichen
  • mit Ackerschachtelhalmsud zur Stärkung gießen

Ackerschachtelhalmsud herstellen und anwenden

  • 1 bis 1,5 Kilogramm frischen, kleingehackten oder 150 bis 200 Gramm getrockneten Ackerschachtelhalm in zehn Liter Wasser geben
  • 24 Stunden ziehen lassen
  • Brühe aufkochen und 30 Minuten kochen lassen
  • auskühlen lassen und Halmreste aussieben
  • Sud an Pflanzen gießen
  • zwei Wochen lang alle zwei bis drei Tage wiederholen

Vorbeugung

  • in ersten zwei Lebensjahren Fruchtwachstum herauszögern
  • bei gleichzeitigem Fruchtwuchs an benachbarten Blattachseln bis auf eine alle entfernen
  • regelmäßig mit Nährstoffen düngen
  • auf ideale Bodeneigenschaften achten

Blütenendfäule

Bei der Blütenendfäule liegt in der Regel ein physiologischer Kalziummangel vor.

Typisches Schadbild

Blütenendfäule an Tomate
Blütenendfäule an Tomaten
  • kleine, wässerige Flecken am Blütenansatz
  • sichtbare Fäulnis-Ausbreitung auf Früchten (meist betroffene im frühen Reifestadium)
  • zunehmend größer werdende schwarz-braune Fleckenbildung an betroffener Gurke (eingesunken)
  • Früchte trocknen und härten aus

Gegenmaßnahmen

Zuerst sollte die Erde auf den pH-Wert überprüft werden. Liegt dieser unter 6.0, ist Algenkalk bei einem akuten Befall in den Boden einzuarbeiten. Damit er sich schnell auflöst, sollte anschließend gewässert werden. Liegt der pH-Wert im Idealbereich, kann ein zu hoher Salzgehalt im Boden die Ursache sein. Hier ist häufig eine Überdüngung schuld. Salz verhindert die Kalziumaufnahme der Pflanze. In dem Fall ist die beste Hilfe, die Erde vollständig gegen frische Erde auszutauschen, um den Düngegehalt zu senken. Stark von Fäulnis betroffene Stellen sind abzutrennen. Handeln Sie schnell und konsequent, sterben Ihre Gurken nicht zwangsläufig.

Tipp: Im Gartenfachhandel und den meisten gut sortierten Baumärkten gibt es Einmal-Tests zur Bestimmung des ph-Werts. Wer gern und viel gärtnert, sollte diese immer zu Hause haben, um sie im Bedarfsfall schnell griffbereit zu haben.

Vorbeugung

Die beste Gegenmaßnahme ist die Vorbeugung. Diese sieht folgendermaßen aus:

  • bei der Dosierung Herstellerangaben einhalten oder niedriger dosieren
  • gleichmäßig und regelmäßig bewässern und zu starke sowie zu geringe Feuchtigkeit zu verhindern
  • auf Luftdurchlässigkeit achten, damit keine hohe Luftfeuchtigkeit entsteht
  • für lockeren, wasserdurchlässigen Boden sorgen

Anthraknose

Bei der Anthraknose handelt es sich um eine weit verbreitete Erkrankung, deren Auslöser ein pilzlicher Erreger ist (Colletotricum lupini). Wer nicht genau auf das Schadbild achtet, kann die Pilzerkrankung schnell mit der Blütenendfäule und dem damit zusammenhängendem Kalziummangel verwechseln. Auch hier gilt es schnell zu handeln, sonst sterben die Gurken ab.

Typisches Schadbild

Anthracnose an Gurken
Anthracnose an Gurken
  • dunkel-graue bis braune, eingesunkene Brennflecken (Läsionen) an Früchten
  • bei trockener Umgebungsluft dunkle Flecken, bei feuchter Luft Bildung von lachsfarbenem Sporenteppich
  • abfallendes Fruchtgewebe im späteren Verlauf
  • Früchte trocknen aus
  • Fruchtansätze verkümmern und trocknen ab
  • Schrumpfung von Gurken im frühen Reifestadium
  • kleine helle Flecken auf Blättern
  • Vertrocknung der gesamten Pflanze im Endstadium

Gegenmaßnahmen

  • betroffene Pflanzenteile sofort abschneiden und im Bio-Müll entsorgen
  • anschließend unbedingt Schneidewerkzeug desinfizieren
  • Pflanze an kühleren Ort stellen (ideal bei 21 Grad Celsius)
  • Ackerschachtelhalmsud zur Pflanzenstärkung gießen (Herstellung und Anwendung siehe „Erschöpfungszustand – Das ist dagegen zu tun“

Tipp: Entsorgen Sie Pflanzenteile mit bakteriellen, viralen oder Pilz-Erregern niemals im Kompost. An der freien Luft können sich dieser ungestört weiter verbreiten. Sie gehören immer unter Verschluss entsorgt.

Eckige Blattfleckenkrankheit

Die Bakterie Xanthomonas fragariae löst die eckige Blattfleckenkrankheit aus, die häufig bei Gartengurken auftritt. Das Bakterium bildet keine Sporen und ist stäbchen-förmig. Weil es nicht nur die Blätter beziehungsweise äußeren Pflanzenteile befällt, sondern auch ins Pflanzeninnere gelangt, ist ein schnelles Sterben der Gurken möglich, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen dagegen eingeleitet werden.

