Kartoffelpyramide selber bauen: Anleitung | Erfahrungen zum Ertrag

Kartoffelpyramide selber bauen

Eine Kartoffelpyramide selber zu bauen kann vor allem mit Kindern viel Spaß machen und zugleich ausgesprochen praktisch sein. Denn die Kästen sind platzsparend und bilden damit eine Alternative zum Anbauen der Kartoffeln auf einem größeren Beet. Auf diese Weise lassen sich auch in kleineren Gärten größere Erträge erzielen. Aber wie lassen sich Kartoffelpyramiden bauen und worauf müssen Sie dabei achten?

Kartoffelpyramide

Vorteile

Nicht viel Platz im Garten oder die Kartoffeln sollen sogar auf dem Balkon angebaut werden? Dann hilft es, in die Höhe zu bauen. Und genau das kann sehr dekorativ mit der Kartoffelpyramide wirken. Die Vorteile von Kartoffelpyramiden sind daher wie folgt:

platzsparend

Aufgrund der mehreren Etagen können Sie auf wenig Standfläche deutlich mehr Kartoffeln anpflanzen. Das spart Platz und erlaubt das Anbauen sogar auf dem Balkon oder in einer kleineren Gartenecke.

einfacher Aufbau

Ein paar Bretter, ein paar Schrauben oder Nägel – fertig. Auch wenn nicht viel handwerkliches Geschick vorhanden ist, lässt sich die Pyramide mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand selbst bauen. Sogar Kinder können involviert werden.

hoher Ertrag

Eine Pyramide mit drei bis vier Etagen kann um die 50 Kilogramm Kartoffeln hervorbringen. Das ist natürlich auch abhängig von Sorte, Substrat und Kulturbedingungen – für die geringe Fläche fällt der Ertrag jedoch überraschend hoch aus.

dekorativ

Ob aus einfachem Holz oder bunt gestaltet – die Kartoffelpyramiden sind allein aufgrund ihre Form dekorativ. Dadurch können sie als platzsparende Alternative und Gartenschmuck verwendet werden.

Kartoffelpyramide

Standort

Kartoffeln gedeihen vor allem an sonnigen Standorten gut. Für die Pyramide sollten Sie daher einen hellen Standort wählen, an dem auch keine größeren Gewächse zu viel Schatten auf die Kartoffeln werfen. Die Nordseite oder im Schatten eines Gebäudes sind denkbar ungeeignete Plätze.

Substrat

Kartoffeln gehören zu den Starkzehrern. Das bedeutet, dass sie viele Nährstoffe benötigen. Für die Kultur sollten Sie also ein reichhaltiges Substrat wählen. Ist die Erde verbraucht, kann sie beispielsweise mit verrottetem Kompost oder entsprechendem Dünger vorbereitet werden.
Ideal ist es, wenn das Substrat schon im Herbst vor dem Anbauen der Kartoffelpflanzen mit dem gewählten Mittel angereichert wird. Auf diese Weise können sich die Nährstoffe setzen und besser verteilen. Zudem werden sie bereits von Mikroorganismen im Boden bearbeitet, was die Aufnahme durch die Kartoffelpflanzen ebenfalls erleichtern und verbessern kann.

Kartoffelpyramide selber bauen

Benötigte Materialien

Für den Bau sind nur wenige Materialien und Utensilien erforderlich. Bei diesen handelt es sich um:

  • Jeweils vier breitere Leisten oder Bretter gleicher Länge pro Etage
  • Schrauben oder Nägel entsprechend der Dicke der Bretter
  • nach Bedarf Winkel
  • Hammer oder Akkuschrauber

Die Bretter bilden den Rahmen jeder Etage. Für die unterste Etage sollten vier Bretter mit einer Länger von jeweils etwa 1,2 Metern gewählt werden. Für jede weitere Etage müssen die Bretter entsprechend kürzer sein.

Aufbau der Kartoffelpyramide – Schritt für Schritt

Das Bauen von Kartoffelpyramiden ist nicht schwer und erfordert nur wenige Anleitungsschritte.

1. Vier gleich lange Bretter oder Leisten zurechtlegen beziehungsweise zurechtsägen. Die Bretter sollten wenigstens 20 besser noch 30 Zentimeter hoch sein. Für die unterste Etage empfiehlt sich sogar eine noch größere Höhe.

Bretter für die Kartoffelpyramide

2. Mit Nägeln oder Schrauben fertigen Sie aus den Brettern einen quadratischen Rahmen. Alternativ können Sie hierfür auch Winkel verwenden, die Sie an den Innenseiten des Rahmens fixieren und so für eine höhere Stabilität sorgen können.

