Rasenpflege

Rasen

Wer einen Garten sein Eigen nennen kann, verbringt seine Freizeit natürlich am liebsten im privaten Grün. Ein satter, grüner Rasen bietet dabei die Grundlage für einen schönen, gepflegten Garten. Dabei wird die Rasenpflege jedoch oft unterschätzt. Ganz egal ob Sie der Typ „englischer Rasen“ oder doch eher der wilde Rasen-Typ sind, ein Rasen ist kein Selbstläufer und möchte gehegt und gepflegt werden. Dazu gehören unter anderem natürlich der regelmäßige Schnitt, der passende Dünger und das gezielte Lüften des Rasens. Mit unseren Tipps zur Rasenpflege erstrahlt Ihre Gartenoase wieder in vollem Grün.

Rasen anlegen

Saatgut beim Rasen säen gleichmäßig verteilenEin schöner Rasen will gut geplant sein. Zuallererst sollten Sie sich im Klaren darüber werden, wofür Sie den Rasen verwenden möchten – als Spiel-und Sportfläche? Ausschließlich zur Zierde oder als Blumenwiese? Für welchen Rasentyp Sie sich auch entscheiden, die Grundlage für ein gutes Rasenwachstum bildet die richtige Bodenvorbereitung. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr. Im März-April lockern Sie den Boden auf.  Wurzeln, Steine und Unkraut sollten Sie dabei entfernen. Reichern Sie den Boden mit Kompost, Hornspänen und Sand an, alternativ lässt sich auch Rasendünger aus dem Handel verwenden. Der aufgelockerte Boden sollte anschließen für 2-3 Wochen ruhen. Nach der Ruhephase harken und jäten Sie noch einmal, bis Sie eine ebenmäßige, unkrautfreie Oberfläche erhalten haben. Haben Sie den Boden optimal vorbereitet, können Sie sich an das Anlegen des Rasens wagen.

Tipp: Schwere Bodenarbeiten lassen sich durch den Einsatz von Maschinen, wie beispielsweise einer Bodenfräse, enorm erleichtern. Baumärkte bieten diese kostengünstig zur Ausleihe an.

Rasen neu anlegen oder erneuern

Rasen neu anlegen oder erneuern – Tabelle: Kosten/Preise je m²

Um einen Rasen richtig anzulegen bedarf es einer intensiven Planung von der Budgetierung bis hin zur perfekten Bodenvorbereitung. Diese Prämisse gilt für die Neuanlage...

Aussäen

Gut Ding will Weile haben – das gilt auch für einen schönen Rasen. Möchten Sie zusehen, wie sich Ihr Garten in eine grüne Oase verwandelt oder möchten Sie einige kahle Stellen ausbessern, dann sollten Sie auf das Säen von Rasensamen setzen. Rasensaat ist winterhart, es kann also das ganze Jahr über ausgesät werden. Im Frühjahr und besonders im Hebst, sind die Bedingungen für ein gutes Wachstum jedoch am besten. Der Boden hat noch genug Restwärme, es gibt noch genug Sonnenstunden und ausreichend Feuchtigkeit.

Setzen Sie auf hochwertiges Saatgut, welches zur Art der Rasennutzung passt. Spiel- und Sportrasenmischungen sind besonders belastbar, während sich Schattenrasen, für Bereiche mit wenig Sonneneinstrahlung eignen. Mit einem Streuwagen lässt sich das Saatgut gleichmäßig verteilen. Direkt nach der Aussaat sollten Sie einen phosphorhaltigen Startdünger verwenden. Anschließend arbeiten Sie das Saatgut mit einem Rechen in die Fläche ein, so dass es den bestmöglichen Bodenkontakt erhält und gut anwachsen kann. In den ersten Wochen nach der Aussaat halten Sie den Boden gleichmäßig feucht.