Typisches Schadbild

Gurken sterben ab - Eckige Blattfleckenkrankheit
Eckige Blattfleckenkrankheit an Erdbeeren
Quellen: Annemik M.C. Schilder, Disease severity on underside of leaf, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0 (links), Annemik M.C. Schilder, Translucent spots, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0 (rechts)
  • kleine, wässerige Brennflecken an Blattunterseiten
  • Fleckenvergrößerungen in eckige Formen mit zunehmendem Verlauf
  • bei feuchter Umgebung Bildung eines zähflüssigen Bakterienschleims
  • Fleckenfarbe: grünlich, später braun

Gegenmaßnahmen

Unabhängig davon, wann die bakterielle Infektion entdeckt und als diese identifiziert wird, Hilfe gibt es in diesem Fall leider keine. Die gesamte Pflanze ist im Haus- oder Bio-Müll zu entsorgen. Für die Dauer von mindestens drei Jahren sollten an gleicher Pflanzstelle keine Kürbisgewächse, zu denen Gurken zählen, mehr angebaut werden.

Vorbeugung

Viel ist gegen die Blattfleckenkrankheit vorbeugend nicht zu unternehmen. Experten vermuten, dass eine hohe warm-feuchte Konstellation die Erkrankung fördert, sodass ein luftiger Standort das Risiko leicht senken kann. Auch die Vermeidung von Monokultur und stetiger Fruchtwechsel mindert die Gefahr.

Fusarium-Welke

Die Fusarium-Welke kommt oft bei Gurkenpflanzen vor. Hier besiedelt der Pilz Fusarium oxysporum die Pflanze und sorgt für ein gut erkennbares Schadbild.

Typisches Schadbild

Gurken sterben ab - Fusarium-Welke
Fusarium-Welke an Erdbeeren
  • rasche, vorzeitige Blütenwelke
  • Knospen öffnen sich nicht
  • langsam voranschreitende braune Blattfärbung
  • zunehmende Vertrocknungen
  • Wachstumsstörungen
  • braun-schwarze Verfärbungen an Früchten bevor sie austrocknen
  • komplette Vertrocknung der Pflanze

Gegenmaßnahmen

Nichts. Es sind bisher keine effektiv wirkende Maßnahmen gegen die Fusarium-Welke bekannt, die das Sterben der Gurken aufhalten könnten. Eine Entsorgung ist unumgänglich.

Vorbeugung

  • Widerstandsfähigkeit durch Pflanzenschutzmittel stärken (beispielsweise regelmäßig mit Ackerschachtelhalmsud gießen)
  • Drainagen legen (zur Vermeidung von Staunässe)
  • nur desinfiziertes Schneidewerkzeug verwenden
  • auf Monokultur verzichten

Starke Temperaturschwankungen

Wenn deutliche Temperaturschwankungen vorliegen und es sich zwischendurch stark abkühlt, kann sich das negativ auf Gurkenpflanzen auswirken. Im schlimmsten Fall sterben Ihre Gurken auch hier ab.

Gurken sterben ab - Schutz im Gewächshaus
Ein Standort im Gewächshaus kann Gurkenpflanzen vor zu großen Temperaturunterschieden schützen.

Typisches Schadbild

  • verkümmerte Gurkenformen
  • vertrocknete Jungfrüchte
  • vorzeitiger Fruchtabfall unreifer Gurken

Gegenmaßnahmen

Im Fall von einem Schadbild durch starke Temperaturschwankungen hilft nichts anderes, als die betroffenen Früchte wegzuwerfen.

Vorbeugung

Vorbeugend können Gurkenpflanzen an einem windgeschützten Standort gepflanzt werden, was aber einen Befall mit der Blattfleckenkrankheit begünstigt. Eine Kontrolle der Wettervoraussagen ist empfehlenswert, um die Pflanzen bei starkem Temperaturabfall rechtzeitig mit einem Kälteschutz zu schützen, wie beispielsweise mit einem Vlies.

Wassermangel

Sterben Ihre Gurken ab, ist häufig Wassermangel der Grund. Hierbei handelt es sich eindeutig um einen Pflegefehler, dem einfach vorzubeugen ist. Rechtzeitig erkannt, ist der Pflanze schnell zu helfen.

Typisches Schadbild

  • Pflanze verliert an Stabilität
  • weiteres Schadbild wie unter „Starke Temperaturschwankungen“ beschrieben
Gurken gießen
Gurken gießen

Gegenmaßnahmen

  • sofort gießen
  • vertrocknete Pflanzenteile abschneiden

Vorbeugung

Als einzige Vorbeugemaßnahme gilt: regelmäßiges Gießen und vor allem an heißen Sommertagen zweimal täglich Feuchtigkeit des Bodens kontrollieren.

Häufig gestellte Fragen

Können Gurkenblattläuse Gurken absterben lassen?

In der Regel nicht. Läuse sind zwar parasitische Schädlinge, aber wenn sie gesunde und kräftige Gurkenpflanzen befallen, ergibt sich im Normalfall keine lebensbedrohliche Situation.

Wie ist zu erkennen, wenn eine Cucumis sativus kurz vor dem Absterben ist?

Je mehr Zellen absterben, desto weniger funktioniert die Fotosynthese. Sind mehr als 3/4 der Gurkenpflanze vertrocknet, ist das Absterben in der Regel kaum mehr aufzuhalten.

Sind Gurken noch essbar, wenn sie keinen direkten Befall zeigen?

Bei den oben genannten Ursachen ist von einem Verzehr abzuraten. In fast jedem Fall ist mit negativen Auswirkungen auf die Früchte zu rechnen. Vor allem bei Pilz- und Bakterienbefall sollte von einem Verzehr abgesehen werden, weil gesundheitliche Schäden daraus resultieren können. Ausnahmen sind natürlich Temperaturschwankungen und Wassermangel, wenngleich auch dann Entwicklungsstörungen für veränderte Konsistenz, Geschmack und Reifegrad sorgen.