Kartoffelpyramide bauen

3. Ist der erste Rahmen fertig, wird er flach auf die Erde gelegt. Als Schutz kann auch undurchlässige Gartenfolie daruntergelegt werden.

4. Befüllen Sie den Rahmen mit Erde. Diese sollten Sie gut verfestigen, also beispielsweise mit Händen oder Füßen festklopfen beziehungsweise festtreten.

Kartoffelpyramide mit Erde

5. Nun ist der nächst kleinere Rahmen anzufertigen. Die Bretter hierfür sollten zwischen 10 und 30 Zentimetern kürzer sein, als bei der Etage darunter.

6. Der Rahmen wird über Eck auf die untere Etage aufgesetzt. Die Ecken des oberen Rahmens sind also jeweils in der Mitte der unteren Randseiten.

7. Der Rahmen wird wie in Schritt vier mit Erde gefüllt und vorbereitet.

Kartoffelpyramide selber bauen

8. Wenn alle Etagen der Pyramide vorbereitet sind, setzen Sie die Kartoffeln ein.

Kartoffelpyramide mit Kartoffeln befüllt

Kartoffelpyramiden können zwei, drei, vier oder sogar noch mehr Etagen haben. Wie viele Ebenen möglich und sinnvoll sind, hängt von der Größe der Kästen und deren Größenunterschieden ab. Bei einer Seitenlänge von 120 Zentimetern auf der untersten Ebene und einem Größenunterschied von 20 Zentimetern zur nächsten Etage können Sie problemlos fünf Kästen stapeln. Diese weisen dann die Seitenmaße von 120, 100, 80, 60 und 40 Zentimetern auf.

Extra-Tipp: Die Saatkartoffeln sollten einen Abstand von jeweils 20 bis 40 Zentimetern zueinander haben.

Vom Anbauen bis zum Ernten

Nach dem Bau der Pyramide sollten Sie die folgenden Schritte berücksichtigen:

1. Die Bodentemperatur sollte um die 8 °C betragen. Zudem sollte die Erde nicht zu feucht sein und anfangs auch kein Dauerregen bestehen. Notfalls können Sie die Pyramide auch abdecken.

2. Mit der Hand oder einer kleinen Schaufel für jede Kartoffel ein Loch im Substrat vorbereiten. Die Saatkartoffeln sollten in einer Tiefe von zehn Zentimeter eingesetzt werden.

3. Sobald sich die ersten Triebe zeigen, können Sie diese fast vollständig mit Erde bedecken. Dieses Anhäufeln sorgt für Schutz und erhöht den Ertrag. Das Anhäufeln sollte etwa aller zwei Wochen erfolgen, bis die Blüte einsetzt.

4. Wenn die oberirdischen Triebe verwelken, können Sie die Kartoffeln ernten.

Kartoffelpyramide

Gestaltung

Kartoffelpyramiden wirken umso dekorativer, je mehr Etagen sie aufweisen. Hierbei sollten Sie aber berücksichtigen, dass eine sehr große Höhe der Pyramide eventuell Probleme beim Gießen, Anhäufeln oder der Ernte bedeutet.
Für eine besonders dekorative Optik können Sie die Kästen einfärben oder in unterschiedlichen Farben gestalten. Muster und Blumenmotive sind ebenfalls möglich – erlaubt ist, was gefällt. Sie sollten aber darauf achten, dass sich die verwendete Farbe für den Außenbereich eignet und zudem keine Giftstoffe enthält, die in die Erde übergehen könnten.

Ertrag

Je zahlreicher und größer die einzelnen Etagen sind, desto größer ist natürlich auch die Ernte. Bemisst die Seitenlänge der Basis etwa 120 Zentimeter und werden drei bis vier Etagen angelegt, ist mit bis zu 50 Kilogramm Ertrag zu rechnen. Der Ernteerfolg hängt aber selbstverständlich von verschiedenen Faktoren, wie der gewählten Kartoffelsorte, dem Wetter, der Qualität der Erde und der Pflege ab.
Im Vergleich zum Anbau im Beet ist der Ernteertrag jedoch sehr hoch, wie die folgende Flächenberechnung deutlich macht:
In einem quadratischen Beetabschnitt mit 1,2 Metern Seitenlänge ist eine Fläche von 1,44 Quadratmetern vorhanden. Bei einem Abstand von 30 Zentimetern zwischen den Saatkartoffeln, können Sie etwa 16 Gewächse anpflanzen. Bei einer Kartoffelpyramide mit vier Etagen könnten auf der gleichen Grundfläche mehr als 30 Saatkartoffeln gesetzt werden.

Kartoffeln sind in Deutschland ein Grundnahrungsmittel