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Hund pinkelt auf Rasen

Was hilft gegen Hundeurin? | 8 Hausmittel wie Essig & Co

Wenn fremde Hunde auf den Rasen, an die Haustür oder im Vorgarten urinieren, ist das für Eigentümer und Mieter häufig ärgerlich. Um das zu verhindern, stehen Ihnen 8 wirkungsvolle Hausmittel gegen Hundeurin zur Verfügung. 

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • verschiedene Maßnahmen helfen gegen Hundeurin
  • Reviermarkierungen durch Geruchsneutralisierung aufheben
  • Düfte halten Hunde auf Abstand
  • Wasser zur Vertreibung
  • Zugang unbequem gestalten

Backpulver

Backpulver ist ein altbewährtes Hausmittel gegen allerlei Unerwünschtes im Garten und auf dem Grundstück. Vor allem gegen Schädlinge wie Ameisen oder Blattläuse kommt es zum Einsatz, wirkt aber auch effektiv gegen den Hundeurin fremder Tiere.

Anwendung

Backpulver auf Löffel
  • 45 Gramm Backpulver pro Liter Wasser und darin auflösen
  • alternativ: Natron verwenden
  • Hundeurin großzügig damit übergießen
  • auf festen Untergründen mit Bürste kreisend einarbeiten
  • auf empfindlichen Materialien mit Tuch einreiben
  • 24 Stunden einziehen lassen
  • auf Rasen, im Beet, an Pflanzen, etc. Anwendung wiederholen und erneut einziehen lassen
  • abschließend mit klarem Wasser nachspülen

Tipp: Natron ist in Backpulver in der Regel enthalten und weist einen zusätzlichen Säuregehalt auf. Hier ist insbesondere auf Natursteinen Vorsicht geboten, denn auf denen könnten dadurch unschöne Flecken entstehen. Hier wird die Anwendung von reinem Natron empfohlen, das keine Säure beinhaltet.

Dornenpflanzen

Möchten Sie fremden Hunden den Zugang zu Rasenflächen und Beeten erschweren, sollten sie auf stachelige Dornenpflanzen. So eine Hecke verwehrt Hunden den einfachen Weg in Ihren Garten. Damit streunende Hunde nicht darüber springen können, ist eine gewisse Höhe (mindestens 1,20 m) angeraten.

Anwendung

Schneeige Berberitze (Berberis candidula)
Schneeige Berberitze (Berberis candidula)
  • je nach Hundegröße Dornenpflanzen mit Wuchshöhe ab 25 Zentimeter pflanzen
  • auf dichten Wuchs achten
  • dornige Heckenpflanzen ideal, um dichtes Zusammenwachsen zu erzielen, wie beispielsweise Feuerdorn oder Heckenberberitze
  • zwischen Bepflanzung und Grundstücks-/Zugangsgrenze 15 bis 20 Zentimeter Steine auslegen, um Anpinkeln der Bepflanzung zu vermeiden

Essig

Hunde empfinden den Geruch von Essig als unangenehm beißend. Zwar wirkt er nicht geruchsneutralisierend, aber richtig angewendet, hält er die Tiere auf ausreichend Abstand und nimmt ihnen das Bedürfnis an gleicher Stelle zu urinieren.

Anwendung

Flasche Essigessenz
  • unverdünnten Essig in Sprühflasche füllen
  • Hundeurin bis über Urinränder hinaus einsprühen
  • nur geringe Mengen auf Rasen und Erde mit Bepflanzung bringen, da erhöhtes Risiko von Schädigungen
  • täglich wiederholen

Fuß-/Gitterroste

Hunde bevorzugen Wege, auf denen sie bequem auf ihren Pfoten unterwegs sein können. Das kann man sich in Form von Gitter-Auslegungen zunutze machen, um Hunde vom Pinkeln auf dem Grundstück abzuhalten. Müssen sie diese überqueren, um an den Ort ihrer Begierde zu gelangen, finden sie auf Gittern keinen sicheren Untergrund. Das werden sie bereits beim ersten Schritt bemerken und sofort zurückgehen.

Anwendung

Gitterrost
  • Gitter zwischen Gehwegen und Vorgarten auf Boden auslegen
  • keine Erde in Zwischenräumen (nur aufgelegt verwenden)
  • Breite sollte Schrittlänge von Hunden überschreiten
  • bei kleinen Hunden mit kleinen Pfoten reicht oftmals robustes Drahtgittergeflecht
  • für größere Pfoten auf mindestens fünf Zentimeter große Gitterabstände achten
  • regelmäßig von Verschmutzungen befreien, die Gitterkästchen verdecken

Tipp: Gitterroste lassen sich auf einem Grundstück auch prima zu Drainagezwecken integrieren. Ob im Beet, dem Vorgartenrasen oder vor dem Zugang zur Einfahrt, bieten sie eine zwar aufwendige, aber dauerhafte Lösung zur Hundeabwehr und als Abwasserablauf. 

Pflanzenduft

Ähnlich wie auf beißende Gerüche, reagieren Hunde auch gegenüber manchen Pflanzendüften sehr empfindlich. Dazu zählen unter anderem Pfefferminze, Lavendel und Basilikum. Diese können Sie beispielsweise als Umrandungen pflanzen und so das ganze Grundstück schützen. Ein großer Vorteil dieser Abwehrmaßnahme ist der zusätzliche dekorative Aspekt.

