Winterharte Rosen: 15 Sorten | Wie viel Frost vertragen sie?

winterharte Rosen

Eiskalte Winter stellen Rosen auf eine harte Probe. Obschon die edlen Blütengehölze grundsätzlich winterhart sind, hinterlässt strenger Frost massive Schäden an vielen Rosen nördlich der Alpen. Malerische Blütenpracht und favorisierter Rosentyp sollten demzufolge beim Erwerb nicht die einzigen Kriterien sein. Vorausschauende Rosengärtner richten zudem den Blick auf den Grad der Frostverträglichkeit. Diese Auslese stellt Ihnen 15 Sorten schöner Rosen vor, die selbst Jahrhundertfrost unbeschadet vertragen.

Winterharte Rosen

Bei der Auswahl der Rosen gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Sollen die Rosen viel Frost vertragen, gestaltet sich die Wahl dabei schon schwieriger. Nachfolgend stellen wir 15 winterharte Rosen vor.

Einmalblühend toppt öfterblühend

In Bezug auf die Winterhärte haben öfterblühende Rosen das Nachsehen. Züchter moderner Rosensorten geben remontierender, furioser Blütenpracht jedoch den Vorzug. Soviel Schönheit hat ihren Preis, denn mehrmals blühende Sorten vertragen weniger Frost, als Rosen mit einer einzigen Blütezeit pro Saison. Fallen die Temperaturen jedoch unter – 23 °C, haben öfterblühende Rosenschönheiten dem nichts entgegenzusetzen und frieren zurück, schlimmstenfalls bis auf den Boden.

Einmalblühende Rosensorten machen selbst unter dem Einfluss sibirischer Verhältnisse nicht schlapp, denn sie vertragen Temperaturen deutlich unter -30 °C unbeschadet. In dieser Auslese wirklich winterharter Rosen werden Sie daher nach modernen, öfterblühenden Rosensträuchern vergeblich Ausschau halten. Den scheinbaren Nachteil einer einmaligen Blütezeit im Jahr gleichen winterliche Überlebenskünstlerinnen jedoch mit anderen Vorzügen aus. Denn Premium-Sorten erfüllen mit verführerischem Rosenduft den sommerlichen Garten, tragen im Herbst verschwenderischen Hagebuttenschmuck, scheuen aber auch halbschattige Standorte nicht und sind zuverlässig resistent gegenüber Rosenkrankheiten.

Tipp: Zwei Maßnahmen optimieren die Frostverträglichkeit Ihrer Rosen im Beet. Pflanzen Sie eine Rose unbedingt so tief, dass sich die Veredelungsstelle gut fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche befindet. In jedem Spätherbst häufeln Sie die Triebbasis dann fünfzehn bis zwanzig Zentimeter hoch an mit Komposterde. Aus dem Hügel ragende Triebe decken Sie dabei mit Nadelreisig ab.

Beet- und Strauchrosen

Damaszener-Rose ‚Madame Hardy‘ (Rosa damascena)

Damaszener-Rosen eilt der Ruf voraus, besonders winterhart zu sein. Denn Klirrende Kälte bis -34 °C bringt diese Rosen nicht aus dem floralen Gleichgewicht. Die atemberaubende Sorte ‚Madame Hardy‘ verknüpft zuverlässige Frosthärte dabei mit einer Flut aus weißen, prall gefüllten Rosenblüten, mit betörendem Duft. Ihrem Nimbus als einer der schönsten weißen Rosen-Sorten wird die mehrfach ausgezeichnete Strauchrose also zweifellos gerecht.

  • Wuchshöhe: 180 bis 200 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Rose Damascena 'Madame Hardy'

Parkrose ‚Hansa‘ (Rosa rugosa)

Wenn Parkrosen mit solider Winterhärte punkten, zählt mindestens eine Wildrose zu den Eltern. Ein Beispiel gibt dabei die prächtige Sorte mit Namen ‚Hansa‘. Anfang des 20. Jahrhunderts strebten die beiden Rosenzüchter Schaum & van Tol eine neue Rose an, die reich blüht mit gefüllten, duftenden Blüten, sich zur Heckenpflanze eignet und dennoch gut winterhart beschaffen ist. Bis heute ist das gelungene Resultat in jeder gut sortierten Baumschule fester Bestandteil im Angebot.

  • Wuchshöhe: 150 bis 200 cm
  • Blütezeit: Juni bis August/September

Kartoffelrose 'Hansa'

Provins-Rose ‚Complicata‘ (Rosa gallica)

Eine robuste Wildrose stand Pate bei der Züchtung von ‚Complicata‘. Obschon der Sortenname anderes suggeriert, erweist sich die Pflege dieser Beetrose als vollkommen unkompliziert. Denn die wildrosenähnlichen, wunderbar duftenden Blüten präsentiert das wüchsige Schmuckstück ohne zeitaufwändigen Einsatz des Rosengärtners. Fundament ihrer genügsamen Anspruchslosigkeit ist dabei die Fähigkeit einer Provins-Rose, klirrendem Frost bis -34 °C tapfer die Stirn zu bieten.

