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Kohlweißling-Raupe bekämpfen: 4 Hausmittel

Kohlweißling-Raupen bekämpfen

Der Kohlweißling kann im Gemüsegarten besonders an Kohlpflanzen großen Schaden anrichten. Wie man ihn schnell und effektiv wieder los wird, steht in diesem Artikel. So bekämpfen Sie den Kohlweißling.

Auf den Punkt gebracht

  • es gibt zwei Kohlweißling-Arten
  • beides sind Schädlinge an Kohlpflanzen
  • es gibt nur wenige effektive Hausmittel gegen die Raupen
  • die Falter sind noch schwerer zu vertreiben, hier ist Vorbeugen besser
  • bei Raupen hat sich absammeln bewährt

Kohlweißling-Raupe erkennen

Es ist grundsätzlich nicht schwer, die Raupen der beiden Kohlweißlings-Arten zu erkennen:

Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
– etwa 4 cm lang
– gelblich-grün
– schwarz gefleckt/gesprenkelt (ältere Exemplare)
– gelbe Rückenlinie
– etwa 3 cm lang
– matt hellgrün
– sehr feine gelbliche Rückenlinie
– kurze dichte Behaarung
Raupe des Großen Kohlweißlings (links) und des Kleinen Kohlweißlings (rechts)
Raupe des Großen Kohlweißlings (links) und des Kleinen Kohlweißlings (rechts)

Hinweis: Die Falter sind nicht nur schwer voneinander, sondern auch schwer von anderen Weißlings-Arten zu unterscheiden.

Bekämpfung mit Hausmitteln

Beim Bekämpfen der Kohlweißling-Raupe ist es schwierig, ein wirksames Hausmittel zu finden. Es gibt keines was die Raupen, wenn sie einmal angefangen haben zu fressen, wirklich vertreiben würde. Deshalb ist die beste Methode, die Raupen einzusammeln.

Kontrollieren und absammeln

Damit der Befall gar nicht erst zu groß werden kann, ist eine regelmäßige Kontrolle der vorhandenen Kohlpflanzen sehr wichtig. Allerdings müssen auch folgende Pflanzen kontrolliert werden:

  • Kapuzinerkresse
  • Knoblauchrauke
  • Senf- oder Rapspflanzen

Die Eigelege der Schmetterlinge sind häufig an der Unterseite der Blätter zu finden, sie sind entweder gelblich-orange oder hellgrün. Gefundene Raupen können einfach von Hand abgesammelt werden, sie sind nicht gefährlich oder gar giftig. Wer ganz sichergehen will, benutzt Handschuhe. Die gesammelten Raupen sollten nicht einfach an anderer Stelle wieder ausgesetzt werden, es sei denn, der Garten ist sehr groß und sie richten am neuen Platz keinen Schaden an. Ansonsten würde sich das Problem lediglich verschieben.

Eigelege der Kohlweißling: Großer Kohlweißling (links), kleiner Kohlweißling (rechts)
Der Große Kohlweißling legt seine Eier in einer Kolonie ab (links), der Kleine Kohlweißling dagegen einzeln (rechts).

Hinweis: Aus ihren Futterpflanzen nehmen die Raupen scharfe Senföle aus, die sie für die meisten Vögel ungenießbar machen.

Tomatenauszug

Ein kalter Auszug aus Tomatenblätter soll die Kohlweißlinge von der Eiablage abhalten. Auch Tomatenblätter zwischen den Pflanzen sollen helfen. Die Raupen selbst lassen sich mit diesem Hausmittel nicht direkt bekämpfen.

Anwendung

  1. Es werden 1 Liter Wasser mit 1 kg Tomatenpflanzen in einem ausreichend großen Eimer oder einer Wanne angesetzt.
  2. Die Mischung bleibt 24 Stunden stehen.
  3. Danach durch ein Sieb gießen und die Flüssigkeit in eine Sprühflasche füllen.
  4. Kohlpflanzen mit dem Hausmittel gründlich einsprühen.

