Rosenrost bekämpfen & vorbeugen - Titelbild

Rosenrost ist eine häufige und langwierige Pilzinfektion. Um den Rost zu bekämpfen, braucht es Geduld und die richtigen Maßnahmen. Dabei sind natürliche Hausmittel eine umweltschonende Waffe im Kampf gegen die Krankheit.

Auf den Punkt gebracht

  • Rosenrost ist eine Pilzkrankheit
  • tritt von Frühjahr bis Herbst auf
  • Sporen überwintern am abgefallenen Rosenlaub
  • verschiedene natürliche Hausmittel eignen sich zur Bekämpfung

Rosenrost Schadbild

Rosenrost ist eine Pilzinfektion, die in Mitteleuropa vornehmlich von zwei Rostpilzen aus der Gattung Phragmidium verursacht wird. Zu erkennen ist die Krankheit an winzigen, kreisförmigen Blattflecken mit Pusteln, in denen sich die Pilzsporen bilden. Die Farbe der Flecken hängt von der Jahreszeit und der Entwicklung der Pilze ab.

Frühjahr:

1. Ausbreitungswelle

  • zuerst: kleine, glänzende, orangerote Blattflecken auf der Blattoberseite
  • kurz darauf: leuchtend orange Flecken auf der Blattunterseite, becherförmige Fruchtkörper mit Frühjahrssporen

Sommer:

2. Ausbreitungswelle

  • winzige, orange-rötliche Blattflecken mit Pusteln (Sporenlager) auf der Blattunterseite
  • Sporenlager gefüllt mit leuchtend gelben Sommersporen
  • erscheinen von der Blattoberseite her betrachtet als gelb-orange-braune Flecken

Spätsommer / Frühherbst:

  • Bildung von schwarzen Wintersporen
  • erscheinen als dunkle Flecken
  • überwintern auf abgestorbenen Blättern und Stängeln
Rosenrost bekämpfen

Hinweis: Der Übergang von Sommer- zu Wintersporen ist fließend. Deswegen zeigen sich ab Spätsommer gelbe, orange und schwarze Flecken.

Befallene Pflanzenteile entfernen

Bevor Sie natürliche Hausmittel auf den infizierten Rosen ausbringen, sollten Sie die befallenen Pflanzenteile abschneiden. Zum einen sind sie nicht mehr zu retten, zum anderen breitet sich der Pilz dann von diesen Stellen rasch über den gesamten Rosenstock aus und der Befallsdruck erhöht sich. Dies kann letztendlich dazu führen, dass die Rose ihr gesamtes Laub verliert und/oder eingeht.

Rosenrost bekämpfen

Natürliche Hausmittel können beim Bekämpfen von Rosenrost helfen, allerdings nur in einem frühen Stadium der Infektion. Außerdem müssen nicht alle Mittel bei allen Rosen gleich gut wirken. Stellen Sie keine Verbesserung fest, sollten Sie das Hausmittel wechseln.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

Für eine Brühe aus Ackerschachtelhalm brauchen Sie:

  • ein Kilogramm Ackerschachtelhalm-Stängel (alternativ: 150 Gramm getrocknete Stängel)
  • 10 Liter kaltes oder lauwarmes Wasser
  • Sieb oder Leinentuch zum Filtern

Geben Sie die zerkleinerten Stängel zuerst in ein Behältnis mit Wasser. Lassen Sie das Gemisch mindestens 24, besser jedoch 48 Stunden ziehen. Anschließend kochen Sie die Brühe für ein bis zwei Stunden. Danach abseihen und zugedeckt abkühlen lassen.

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) und Wasser - Rosenrost bekämpfen

Rosenrost bekämpfen:

  • Brühe im Verhältnis 1:5 bis 1:10 mit klarem Wasser verdünnen
  • Rose mit verdünnter Brühe gießen und bespritzen
  • mehrmals hintereinander an drei aufeinanderfolgenden Tagen anwenden, zur gleichen Zeit, vormittags bei Sonnenschein

Knoblauch (Allium sativum)

Für einen Tee oder eine Brühe aus Knoblauch brauchen Sie:

  • 300 Gramm frischen Knoblauch
  • 10 Liter Wasser
  • Sieb oder Leinentuch zum Filtern

Übergießen Sie den feingehackten Knoblauch mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee eine halbe Stunde ziehen. Danach filtern Sie die Knoblauchstücke ab und lassen ihn abkühlen.

Knoblauch kochen

Rosenrost bekämpfen:

  • Rosen alle zwei Wochen mit dem Knoblauchtee besprühen

Schafgarbe (Achillea millefolium)

Für einen Kaltwasserauszug brauchen Sie:

  • 200g frische Schafgarbenblüten (alternativ: 20 Gramm getrocknete)
  • einen Liter Wasser
Schafgarbe (Achillea millefolium) - Rosenrost bekämpfen

Geben Sie die Blüten ins Wasser und lassen Sie das Gemisch 24 Stunden ziehen. Danach Blüten durchkneten und abseihen. Blütenreste dann gut ausdrücken.

Rosenrost bekämpfen:

  • Rose und umliegende Erde besprühen
  • dreimal an drei aufeinanderfolgenden Tagen

Hinweis: Da Schafgarbe die Rose stärkt, kann der Kaltwasserentzug auch als Beimischung zu anderen Spritzbrühen verwendet werden.

