Gurken im Gewächshaus/Freiland werden gelb – was ihnen fehlt

Gurken werden gelb

Wenn sich die Blätter an Gurken-Pflanzen gelb färben, dann sollten Sie in der Regel schnell handeln. Die Gründe dafür können verschiedenen Ursprungs sein, den es gilt herauszufinden. Der Pflanzenexperte erklärt verständlich, wie Sie die Ursache erkennen können und wie Sie handeln sollten, um die Pflanze zu retten und einer Ausbreitung vorzubeugen.

Gurken

Gurken im Gewächshaus/Freiland werden gelb – was ihnen fehlt

Sowohl Gurken im Freiland als auch im Gewächshaus sind gleichermaßen betroffen, wenn es um gelbe Blätter geht, welche im schlimmsten Fall die Pflanze absterben lassen können. Die häufigste Ursache dafür basiert auf einer falschen Pflege, wenngleich Gurken-Pflanzen sich auch gegen Pilze sowie Parasiten nicht resistent zeigen. Im ersten Schritt steht immer die Identifizierung des Problems, damit Sie die richtige Reaktion zur Gesundung Ihrer Gurken wählen können.

Gewächshaus

Während bei Freiland-Gurken meist Erkrankungen und Parasiten an gelben Blättern der Gurken schuld sind, beschränkt sich dies bei Gewächshaus-Gurken überwiegend auf Pflegefehler und/oder ein falsches Raum-Klima. Letzteres führt zum Beispiel zu gelben Blättern, wenn Folgendes nicht gegeben ist.

  • gleichbleibende und stetige Luftzirkulation (Zugluft vermeiden)
  • konstant hohe Luftfeuchtigkeit
  • morgendliches Öffnen und abendliches Schließen der Lüftungswege
  • Boden-Temperaturen von mindestens 10 Grad Celsius
  • keimfreie Erde (Staunässe vermeiden)
  • ausreichender Pflanzabstand

Gurken im Gewächshaus

Infektionen

Gewächshaus-Infektionen

Vielfach sind Gewächshaus-Gurken nur von einem Pilzbefall bedroht, wenn Pflegefehler vorausgegangen sind, wie bereits in der Rubrik „Gewächshaus-Gurken“ beschrieben. In der Folge können sich daraus vor allem zwei Pilzarten an den Gurken-Pflanzen entwickeln:

Gurkenwelke

Ist die Gurkenwelke durch die Bodenpilze Verticillium oder Fusarium entstanden, bleibt Ihnen derzeit keine andere Wahl, als die Pflanze zu entsorgen, da es bisher keine effektive Bekämpfung dagegen gibt. Die Blätter der Gurken vom Stiel her an gelb zu werden. Die Färbung nimmt das gesamte Blatt relativ zügig ein und dieses fällt dann ab. Die Pflanze sieht insgesamt sehr schlapp aus und der Welkprozess schreitet zügig voran.

Verticillium-Welke

Bei der Verticullium-Welke handelt es sich ebenfalls um einen Schadpilz, der sich rasant schnell ausbreitet und unzählige Pflanzenarten befällt. Diese Erkrankung ist erkennbar durch folgende Erscheinungsbilder.

  • Welkerscheinungen trotz ausreichender Wässerung
  • schnell gelb werdenden Blättern
  • Risse und ein Absterben von Stängeln oder hölzernen Pflanzenteilen
  • insgesamt krankes Erscheinungsbild

gelbe Gurke im Gemüsebeet

Die Infektion geschieht vom Boden aus, wo es zur Schwächung der Wurzeln kommt und ein Befall meist auch erst nach längerer Zeit erst erkannt wird. Ebenso wie die Gurkenwelke ist die Verticullium-Welke nicht behandelbar. Sie ist sofort aus den Pflanzreihen zu nehmen und im Hausmüll zu entsorgen.