  • Wuchshöhe: 150 bis 250 cm
  • Blütezeit: Juni

Rose 'Complicata'

Strauchrose ‚Felicité Parmentier‘ (Rosa alba)

Üppig gefüllte, cremefarbene Blüten kombiniert die nostalgisch anmutende Premium-Rose mit unschlagbarer Winterhärte. Experten bescheinigen der legendären Kultursorte, dass sie ohne zu murren Frost bis -34,4 °C vertragen kann. Auf einen speziellen Winterschutz ist die malerische Beet- und Strauchrose nicht angewiesen. Somit zählt ‚Felicité Parmentier‘ zu den empfehlenswerten Rosen für Gärten mit klimatischen Bedingungen der Winterhärtezone Z4.

  • Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Ramblerrosen

‚Goldfinch‘ (Rosa helenae)

Halbgefüllte, buttergelbe, im Abblühen cremeweiße Blüten sind das Markenzeichen dieser Kletterkünstlerin. Mühelos erobert sie luftige Baumkronen und hohe Fassaden, um sie dann in ein sommerliches Blütenmärchen zu verwandeln. Ein zweites Mal sorgt das florale Juwel für Erstaunen, wenn im Herbst scharenweise orangefarbene Hagebutten mit der Sonne um die Wette leuchten.Die edle Rosensorte ist nachweislich gut winterhart und erträgt klaglos Frost bis weit unter -30 °C.

  • Wuchshöhe: 300 bis 500 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Rose helenae 'Goldfinch'

‚Lykkefund‘ (Rosa helenae)

Aus dem hohen Norden fand diese Ramblerrose den Weg in die Gärten und Parks Mitteleuropas. Mit ihren nahezu dornenlosen Ranken begrünt sie die Kronen mächtiger Bäume, meterhohe Fassaden und stabile Rosenbögen. Rahmweiße, halbgefüllte Blüten versammeln sich zu einem überschwänglichen Blütenmeer, das sich in jedem Frühsommer aufs Neue inszeniert. In Sachen Frost ist ‚Lykkefund‘ Kummer gewöhnt, denn in ihrer dänischen Heimat fallen im Winter die Temperaturen auf erstarrende -40 °C.

  • Wuchshöhe: 300 bis 500 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Rose 'Lykkefund'

Ännchen von Tharau (Rosa alba x Rosa arvensis-Hybride)

Dem genialen Rosenzüchter Rudolf Geschwind haben Rosenfreunde mannigfaltige Rambler-Sorten zu verdanken, die vollkommen winterhart gedeihen. Ännchen von Tharau ist das gelungene Resultat einer Kreuzung aus Rosa alba und der Wildrose Rosa arvensis. Letztere hat der märchenhaften Ramblerrose eine zuverlässige Frosthärte vererbt. Bis zu 5 Meter lange, flexible Ranken mit unzähligen, locker gefüllten, weißen Blüten erobern eine stabile Kletterhilfe im Handumdrehen und erzeugen eine Aura, die Dornröschens Schloss erinnert.

  • Wuchshöhe: 300 bis 500 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Rose 'Ännchen von Tharau'

Hinweis: Im Kübel wird jede Rose zum winterlichen Wackelkandidaten, ungeachtet ihrer attestierten Winterhärte. Hinter der Gefäßwand ist ein Wurzelballen angreifbar für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Ein wärmender Wintermantel aus Noppenfolie und Jute sowie ein isolierender Fuß aus Holz geleiten eine Topfrose sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit.

Historische Rosen

Gallische Rose, Apothekerrose (Rosa gallica officinalis)

Die vermutlich älteste Rosensorte Europas hat einen bunten Reigen überzeugender Attribute im Gepäck. Ein üppiger Flor aus rosaroten, halbgefüllten Blüten wird begleitet von verführerischem Duft. Dem dunkelgrünen, ledrigen Laub wird eine robuste Gesundheit bescheinigt. An Aktualität hat die historische Rose nichts eingebüßt, denn auch nach einem heftigen Winter mit strengem Frost legt sie im Frühsommer erneut ihr malerisches Blütenkleid an. Frieren junge Triebe des Vorjahres ein Stück zurück, ist das jedoch noch kein Grund zur Besorgnis. Ein kräftiger Rückschnitt bis ins gesunde, ältere Holz ebnet den Weg für die diesjährige Blütensinfonie.