Wurm- / Adlerfarn (Dryopteris / Pteridium)

Eine Farnkrautjauche stellen Sie aus den Blättern von Wurm- oder Adlerfarn her. Dafür brauchen Sie:

  • ein Kilogramm frische Farnblätter (alternativ: 15 Gramm getrocknete Blätter)
  • 10 Liter Wasser
  • Holzfass (alternativ Steingut oder Polyethylen)
  • Drahtgeflecht
  • alten Sack oder Ähnliches
  • Stein zum Beschweren
giftiger Farn: Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)

Stecken Sie Farnblätter zuerst in den Sack, binden Sie diesen zu, stellen ihn ins Wasser und beschweren ihn mit dem Stein. Decken Sie das Fass dann mit dem Drahtgeflecht ab, damit keine Tiere ertrinken. Ist die Bläschenbildung beendet, können Sie die Jauche nach einer Woche verwenden.

Rosenrost bekämpfen:

  • Rose mehrmals unverdünnt mit der Farnkrautbrühe besprühen
  • vorzugsweise an trüben Tagen oder in der Dämmerung

Tipp: Die Zugabe von zerstoßenen Rosskastanien oder grünen Walnussschalen bei der Herstellung erhöht die Wirkung.

Spülmittel-Speiseöl-Mischung

Für diese Mischung brauchen Sie:

  • 100 Milliliter Speiseöl
  • zwei Päckchen Backpulver
  • einige Tropfen Spülmittel
  • drei Liter warmes, aber nicht kochendes Wasser
Speiseöl & Spülmittel

Mischen Sie das Speiseöl mit Spülmittel und dem Backpulver. Gießen Sie die Mischung mit Wasser auf. Verrühren Sie anschließend das Gemisch mit einem Holzlöffel und lassen es abkühlen.

Rosenrost bekämpfen:

  • Rose alle zwei bis drei Tage einsprühen
  • idealer Zeitpunkt: abends

Hinweis: Da die Spülmittel-Speiseöl-Mischung die Wurzeln schädigen kann, sollten Sie den Boden um die Rose vor dem Sprühen mit einer Folie abdecken.

Baldrian (Valerina officinalis)

Für diese Beimischung brauchen Sie:

  • 10 Tropfen Baldrian (Blütenextrakt)
  • einen Liter Wasser

Verrühren Sie die Baldrian-Tropfen gut mit dem Wasser und gegeben Sie die Mischung dann als Zusatz in die jeweilige Spritzbrühe.

Baldrian (Valerina officinalis) & Wasser

Rosenrost vorbeugen

Da Rosenrost die Pflanzen von Frühjahr bis Herbst als Wirtspflanze nutzt, ist Vorbeugen die beste Maßnahme gegen die Infektion.

Auswahl und Pflanzen

  • widerstandsfähige Sorten pflanzen (ADR-Rosen)
  • einen sonnigen Standort wählen
  • genügend Abstand zwischen den Rosen lassen (gute Luftzirkulation)

Pflege

  • Rosen regelmäßig düngen (Kalium, wenig Stickstoff)
  • direkt an den Wurzeln gießen
  • Blätter nicht benetzen

Hinweis: Beherzigen Sie diese Tipps, stärken Sie die Rosen und sorgen dafür, dass die Blätter schnell abtrocknen können. Damit nehmen Sie dem Rosenrot das feuchte Milieu, indem sich die Pilze besonders wohlfühlen.

Blätter entfernen

Entfernen Sie regelmäßig abgefallene Blätter, insbesondere im Herbst. Denn die Pilze bzw. ihre schwarzen Sporen überwintern auf herabgefallenen Blättern. Entsorgen Sie dann das Rosenlaub im Hausmüll, damit die Sporen nicht vom Wind verbreitet werden. Handelt es sich um eine infizierte Rose sollten im Herbst auch jene Blätter entfernt werden, die noch an den Stängeln hängen.

Blätter pflegen - Rosenrost vorbeugen

Rosen stärken

Neben dem richtigen Dünger können auch natürliche Hausmittel die Rosen stärken:

  • regelmäßig mit Ackerschachtelhalm- und Brennnessel-Jauche gießen
  • Rosen wöchentlich mit Ackerschachtelhalm-Brühe bespritzen
  • Knoblauch zwischen die Rosenstöcke setzen (enthält „natürliche Fungizide“)

Häufig gestellte Fragen

Ab wann sollte ich meine Rosen vorbeugend spritzen?

Natürliche Hausmittel können Sie ab Ende April spritzen, wenn Sie nicht bereits davor das typische Schadbild entdecken. Achten Sie bei der Kontrolle besonders auf den Pilz, wenn sich die ersten Blätter bilden. Denn diese werden im Frühstadium gern infiziert.

Kann Rosenrost auch auf andere Pflanzen übergreifen?

Bei Rosenrost handelt es sich um wirtstreue Pilze. Das bedeutet, dass sich die Sporen zwar auf andere Rosenstöcke ausbreiten, aber nicht auf Pflanzen außerhalb der Gattung Rosa. Haben Sie beispielsweise wilde Rosen im Garten, sollten Sie diese ebenfalls auf Rost kontrollieren, damit sie Ihre Zierrosen nicht anstecken.

Hilft Milch gegen Rosenrost?

Eine Mischung aus Bio-Frischmilch und Wasser soll auch gegen Rosenrost helfen. Mischen Sie die beiden Flüssigkeiten im 1:7 und besprühen Sie die Rose damit.