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Weiße Flecken an Basilikum

Basilikum hat weiße Flecken: ist es noch essbar?

Basilikum (Ocimum basilicum) gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern. Selbst Anfänger können ihn im Garten oder in der Küche kultivieren. Doch was, wenn die Blätter des Basilikums weiße Flecken zeigen – sind sie dann noch essbar?

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • weiße Flecken meist ohne Einfluss auf Essbarkeit
  • falsches Gießen möglicher Grund für weiße Flecken
  • saugende Insekten wie Zikaden und Thripse als Verursacher
  • weiße Flecken durch Ablagerungen von Pilzkrankheiten
  • Marienkäfer und andere Nützlinge helfen

Weiße Flecken an Basilikum: Ursachen

Die gute Nachricht vorweg: In den meisten Fällen ist Basilikum mit weißen Flecken noch essbar.

Falsches Gießen

Weiße Flecken auf den Basilikumblättern haben in den meisten Fällen eine einfache Ursache. Die Pflanze mag Wasser auf den Blättern nicht. Im Ergebnis entstehen weiße Verfärbungen.

Verfärbungen vorbeugen

Basilikum gießen
Basilikum sollte am besten immer von unten gegossen werden.

Gießen Sie die Pflanzen immer im Bereich der Wurzeln und wählen sie bei Neupflanzungen einen geschützten Standort.

Auswirkungen auf die Essbarkeit

Basilikumpflanzen, deren Blätter sich aufgrund des Regens oder des Gießens weiß verfärben, sind essbar.

Zikaden

Weiße Flecken auf den Blättern sowie an den Knospen des Basilikums können auf Zikaden hinweisen. Die kleinen Insekten bevorzugen Lippenblütengewächse wie Basilikum. Sie saugen den Pflanzensaft. Zunächst zeigen sich die Flecken an den Blattadern, später überziehen diese das ganze Blatt.

Durch das Saugen der Zikaden werden Basilikumpflanzen gewöhnlich nicht stark geschädigt. Erst bei sehr hohem Befall sterben einzelne Blätter oder Pflanzenteile ab.

Zikaden sowie ihre Larven halten sich bevorzugt an den Unterseiten der Blätter auf. Sobald Sie die Pflanze berühren, springen die erwachsenen Insekten weg. Erkennbar sind die Tiere auch an gelblichen Ablagerungen. Hierbei handelt es sich um abgestoßene Larvenhäute.

Zikaden bekämpfen

Kleine Flasche voller Neemöl auf Tisch
Neemöl

Die Bekämpfung der aus dem Mittelmeerraum eingewanderten Pflanzenschädlinge gilt als schwierig. Bisher sind keine Nützlinge verfügbar. Der Einsatz von Neemöl hat sich bewährt.

Wählen Sie zur Bekämpfung der Zikaden die kühlen Morgenstunden. Morgens befinden sich die Tiere noch in einer Kältestarre und verharren unbeweglich an den Blättern.

Anleitung

  1. Geben Sie fünf Milliliter Neemöl und 1,5 Milliliter Remulgan in einen Liter Wasser.
  2. Sprühen Sie die Basilikumpflanzen, besonders die Blattunterseiten, damit ein.
  3. Wiederholen Sie die Prozedur nach einer Woche.

Hinweis: Mehr als 40.000 Zikadenarten sind weltweit bekannt. Von den 600 in Deutschland nachgewiesenen Arten gehören nur 30 zu den Pflanzenschädlingen.

Auswirkungen auf die Essbarkeit

Ein geringer Zikadenbefall hat keine Auswirkungen auf die Essbarkeit des Basilikums. spülen Sie die Blätter gründlich ab.

Thripse

Weiße Flecken auf den Basilikumblättern können auch von Thripsen (Thysanoptera) stammen. Die etwa drei Millimeter großen, länglichen Insekten saugen ebenso wie Zikaden den Pflanzensaft und hinterlassen hell gesprenkelte Blätter.

Hinweis: Ein typisches Zeichen für Thripse als Verursacher ist der silbrige Glanz der hellen Flecken.

Thripse bekämpfen

Basilikum besprühen

Oft hilft bereits das Abspritzen der Pflanzen mit Wasser. Bei starkem Befall hat sich auch eine Mischung aus Wasser, Spülmittel und Öl bewährt.

Anleitung

  1. Geben Sie einen Schuss Spülmittel und zwei Esslöffel Speiseöl auf einen Liter Wasser.
  2. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche.
  3. Sprühen Sie die Basilikumpflanzen, vor allem die Blätter gründlich ein.

Auswirkungen auf die Essbarkeit

Thripse haben keine direkte Auswirkung auf die Essbarkeit der befallenen Pflanzen. Sie können die Insekten mit Wasser abspülen.

Mehltau

Falscher Mehltau (Peronospora belbahrii) an Basilikum
Quelle: Forest & Kim StarrStarr-110822-8258-Ocimum basilicum-leaves and spores with basil downy mildew Peronospora belbahrii-Hawea Pl Olinda-Maui (24985230192), bearbeitet von Plantopedia, CC BY 3.0 US

Basilikum wird häufig von Falschem Mehltau befallen. Dieser verursacht gelbliche bis bräunliche Beläge auf den Blättern, die sich nur schlecht abwischen lassen. An den Blattunterseiten werden weißliche Flecken sichtbar, die sich später dunkel färben. Falscher Mehltau ist ein Pilz, der bei feuchter Witterung beste Voraussetzungen findet. Der Pilz dringt in das Pflanzengewebe ein und schädigt es. Die Folge sind Wachstumsstörungen.

Mehltau bekämpfen

Bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus hat sich Ackerschachtelhalmbrühe bewährt.

Anleitung

  1. Zerkleinern Sie etwa 500 Gramm Ackerschachtelhalmkraut und geben Sie dieses in ein großes Gefäß mit fünf Litern Wasser.
  2. Weichen Sie die Pflanzenteile einen Tag lang ein.
  3. Lassen Sie die Mischung dreißig Minuten lang sanft köcheln.
  4. Gießen Sie die Mischung nach dem Abkühlen durch ein Sieb und füllen Sie den Sud in Spritzflaschen.
  5. Sprühen Sie die befallenen Pflanzen gründlich ein.
Getrockneter und frischer Ackerschachtelhalm
Frischer und getrockneter Ackerschachtelhalm

Auswirkungen auf die Essbarkeit

Sollten Ihre Basilikumpflanzen den typischen Mehltau-Belag aufweisen, entsorgen Sie diese. Auch wenn die betroffenen Pflanzenteile nicht giftig sind, wird vom Verzehr abgeraten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Zikadenart schädigt Basilikumpflanzen?

Die Zikaden der Gattung Eupteryx ernähren sich mit Vorliebe vom Pflanzensaft des Basilikums und anderer Gartenkräuter.

Wie kann man Falschem Mehltau wirksam vorbeugen?

Die beste Möglichkeit, dem Falschen Mehltau vorzubeugen, ist die Ansiedlung von Nützlingen. Gestalten Sie Ihren Garten so, dass sich Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen wohlfühlen. Marienkäfer und ihre Larven verspeisen den Mehltaupilz mit Vorliebe und verhindern seine Ausbreitung.

Ist es sinnvoll, Gelbtafeln gegen Thripse einzusetzen?

Wenn Sie Thripse an Ihren Pflanzen vermuten, stecken Sie Blautafeln in die Erde. Thripse gehören zu den Fransenflüglern. Diese werden von der blauen Farbe angezogen. Besonders bei Zimmerpflanzen hat sich der Einsatz der blauen Tafeln bewährt.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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