Anwendung

Lavendel (Lavandula angustifolia)
Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Pflanzen lückenlos vor oder um gewünschte Flächen setzen
  • vor Türen, Toren und gepflasterten oder asphaltieren Bereichen in Kübel pflanzen
  • zur Intensivierung des Dufts einige Blätter leicht einschneiden

Stallmist

Stall- und insbesondere Pferdemist erfüllt bei richtiger Anwendung eine doppelte Funktion. Einerseits hilft er durch seinen Geruch dabei, Hunde fernzuhalten und sie vom Urinieren abzuhalten, andererseits stellt er auch einen optimalen Nährstoffdünger dar.

Anwendung

Eimer voller Stallmist im Garten
  • abgekühlten Stallmist verwenden
  • gleichmäßig auf Flächen verteilen
  • in Beete nur leicht einarbeiten, damit Geruch intensiver zur Verfügung steht
  • zwei- bis dreimal jährlich ausbringen (Nährstoffbedarf der Bepflanzung berücksichtigen)
  • durch regelmäßige Bewässerung längerer Erhalt des Geruchs möglich
  • nicht in Nähe von Aufenthaltsorten, wie beispielsweise Terrassen oder unter zu öffnenden Fenstern, anwenden

Steine

Ähnlich wie ein Gitter funktionieren auch spitze Steine, um fremde Vierbeiner vom Urinieren abzuhalten. Lässt sich der Weg zur Haustür, dem Deko-Stein im Vorgarten, der lieblich duftenden Pflanze oder dem Baumstamm nicht auf komfortablen Wege erreichen, bleiben Hunde davon fern. Allerdings sind bei der Anwendung einige Details zu beachten.

Anwendung

Kiesweg
  • keine zu spitzen Steine verwenden, um Verletzungen zu verhindern (Tierschutzgesetz)
  • aus Naturschutzgründen maximal Umrandungen anlegen (keine Kies-/Steinbeete, die mancherorts auch verboten sind)
  • Tiefe von Steinabgrenzung je nach Hundegröße mindestens 30 Zentimeter
  • Übergangsgrenzen durch halb oder komplett ins Erdreich gesetzte Steinbecken schaffen, dabei Bodenverdichtung vermeiden

Wasser

Wasser hat eine abschreckende Wirkung auf die meisten Hunde. Vor allem wasserscheue Tiere können so langfristig effektiv vertrieben werden. Bei wasserliebenden Hunden sorgt der Erschreckungsmoment dafür, dass sie zumindest für einen gewissen Zeitraum einen Bogen um den Bereich machen.

Anwendung

Wassersprenger
Wer nicht immer zum Wasserschlauch greifen möchte, kann auch auf Rasensprenger setzen.
  • Gartenschlauch mit aufgedrehtem Wasserhahn und Spritzpistole griffbereit legen
  • sobald Hund in erreichbarer Nähe, Wasserstrahl auf Hund richten
  • Alternative: Wassersprenger mit Bewegungsmelder nutzen
  • spätestens nach zweitem „Treffer“ bleiben Übeltäter mindestens einige Tage weg
  • dementsprechend regelmäßig anwenden

Hinweis: Stellen Sie den Wasserstrahl dennoch nicht zu scharf ein. Schließlich wollen Sie den Hund nur vertreiben und nicht verletzen. 

Häufig gestellte Fragen

Wie wirksam ist Schwefel gegen Hundeurin?

Schwefel gilt aufgrund des intensiven Geruchs, den Hunde nicht mögen, als sehr wirksam. Allerdings stellt die Verwendung ein gesundheitsgefährdendes Risiko für Mensch und Tier dar. Deshalb ist die Ausbringung in manchen Gemeinden verboten und bei Zuwiderhandlung unter Strafe gestellt. Aber auch ohne dies sollten Sie von einer Anwendung zum eigenen Schutz und eventuell rechtlichen Konsequenzen durch andere Tierhalter verzichten.

Was tun, wenn kein Hausmittel gegen Hundeurin wirkt?

Die Wirkung der hier genannten Hausmittel haben sich seit vielen Jahren bewährt, sodass sie bei richtiger Anwendung effektiv wirken sollten. Sind allerdings Umstände gegeben, die keine Anwendung eines Hausmittels zulässt, bleibt Ihnen nur, den Hundebesitzer anzusprechen. Sollte auch dies keine Abhilfe schaffen, können Sie in letzter Instanz das Ordnungsamt einschalten.

Wie kann man einem Urinieren von Hunden an einem Holzzaun entgegenwirken?

Zuerst sollten Sie bereits vorhanden Uringeruch mit Backpulver neutralisieren. Anschließend sprühen Sie den Zaun mit Essig ein. Zusätzliche Maßnahmen für eine langfristige Lösung finden Sie im obigen Ratgeber, wie beispielsweise Duftpflanzen setzen oder Fußroste verlegen. Ist kein Platz vorhanden, können auch am Zaun angehängte Pflanzen eine erfolgreiche Hundeabwehr gegen das Urinieren darstellen.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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