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Loch ohne Auswurf im Garten

Loch im Garten ohne Auswurf: wer war es?

Löcher im Garten können verschiedene Ursachen haben. Meist ist es ein tierischer Übeltäter. Bei einem Loch ohne Auswurf ist die Liste der in Frage kommenden Tiere kurz. 

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • verschiedene Tiere graben Löcher ohne Auswurf
  • unterschiedliche Merkmale geben Aufschluss über Tierart
  • Löcher mit weitläufigem Tunnelsystem nur selten
  • hauptsächlich Nestbau und Futtersuche Gründe für Löcher
  • Bekämpfung nicht immer angeraten

Erdwespen

Erdwespen bauen ihr Nest unterhalb der Erdoberfläche. Dort graben sie sich in kürzester Zeit hindurch, legen einen verhältnismäßig kurzen Tunnelzugang an und errichten am Ende ihren Bau. Dadurch hinterlassen sie ein Loch, durch welches sie rege ein- und heraus fliegen. An der Aktivität können die Löcher bereits den Tieren zugeordnet werden, aber was, wenn das Nest nicht mehr bewohnt ist? Dann helfen andere Anzeichen zur Identifizierung.

Erdwespen-Löcher erkennen

Erdwespen-Löcher
  • circa ein Zentimeter Durchmesser
  • Loch meist ohne Auswurf
  • je nach Nestgröße nachgebende, „weiche“ Erdoberfläche
  • Nesttiefe zwischen 20 und 30 Zentimeter
  • spätestens ab Herbst unbewohnt
  • Erde ums Loch verhärtet sich
  • bewohnter Tunnel durch frisch aussehende, lockere Erde ums Loch

Bekämpfung

Erdwespen stehen unter besonderem Artenschutz und dürfen nicht mit einer für sie tödlichen Bekämpfung angegangen werden. Stören sie massiv oder besteht eine besondere Gefahr aufgrund einer Allergie, sollte ein Profi hinzugezogen werden, der gegebenenfalls eine Umlagerung des Erdwespennestes vornimmt. Ist der Bau im Herbst unbewohnt, ist er einfach mit Erde zuzuschütten. Im Folgejahr ziehen hier keine neuen Erdwespen ein.

Ratte

Ratten suchen sich in Gärten geeignete Plätze für ein Nest. Sie bevorzugen unterirdische Orte, die sich graben und deshalb Löcher als Ein- und Ausgang zu finden sind. Beliebte Plätze für den Nachwuchs sind unter Wegplatten, Baumstämmen, Bodendeckern und an Böschungen – seltener Rasenflächen. Um sicher an Nahrung sowie Wasser zu kommen und ihre Jungen zu versorgen, graben sie oft auch Tunnelsysteme. Dadurch entstehen mehrere Löcher. Aktiv sind sie hauptsächlich in der Nacht, wo sie ihre Löcher verlassen. Tagsüber sind sie selten zu sichten. Ein Umherschwirren zu beobachten, ist in der Nacht deutlich höher.

Rattenlöcher erkennen

Wanderratte (Rattus norvegicus) und Rattenloch
Wanderratte (Rattus norvegicus)
  • Größe: zwischen acht und 20 Zentimeter
  • senkrecht nach unten und dann schräg abzweigend verlaufend
  • Loch-Umrandung gänzlich ohne Auswurf
  • spindelförmiger, schwarz-glänzender Kot auf Boden

Hinweis: Das Erkennen von Ratten in Gärten ist besonders wichtig, denn sie können zu einer echten Plage werden und sind Überträger von Krankheitserregern.   

Bekämpfung

Besteht das Wissen oder der Verdacht, dass sich zahlreiche Ratten auf dem Grundstück angesiedelt haben, sollte unverzüglich das zuständige Ordnungsamt benachrichtigt werden. Hier erhalten Sie Informationen über professionelle Schädlingsbekämpfer, denen die Bekämpfung überlassen werden sollte.

Ist nur von einer, maximal zwei Ratten auszugehen, ist eine Vertreibung mittels verschiedener Gerüche möglich:

  • Chili- und Pfefferpulver in die Löcher und auf Laufwege streuen
  • Lappen in Terpentin legen und vollgesaugt in die Löcher stecken und an mehreren Stellen im Garten auslegen
  • Katzenstreu mit Urin und Kot verteilen

Spitz- und Feldmaus

Im Gegensatz zur Wühlmaus hinterlassen Spitz- und Feldmäuse beim Buddeln von Löchern im Garten keine Erdhaufen. Diese graben sie, um an unterirdische Nahrung zu gelangen. Dazu gehören vor allem Wurzeln von Obst- und Gemüsepflanzen. Die Löcher sind relativ einfach zu den Spitz- und Feldmäusen zuzuordnen.