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit löst eine bakterielle Infektion aus. Sie erkennen diese an meist an den gelblichen Flecken auf den Blattoberseiten. Zusätzlich sind Schleimtropfen an den Blattunterseiten zu sehen. Im fortgeschrittenem Stadium werden die gelben Blattflecken immer größer und nehmen das gesamte Blatt ein, bis dieses dann einreißt, verwelkt und die Gelbfärbung ins Braune wechselt.

Ursache sind in der Regel eine zu hohe Luftfeuchtigkeit sowie eine Verletzungen, durch welche die Bakterien ins Pflanzeninnere gelangen können. Mit Saatgut kann der Erreger in den Boden gelangen und dort sehr lange verweilen.

Mehltau

Der Mehltau ist eine Pilzerkrankung, die in zwei unterschiedliche Arten eingeteilt ist: der Echte und der Falsche Mehltau. In beiden Fällen sorgen die Schadpilze für gelbe Blätter und bei ausbleibender Behandlung, für das Absterben befallener Pflanzen. Zu erkennen sind beide Mehltau-Arten an einem weißlichen und klebrigen Flaum-Film. Beim Echten Mehltau befindet sich dieser auf der Blattoberseite, während er sich beim Falschen Mehltau nur auf die Blattunterseite beschränkt. Schreitet der Pilzinfekt weiter voran, werden die Blätter komplett mit diesen Flaum-Teppich überzogen und die Blätter färben sich spätestens dann gelb.

grüne Gurken an einer Gurkenpflanze

Gegenmaßnahmen

Infektionsbehandlung

Mit Ausnahme der Gurken- sowie der Verticillium-Welke sind die genannten Infektionserkrankungen relativ einfach in den Griff zu bekommen, wenn sie frühzeitig erkannt und entsprechend früh behandelt werden. Grundsätzlich gilt: je weiter fortgeschritten der Pilzbefall ist, desto geringer werden die Überlebenschancen.

Hausmittel

Zur Behandlung von Pilzerkrankungen hilft grundsätzlich ein Besprühen mit Magermilch. Der Vorteil von Magermilch ist, dass es in keinster Weise gesundheitsschädlich wirkt und sich die Gurken weiterhin zum Verzehr eignen beziehungsweise keine Wartezeit einzuhalten ist.

Gehen Sie für die Herstellung und Anwendung wie folgt vor:

  • vermischen Sie eine Tasse frische, fettarme Milch mit drei Tassen Wasser
  • alternativ Molke in einem Verhältnis von 1:1 vermengen
  • Gemisch in eine Sprühflasche füllen
  • Pflanzen einmal täglich tropfnass einsprühen
  • nach circa einer Woche sollte der Pilz abgestorben sein
  • nur frisch zubereitet verwenden

grüne Gurken an Gurkenpflanzen im Gewächshaus

Fungizide

Der Markt bietet eine breit gefächerte Produktpalette von Fungiziden an, die sowohl biologisch abbaubar, als auch mit chemischen Inhaltsstoffen erhältlich sind. Letzteres ist nicht empfehlenswert, da es sich um die Behandlung von Lebensmitteln geht und diese mindestens für ein Jahr ungenießbar macht. Aber auch bei ökologischen Produkten ist genau auf die Inhaltsstoffe zu achten, denn auch wenn sie für Gemüsepflanzen als geeignet benannt werden, so kann unter Umständen eine Wartezeit erforderlich sein. Deshalb ist eine Bekämpfung von Pilzinfektionen bei Gurken mit Hausmitteln immer die bessere Wahl und nur auf Fungizide zurückzugreifen, wenn Bestand großflächig bedroht ist und eine schnelle Bekämpfung erforderlich wird.

Schädlinge

Gewächshaus-Schädlinge

Zu den typischen Schädlingen bei Gurken, die im Gewächshaus gedeihen, zählen vor allem eine bestimmte Art. Sollten diese zu sehen oder auch nur vermutet werden, ist ein unverzügliches Handeln erforderlich, um die befallene Pflanze vor dem Absterben zu bewahren und ein großflächiges Übergreifen auf den weiteren Pflanzenbestand zu vermeiden.