Rasen Aufbau
Rasenwachstum im Jahresverlauf

Rollrasen

Möchten Sie nicht lange auf Ihren neuen Rasen warten, dann ist Rollrasen eine schnelle und einfache Lösung. Innerhalb eines Tages erstrahlt Ihr Garten in saftigem Grün. Ob Sie den Rasen vom Profi verlegen lassen möchten oder ob Sie das Geld sparen wollen und selbst tätig werden wollen liegt bei Ihnen. Was zählt sind die richtigen Voraussetzungen. Das Frühjahr ist der beste Zeitpunkt zum Verlegen von Rollrasen. Das Gras hat genug Zeit sich im Boden zu verankern und Kräfte für den Winter zu sammeln. Grundsätzlich können Sie jedoch das ganze Jahr über Rollrasen verlegen. Dabei sollten Sie jedoch folgende Punkte beachten:

  • Gleichmäßige Feuchtigkeit, bei längeren regenfreien Phasen zusätzlich wässern
  • Mindestens 2 Wochen lang kein Bodenfrost nach Verlegung
  • Dick abgeschälten Rollrasen verwenden
  • Keine Staunässe
  • Starterdünger verwenden

Rasengestaltung

Ein schöner Rasen im Garten macht was her. Doch das Grün lässt sich vielfältig gestalten. Mit Rasenkantensteinen aus Holz entsteht ein rustikaler, naturnaher Garten. Akkurat, modern und aufgeräumt wirken Rasenkanten aus Beton.
Fehlt die Fläche, für den grünen Rasen, so lassen sich auch andere Bereiche vergrünen. Zum Beispiel mit Rasengittersteinen. Sie vereinen Optik und Funktionalität.

Mähen

Damit Ihr Rasen gut wachsen kann, bedarf er einem regelmäßigen Schnitt, das bedeutet: regelmäßiges Rasenmähen. Im Frühjahr, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist, können Sie wieder zum Mäher greifen. Befreien Sie vor dem ersten Schnitt nach dem Winter den Rasen von Unkraut, Laub und anderen Überbleibseln des Winters. Das schont zum einen den Rasenmäher und zum anderen erleichtert es das Mähen. Anfangs sollten Sie den Rasen jedoch nicht zu kurz mähen, denn er muss sich nach dem Winter erholen und Kräfte sammeln. Orientieren Sie sich bei der Schnitthöhe 1-2 cm unter der aktuellen Rasenhöhe. Das gleiche gilt für junge Rasenflächen. Die Halme haben noch nicht die nötige Kraft und würden somit einfach aus der Erde gerissen. Nach ein paar Wochen hat der Rasen genug Kraft und es kann wie gewohnt gemäht werden. Die optimale Höhe der Gräser ist dabei abhängig von der jeweiligen Verwendungsart des Rasens sowie den Witterungsverhältnissen. Für ein optimales Rasenergebnis, sollten Sie den Rasen einmal wöchentlich mähen. Ein unregelmäßiger Mährhytmus erschwert die ganze Prozedur. Zu lange Halme können die Messer des Rasenmähers verstopfen und Unkraut wächst schneller nach und nimmt den Gräsern die Nährstoffe. Mähen Sie im Besten Fall an einem bedeckten, trockenen Tag und meiden Sie die Mittagssonne, um die Schnittstellen der Halme nicht zu verbrennen. Sind die Halme nass, lassen sie sich nicht sauber abschneiden und können den Rasenmäher verstopfen.

Rasenmäher Arten
verschiedene Arten von Rasenmähern

Wachstum

Ist der Rasen ausgesät, kann man es kaum noch erwarten bis das grüne Glück sprießt. Doch das Wachstum von Rasen kann den einen oder anderen Hobbygärtner ganz schön auf die Probe stellen. Die Keimzeit von Rasensamen wird von verschieden Faktoren, wie z.B. Wasser, Licht, Sauerstoff und Temperatur beeinflusst. Damit die Rasensamen gut anwachsen, bedarf es einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C. Erst dann beginnen die Samen zu quellen, nehmen Nährstoffe auf und durchdringen die Samenschale, um letztlich Wurzel und Kiemblatt zu bilden. Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege können Sie die Keimung des Rasens allerdings auch ankurbeln und beschleunigen.

Rasenhöhe gibt an, wann gemäht wird

Wie schnell wächst Rasen? Wie lange wächst Gras im Herbst?

Wenn im Frühjahr die ersten Krokusse im Garten sprießen, bleiben die Auswirkungen der winterlichen Niederschläge häufig sichtbar. Statt sattem Grün weist das Gras eine...