Mäuselöcher erkennen

Feldmaus (Microtus arvalis) gräbt Loch im Garten
Feldmaus (Microtus arvalis)
  • Größe: circa zwei Zentimeter Durchmesser
  • sehr runde Form
  • ohne Auswurf
  • geringe Lochtiefe
  • flach verlaufende Gänge dicht unter Erdoberfläche erkennbar
  • Kot schwarz und leicht glänzend; kleiner als von Ratten

Tipp: Ein eindeutiges Anzeichen für Mäuse im Garten ist an Pflanzen zu erkennen. Führen die Gänge in Richtung Pflanzen, sollten diese auf Wachstums- und Stabilitätsstörungen untersucht werden, die durch das Anfressen der Wurzeln verursacht werden.

Bekämpfung

Solange es sich um größere Gruppen von Spitz- und Feldmäusen handelt, ist eine Bekämpfung nicht erforderlich. Sie können sogar behilflich sein, schädliche Insekten von Obst- und Gemüsepflanzen fernzuhalten, weshalb sie bei manch einem Hobbygärtner gern gesehen sind. Sind es aber zu viele, sind sie einfach mit Düften zu vertreiben. Weil manche Arten unter Artenschutz fallen, ist eine Tötung zu unterlassen. Zu geeigneten Gerüchen zählen:

  • Knoblauch (nur in Kombination mit anderen Duftstoffen, da geringe Wirkung)
  • Pfefferminzöl
  • gebrauchtes Katzenstreu
  • Essig

Waschbär

Wenn Waschbären in der Erde buddeln, versuchen sie an Nahrung zu gelangen. Sie graben aber weniger typische Löcher, sondern eher Vertiefungen. Weil vor allem feine Erde beim Scharren durch die Krallen-Zwischenräume hindurch gelangt und aufgewirbelte Erde weit nach hinten fliegt, entstehen keine Erdhaufen.   

Waschbär-Loch erkennen

Waschbär gräbt nach Nahrung im Garten
  • teils tiefe Kratzspuren
  • Rillenbildung
  • oberflächliche Vertiefungen

Bekämpfung

In der Regel ziehen Waschbären zügig wieder aus Gärten ab, wenn sie dort lediglich ein paar Kleininsekten finden können. Sie bevorzugen größere Leckerbissen, wie beispielsweise Hühner oder deren Eier und Nachwuchs. Allerdings verbleiben manche auch und graben mitunter ganze Gartenflächen um. Dann ist eine Vertreibung auf folgende Weise angeraten, die ihren empfindlichen Geruchssinn stören:

  • laute Geräusche wie beispielsweise Musik oder Ultraschall mit hoch-frequenten Tönen
  • Lavendel auslegen
  • Mottenkugeln verteilen
  • aufgeschnittene Chilischoten und/oder Chili- und Pfefferpulver verstreuen

Vögel

Am häufigsten kommen winzig kleine Löcher vor, die sich über Rasenflächen und Beete erstrecken. Dahinter verbergen sich in der Regel Vögel, die unter der Erdoberfläche auf Nahrungsfang gehen. Amseln, Drosseln und Stare ergattern so Käferlarven und Grünspechte Ameisen.

Weil sie überwiegend nur in lockerer Erde picken, entstehen lediglich Löcher ohne Auswurf beziehungsweise ohne erkennbare Erdhaufen.

Löcher erkennen

Spatz pickt nach Nahrung im Boden
Spatz (Passer domesticus)
  • Größe: bis circa zwei Zentimeter Durchmesser
  • Lochtiefe: je nach Schnabellänge bis etwa fünf Zentimeter
  • verlaufen senkrecht nach unten
  • zahlreiche Löcher in naher Umgebung
  • häufig Scharr-Spuren um Löcher herum

Bekämpfung

Keine Bekämpfung! Durch die Löcher entsteht kein Schaden, im Gegenteil. Vögel sind behilflich, Pflanzenschädlinge im Erdreich zu entfernen, bevor sie an die Pflanzen gelangen.

Häufig gestellte Fragen

Sollten Löcher im Garten nach Vertreibung grundsätzlich verschlossen werden?

Ja, denn sie bieten nicht nur eine Basis für einen erneuten Zugang, sondern stellen auch für Sie und andere Personen eine Unfallgefahr dar. Ausnahmen bilden die Löcher von Vögeln und Waschbären.

Wann im Jahr ist die Chance von Löchern im Garten am höchsten?

Es gibt keine bestimmte Jahreszeit. Ab Frühjahr treibt es die meisten Tiere aus ihren Winter- und Schutzquartieren. Je feuchter es ist, desto leichter können die Löcher gegraben werden. Der Winter fällt aufgrund von Bodenfrost damit weg.

Sollte ich bereits bei Entdeckung von einem Loch im Garten reagieren?

Normalerweise ist das nicht erforderlich, es sei denn, es ist ein Erdwespennest und könnte zu einer Gefahr werden. Deshalb sollten Sie auch bei einem einzigen Lochfund zumindest herausfinden, welches Tier es gegraben hat. Zudem sollte der Garten in kurzen, regelmäßigen Abständen auf eventuelle weitere Löcher kontrolliert werden, um frühzeitig reagieren zu können.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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