Gurken können von Schädlingen befallen werden

Spinnmilben

Diese Schädlinge sind an ihren kleinen bis maximal einen Millimeter großen Körpern nur schwer mit dem bloßen Auge zu erkennen. Mit einer Lupe können rote Augen entdeckt werden sowie ihre acht Beine. Je nach Jahreszeit und Temperaturen, besitzen sie Körperfarben von Grün, Orange oder Rotbraun. Vor allem bei trockenen Klimaverhältnissen fühlen sie sich wohl. In einem warmen Gewächshaus besiedeln sie ganzjährig Gurken-Pflanzen, wenn man sie lässt. Das Schadbild sieht meist folgendermaßen aus.

  • kleine helle Punkte auf den Blättern
  • Bildung von feinen Gespinsten an Blattachseln und Blatträndern
  • braune Flecken entstehen
  • danach färbt sich das Blatt vollständig gelb
  • Blattbestand nimmt kontinuierlich ab

Gegenmaßnahmen

Schädlingsbekämpfung

Liegt ein Parasitenbefall vor, sollte bei der Gemüsepflanze generell auf chemische Produkte verzichtet werden. Mit nahezu gleicher Wirkung, aber wesentlich schadloser für die Gesundheit, sind BIO-Pflanzenmittel, die zum Beispiel das sogenannte Neemöl als Hauptbestandteil beinhalten. Dieses setzt sich in die Atemwege der Spinnmilben und anderer Schädlinge fest und führt letztendlich zum Erstickungstod. Neuendorff und BAYER bieten diese beispielsweise in ihrem Sortiment an.

Hausmittel

Noch optimaler als BIO-Fungizide, aber mit einem längeren Wirkungseinsatz, eignet sich die Feuchtigkeitsanwendung.

  • Pflanzen mit hohem Wasserdruck abduschen
  • Einzelpflanzen tropfnass mit einer Plastikfolie umschließen
  • ist ein ganzer Tischbestand befallen, Plastikfolie komplett darüber ziehen
  • in jedem Fall für einen einigermaßen Luftdichtigkeit sorgen
  • Folienverschluss für circa drei bis vier Tagen beibehalten – NICHT ÖFFNEN!
  • danach Pflanzen genau auf eventuell verbliebene Spinnmilben untersuchen
  • gegebenenfalls Vorgang wiederholen

Nützlinge

Effektiv zeigt sich gegen Spinnmilben und viele andere Schädlinge, der Einsatz von Nützlingen. Vor allem Marienkäfer vertilgen täglich Unmengen von unzähligen Milbenarten und können je nach Käferanzahl, selbst große Pflanzenbestände innerhalb von wenigen Tagen von diesen Parasiten befreien.

TIPP: Nützlinge können Sie übrigens problemlos in einem gut sortierten Gartenfachhandel erhalten. Das spart Ihnen viel Zeit für das Anlocken der Tiere und entsprechend schneller können Sie die Bekämpfung angehen.

auch Gurkenpflanzen brauchen die richtige Pflege

Freiland

Da Gurken im Freiland anderen Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind, als Gurken in einem Gewächshaus, zeigen sich bei ihnen typische Freiland-Erkrankungen beziehungsweise Schädlinge, wie vor allem die folgenden drei:

Infektionen

Echter und Falscher Gurken Mehltau

Wie bereits unter der Rubrik „Gewächshaus-Infektionen“ beschrieben, sind der Echte und Falsche Mehltau auch für Gurken im Freiland ein ernstzunehmendes Problem. Der Pilzbefall äußert sich in gleicher Weise wie bei der Gewächshaus-Haltung und kann ebenso mit entsprechenden BIO-Pflanzenschutzmitteln oder noch besser, mit entsprechendem Hausmittel mit Molke oder fettarmer Milch bekämpft werden.