  • Wuchshöhe: 90 bis 120 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

gallische Rose

Moos-Rose ‚Muscosa‘ (Rosa centifolia)

Seit Ende des 18. Jahrhunderts lässt die Moos-Rose ihre Anhänger in sommerlichen Blütenträumen schwelgen. Halb gefüllte Blüten mit bis zu 10 Zentimetern Durchmesser, untermalt von gesunden, dunkelgrünen Fiederblättern, sind ihr schönster Schmuck. Zuverlässig erscheinen die bemoosten Knospen in jedem Jahr aufs Neue, mag der Winter noch so hart gewesen sein. Die Moos-Rose zählt zu den ausgesuchten Sorten, die zuverlässig winterhart Frost bis -30 °C vertragen.

  • Wuchshöhe: 120 bis 150 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Rosa centifolia 'Muscosa'

Parkrose ‚Maigold‘ (Rosa)

Für Rosengärtner mit einem Faible für eine extra frühe Blütezeit ist die historische Parkrose ‚Maigold‘ ideal. Die gelungene Premium-Sorte berauscht die Sinne mit leuchtend gelben, halbgefüllten Blüten, wenn andere Blütengehölze erst langsam aus dem Winterschlaf erwachen. Es liegt auf der Hand, dass die geschichtsträchtige Schönheit des Jahrgangs 1953 gut winterhart beschaffen ist und auch bei Frost unterhalb von -25 °C den Lebensmut nicht verliert.

  • Wuchshöhe: 220 bis 280 cm
  • Blütezeit: Mai bis Oktober

Parkrose 'Maigold'

Wildrosen

Bibernellrose, Dünenrose (Rosa pimpinellifolia)

Auf der Suche nach einer wehrhaften Naturschönheit, werden Sie bei dieser Wildrose fündig. Bibernellrosen gedeihen mit markanten Stacheln, mit bis zu 8 Millimeter Länge. Wie gut, dass die Dünenrose vollkommen winterhart und pflegeleicht gedeiht, was gärtnerisches Eingreifen nur selten erforderlich macht.

  • Wuchshöhe: 100 bis 150 cm
  • Blütezeit: Mai und Juni

Rosa pimpinellifolia

Hechtrose (Rosa glauca)

Mit ungewöhnlichen Farbakzenten setzt sich die frostharte Wildrose in Szene. Hellrosa Schalenblüten kontrastieren malerisch mit zierlichen Blättern, die im Sommer bläulich-grün bis rötlich-grün schimmern. Im Anschluss an die Blütezeit laden rote, eiförmige Hagebutten die Vögel des Gartens zum Naschen ein.

  • Wuchshöhe: 150 bis 250 cm
  • Blütezeit: Juni und Juli

Hechtrosa ,Rosa glauca

Hundsrose (Rosa canina)

Begegnen Sie bei Wanderungen einem opulenten Rosenbusch, handelt es sich zumeist um diese Wildrose. Die Hundsrose verzaubert mit unzähligen, rosa Schalenblüten in freier Natur und in naturnahen Gärten. Die wilde Schönheit ist  dabei vollkommen winterhart und übersteht selbst einen strengen Winter im Gebirge unbeschadet.

  • Wuchshöhe: 200 bis 300 cm
  • Blütezeit: Juni bis September

Hundsrose, Rosa canina

Kriechrose, Feldrose (Rosa arvensis)

Eine seltene Wildrose mit Bodendeckerqualitäten und überzeugender Frostbeständigkeit wollen wir Ihnen in dieser Auslese nicht vorenthalten. Mit kriechenden Ranken macht Rosa arvensis ihrem Namen alle Ehre. Im freien Wuchs formiert sich die Feldrose zu einem dekorativen, halbkugeligen Wuchs. Dank einer Wuchsgeschwindigkeit von bis zu 40 Zentimetern im Jahr überzieht die Kriechrose innerhalb kurzer Zeit öde Areale mit einem Meer aus weißen Schalenblüten. Auf Winterschutz verzichtet die Rosensorte ebenso, wie auf alljährliche Schnittmaßnahmen.

  • Wuchslänge: 50 bis 200 cm
  • Blütezeit: Juli und August

Feldrose, Rosa arvensis

Zimtrose (Rosa majalis)

Die aparte Zimtrose begeistert mit karminrosa Blüten, die sich zu kleinen Büscheln versammeln. Für dekorative Farbakzente sorgen dabei goldgelbe Staubgefäße, eine braunrote bis purpurne Holzfarbe und dunkelrote Hagebutten. Als heimische Wildrose ist das Mairöschen ebenso vollkommen winterhart und benötigt keinen Winterschutz.

  • Wuchshöhe: 100 bis 160 cm
  • Blütezeit: Mai und Juni

Zimtrose, Rosa majalis

Bewertung: 4.6/5.. Aus 7 Stimmen.
Bitte warten...