Waldameisen - Titelbild

Waldameisen zu vertreiben, ist durch sanfte Mittel möglich, aber nicht immer notwendig. Denn bei den Insekten handelt es sich um durchaus nützliche Tiere. Wie es dennoch funktioniert, erfahren Sie hier.

Auf den Punkt gebracht

  • Ameisen sind Nützlinge
  • Ausscheidungen von Blattläusen ziehen die Tiere an
  • Gerüche zeigen gute Wirkung
  • sanfte Mittel sind ideal geeignet zur Vertreibung
  • Vorbeugen der Ausbreitung ist möglich

Vorbeugen

Um Waldameisen zu vertreiben, ist es ideal, sie bereits an der Grundstücksgrenze abzuschrecken und ihnen darüber hinaus keine bevorzugte Nahrung anzubieten. Dazu gehören:

  • Honigtau-Ausscheidung der Blattläuse und die Läuse selbst
  • Essensreste
  • Fallobst
  • Insekten, wie Asseln, Spinnen, Zecken und Käfer
fressende Waldameisen

Eine frühzeitige Bekämpfung von Blattläusen ist daher nicht nur für betroffene Pflanzen sinnvoll. Zudem sollten Sie es vermeiden, Essensreste auf dem Kompost zu entsorgen und Fallobst möglichst schnell entfernen.

Naturnaher Garten

In einem naturnahen Garten finden sich zahlreiche Nützlinge, die das Gleichgewicht erhalten. Auf diese Weise kann sich eine Spezies nicht zu stark ausbreiten. Notwendig sind dazu die folgenden Kriterien:

  • auf Pestizide verzichten
  • Bienenweiden pflanzen
  • Monokulturen vermeiden
  • Tieren Unterschlupfmöglichkeiten anbieten
  • Vogelfutter ausbringen
  • Vogeltränken und Gartenteich integrieren
  • Wildkräuterwiese anlegen
Ameisenhaufen

Lassen Sie zum Zweck eines tierfreundlichen und naturnahen Gartens zumindest in einem Bereich das Gras länger und schaffen Sie zudem eine Vielfalt an Pflanzen.

Gerüche einsetzen

Ebenso wie manche Gerüche, die Ameisen anlocken können, werden sie von anderen ferngehalten. Darunter beispielsweise:

  • Brennnesseljauche
  • Chili
  • intensiv riechendes Parfüm
  • Kerbel
  • Knoblauchbrühe
  • Lavendel
  • Teebaumöl
  • Thymian
  • Wacholder
  • Wermutsud
  • Zimt
  • Zitrone

Wenn Sie eine Ameisenstraße oder sogar den ganzen Staat entdeckt haben, können Sie durch das Ausbringen der Duftstoffe die Waldameisen vertreiben. Wird der Garten von Kindern und Haustieren genutzt oder laufen Sie in dem betreffenden Bereich gerne barfuß, sollten Sie jedoch zunächst eine Absperrung errichten.

Hinweis: Die Anwendung muss in der Regel mehrfach wiederholt werden. Das gilt vor allem dann, wenn es nach dem Ausbringen regnet.

Wasser

Waldameisen legen vergleichsweise große Bauten an. Die Ausgänge sind jedoch nicht immer einfach zu finden. Suchen Sie daher an Stellen, die geschützt und trocken bis lediglich leicht feucht sind. Möglich sind unter anderem:

  • in der Nähe von Nahrungsquellen
  • unter Pflanzgefäßen
  • zwischen und unter Gehwegplatten und Steinen
Waldameisen

Haben Sie diese gefunden, können Sie Wasser einsetzen, denn Nässe mögen die Tiere nicht. Bereits innerhalb kurzer Zeit wird der Bau daher verlegt. Gegebenenfalls müssen Sie das Wässern dennoch mehrfach wiederholen.

Umsiedeln

Anstatt die Ameisen zu vertreiben, können sie auch umgesiedelt werden. Hierfür können Sie eine Art Falle bauen. Dazu wird lediglich ein leeres Pflanzgefäß und ein Spaten benötigt.

Die folgenden Schritte zeigen das richtige Vorgehen:

1. Abdeckung: Stülpen Sie einen großen Blumentopf mit der offenen Seite über das Ameisennest oder einen der Ausgänge.

Abdeckung

2. Wartezeit: Warten Sie einige Tage ab. In dieser Zeit werden sich die Ameisen unter dem Pflanzgefäß versammeln und den Bau darunter verlegen.


3. Beobachtung: Kontrollieren Sie hin und wieder, ob sich bereits viele Ameisen unter dem Topf befinden. Ein reges Treiben weist darauf hin, dass sich der Staat unter der Abdeckung konzentriert.

4. Ausstechen & Umsiedeln: Mit einem Spaten wird der Bau nun ausgehoben. Graben Sie dafür möglichst großzügig um den Blumentopf herum und heben Sie die Erde samt der Tiere und ihrer Nachkommen aus. Im Anschluss kann der Aushub an eine geeignetere Stelle getragen werden.

Ausstechen & Umsiedeln

Tipp: Bei einem längeren Transport ist ein geeignetes und sicher verschließbares Gefäß erforderlich, aus dem die Ameisen nicht entkommen können. Sinnvoll ist beispielsweise eine Aufbewahrungsbox aus Kunststoff.

Kammerjäger

Wenn Sie die Waldameisen nicht vertreiben können, sollten Sie professionelle Hilfe hinzuziehen. Ein Kammerjäger kann das Nest umsiedeln und zusätzlich überprüfen, ob beispielsweise weitere Schutzmaßnahmen erforderlich sind, um einen weiteren Befall zu verhindern.

Tipp: Wenn sich Ameisen im Haus befinden und hier ein ganzes Nest –beispielsweise unter dem Parkett– angelegt haben, können sie durchaus Schäden anrichten. In diesen Fällen sollte umgehend ein Kammerjäger eingeschaltet werden.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich Waldameisen vertreiben?

Zwingend erforderlich ist das nicht. Da es sich um nützliche Tiere handelt, können sie im Garten belassen werden. Lediglich, wenn sie stören oder eine Gefahr darstellen, ist eine Vertreibung sinnvoll.

Welche natürlichen Fressfeinde haben Waldameisen?

Zu diesen gehören Vögel, größere Spinnen, Kröten, Eidechsen sowie kleine Schlangen. In einem naturnahen Garten können diese ebenfalls auftreten und damit die Population der Ameisen kontrollieren.

Warum sind Ameisen nützlich?

Weil sie andere Insekten fressen und deren Kadaver beseitigen. Zudem entfernen sie faules Obst und sorgen durch den Bau ihrer Gänge für eine gute Belüftung des Bodens.