Rainfarnbrühe

Mit einer Brühe aus Rainfarn bekämpfen Sie nicht nur die Kohlweißling-Raupe, sie hilft auch gegen andere Schädlinge, etwa Läuse. So wenden Sie sie an:

  • Rainfarn sammeln: an Wegrändern, auf brachliegenden Flächen und Wiesen
  • blühende Pflanzen besonders effektiv
  • Pflanzenteile grob zerkleinern
  • für Vorratshaltung kann Kraut getrocknet werden
  • Mischverhältnis: je Liter Wasser etwa 40 g frisches oder 3 g getrocknetes Kraut
  • 24 Stunden einweichen lassen
  • aufkochen und bis zu 30 Minuten kochen
  • abkühlen lassen
  • durch Sieb gießen
  • Flüssigkeit in Gießkanne füllen
  • Pflanzen und Beet damit gießen
Rainfarn (Tanacatum vulgare)

Hinweis: Brennnesselbrühe eignet sich nicht als Hausmittel zum Bekämpfen der Raupen. Im Gegenteil sie kann die Falter sogar noch anlocken.

Steinmehl

Auch Steinmehl soll dabei helfen, dass die Falter gar nicht erst Eier an die betreffenden Pflanzen legen. Die Anwendung ist sehr einfach und erfolgt am besten, wenn die Pflanzen noch etwas feucht sind, entweder vom Regen oder Tau. Bei trockenem Wetter hilft es auch, die Pflanzen erst mit Wasser anzufeuchten. Mit einem Pulverzerstäuber wird anschließend das Mehl auf die Ober- und die Unterseite aufgebracht. Die Anwendung muss regelmäßig wiederholt werden, vor allem nach starkem Regen.

Vorbeugen

Da es so schwer ist, den Raupen beizukommen, ist es besser dafür zu sorgen, dass die Schmetterlinge gar nicht erst Eier legen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Mischkultur

Eine wichtige Maßnahme ist der Anbau von Mischkulturen. Dieser sorgt dafür, dass die Falter ihre Wirtspflanzen nicht so einfach finden können. Aromatische Kräuter oder auch Tomatenpflanzen duften so stark, dass die Falter davon vertrieben werden. Sinnvoll ist auch die Einhaltung einer Fruchtfolge. Kohl sollte nicht nach Kohl angebaut werden. Frühestens nach 4 Jahren, besser 5 darf Kohl wieder aufs gleiche Beet. Das schützt vor vielen Krankheiten und Schädlingen.

Gemüsebeet

Naturnahen Garten anlegen

In einem naturnahen Garten halten sich Nützlinge und Schädlinge die Waage. Auch wenn nur wenige Vögel die Kohlweißling-Raupe fressen, so haben sie doch andere natürliche Feinde. Dazu zählen verschiedene Schlupfwespen-Arten, aber auch Laufkäfer. So schaffen Sie ideale Bedingungen für Nützlinge und legen so den Grundstein für ein natürliches Bekämpfen des Kohlweißlings.

  • Unterschlupfmöglichkeiten in Reisig- und Laubhaufen
  • mit Stroh gefüllte Blumentöpfe aus Ton
  • Steinhaufen
  • verwilderte Ecken im Garten

Netze

Kulturschutznetze sind gegen sehr viele Schädlinge effektiv. Sie verhindern, dass die Weibchen von Schadinsekten überhaupt erst die Eier an die Wirtspflanzen legen können. Bei Kohlweißlingen müssen es nicht einmal besonders dichte Maschen sein. Wichtig ist aber, dass die Netze am Boden dicht verankert sind.

Schutznetz
Um Falter an der Eiablage zu hindern, können Sie bei Netzen zur größeren Maschenweite greifen.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es spezielle Pflanzenschutzmittel gegen die Kohlweißling-Raupe?

Ja und es muss nicht unbedingt ein chemisches sein. Es gibt Mittel mit einem Bakterium (Bacillus thuringiensis) welches nur gegen die Kohlweißlings-Raupen wirkt und für andere Tiere und den Menschen ungiftig ist.

Welche anderen biologischen Maßnahmen helfen gegen die Raupen?

Eine wirksame Methode ist der Einsatz von Schlupfwespen. Allerdings gilt das hauptsächlich beim Anbau unter Glas. Im Freiland sind die Wespen nicht ganz so effektiv, da sie ihrerseits von anderen Tieren gefressen werden können.

Werden andere Pflanzen von den Raupen befallen?

Nur andere Kreuzblütler. Andere Gemüse- oder auch Wildpflanzen sind vor den Raupen sicher.

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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