Gurkenmosaikvirus

Dieser Virus kommt in der Regel über Saatgut und Unkraut in die Gemüsegärten, wo er sich meist über Garten- und Schnittwerkzeuge sowie über Blattläuse verteilt. Dabei bevorzugt er überwiegend Gurken und Kürbisse, nimmt aber auch zahlreiche andere Pflanzenarten in Beschlag. Der Name beruht auf der typischen Mosaikerscheinung, die er auf den Gurken beziehungsweise der Frucht verursacht. Der Virus ist zwar nicht auf Menschen übertragbar, aber dennoch sind in Deutschland die Gurken von diesem Virus befallenen Pflanzen, nicht zum Verkauf zugelassen.

Weitere Erkennungsmerkmale sind unter anderem:

  • Blattdeformationen sowie -stauchungen
  • junges Blattlaub zeigt gelbe Flecken
  • älteres Blattlaub färbt sich hellgelb
  • Blätter verwelken
  • Gurken nehmen ungewöhnliche Formen an
  • eingeschränktes Wachstumsverhalten

Bekämpfung:

Wird der Gurkenmosaikvirus als dieser erkannt, sind sofort befallene Exemplare zu entsorgen. Es empfiehlt sich, auch die bereits gewachsenen Gurken von benachbarten Pflanzen abzutrennen und in den Hausmüll zu schmeißen. Zusätzlich sind virusfreie Exemplare in unmittelbarer Nähe mit organischem Gründünger sowie einer Extra-Portion Magnesium zu versorgen, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. Eine Neubepflanzung an gleicher Stelle sollte nur nach einem großflächigen Erdwechsel erfolgen.

Blattläuse

Blattläuse sind typisch für Gurkenanpflanzungen im Freien und eher seltener bei der Gewächshaus-Haltung zu sehen. Dort schleichen sie sich nur gelegentlich ein und überwiegend nur in den Jahreszeiten, wenn sie vor kühlen Außentemperaturen die Wärme suchen. Ihr Körper erreicht in der Regel maximal drei Millimeter Länge, wobei manche Exemplare auch bis zu acht Millimeter groß werden. Je nach Art weisen sie eine grüne, gelbliche oder brauen Farbe auf und sammeln sich meist in Kolonien an den Stängeln. Klassische Anzeichen für einen Blattlaus-Befall sind die Folgenden.

  • verkrüppelte Blätter
  • klebriger Blattbelag (Honigtau)
  • gelbe Blätter, die abfallen

Gurke im Gartenbeet wachsend

Bekämpfung:

Als Bekämpfungsmaßnahmen können gleiche Methoden mit Neemöl oder Nützlingen eingesetzt werden, wie für Parasiten im Gewächshaus beschrieben. Lediglich bei der Anwendung eines effektiven Hausmittels gegen Blattläuse sorgt eine Sprühlösung aus Milch für eine schnelle Problemlösung. Gehen Sie bei der Zubereitung sowie dem Gebrauch wie folgt vor.

  • 200 Milliliter Wasser und 100 Milliliter Milch vermischen
  • Lösung in eine Sprühflasche füllen
  • betroffene Gurken-Pflanzen tropfnass von allen Seiten einsprühen
  • Blattansätze, Stängel, Triebe und Blattunterseiten nicht vergessen
  • Lösung täglich einmal anwenden
  • nach circa vier Tagen sollten die Blattläuse verschwunden sein
  • stets nur frische Milch verwenden

Fazit

Spätestens wenn sich gelbe Blätter oder erste gelbe Verfärbungen am Blatt einer Gurke bemerkbar machen, steckt dahinter meist eine ernstzunehmende Erkrankung, ein Schädlingsbefall oder es ist ein Anzeichen für falsche Pflege beziehungsweise schlechte Haltungsbedingungen. Die Folge ist in jedem Fall meist ein Absterben der Pflanze, wenn nicht schnell gehandelt wird. Anhand dieses Ratgebers können sie das Problem sicher identifizieren, damit Sie richtig reagieren und vor allem andere Pflanzen in der Nähe schützen können.

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