Düngen

Zu einer guten Rasenpflege gehört auch das richtige Düngen, denn Rasen kann nur gut wachsen, wenn auch genügend Nährstoffe vorhanden sind. Mit dem richtigen Dünger erstrahlt Ihr Rasen wieder in einem kräftigen Grün, fördert Wachstum und Wurzelbildung und wird robuster gegenüber Krankheiten und Witterung. Welche Nährstoffe Ihr Boden benötigt, können Sie mithilfe einer Bodenanalyse herausfinden. In der Regel bestehen Düngemittel meist aus Stickstoff, Kalium und Calcium. Bei der Auswahl des richtigen Düngers müssen Sie jedoch nicht sofort zum Kunstdünger greifen. Es gibt zahlreiche organische Dünger und Hausmittel, die Sie für die Nährstoffzufuhr verwenden können, dazu gehören unter anderem Kaffeesatz, Pflanzenjauchen und Kompost.

Der Zeitpunkt und die richtige Dosierung des Düngers sind abhängig vom Zustand Ihres Rasens. Allgemein sollte der Rasen 2x jährlich eine Düngung erhalten. Die erste Düngung im Frühjahr unterstützt die Pflanzen bei ihrem Wachstum. Die Herbstdüngung stärkt dann den Rasen, damit die Pflanzen besser durch den Winter kommen.Stark beanspruchter Rasen, wie Spiel- und Sportrasen sollte sogar 3x pro Jahr gedüngt werden.  Es empfiehlt sich, den Dünger vor einem Regentag auszubringen. So können die Nährstoffe besser aufgenommen werden. Vermeiden Sie das Düngen zur Mittagszeit oder bei zu starker Sonneneinstrahlung. Trockener Boden kann den Dünger nicht aufnehmen und er verbrennt auf den Pflanzen.

Bewässern

Wenn das Wetter im Sommer warm und trocken ist, verwandelt sich der einst so saftig grüne Rasen schnell in eine gelbe, dürre Landschaft. Doch dann ist es meistens schon zu spät. Damit Ihnen, das nicht passiert, sollten Sie während längerer Trockenperioden den Rasen zusätzlich wässern, sobald sie die ersten hängenden Blätter beobachten. Egal ob Sie ganz klassisch zur Gießkanne greifen, den Gartenschlauch nutzen oder Rasensprenger und automatische Bewässerungssysteme nutzen, die richtige Wassermenge ist entscheidend. Das Wasser sollte daher etwa 15 Zentimeter weit in den Boden einsickern. Dafür sind Wassermengen von ca. 10-20 Liter/m² nötig.

Rasen bewässern

Lüften

Damit die Gräser wieder genügend Nährstoffe und Wasser aufnehmen können und auch Luft an die Wurzeln gelangen kann, muss der Boden atmen können. Indem Sie Ihren Rasen vertikutieren, entfernen Sie altes Schnittgut und filzige Verdichtungen. Dafür gibt es spezielle Vertikutierer, dessen Messer in den Boden eindringen, ohne die Wurzeln zu beschädigen. Der perfekte Zeitpunkt zum Vertikutieren ist im Frühjahr, zusätzlich kann ein weiteres Mal im Herbst vertikutiert werden. Beim Aerifizieren, also dem Lüften, wird hingegen die obere Bodendecke durchlöchert, um das Erdreich aufzulockern und mit Sauerstoff zu versorgen. Lüften Sie Ihren Rasen, nach dem Sie vertikutiert haben.

Hinweis: Im Handel sind Kombigeräte zum Vertikutieren und Belüften erhältlich.

Häufige Fehler

Sie fragen sich, warum Ihr Rasen nicht im gewünschten Grün erstrahlt? Möglicherweise waren Ihre Pflegemaßnahmen fehlerhaft. Damit Ihr Rasen wieder saftig grün sprießt, vermeiden Sie diese 10 Fehler bei der Rasenpflege.

Fehler bei der Rasenpflege

Ungebetene Gäste

Erdhaufen, weiße Flecken und kahle Stellen lassen den Rasen ungepflegt erscheinen und wirken nicht einladend. Verantwortlich sind meistens Tiere oder Krankheiten. Doch tierische Besucher müssen nicht gleich schädlich sein. Wenn Tiere, wie beispielsweise Maulwürfe, Ihren Garten als Heim auserkoren haben, bedeutet das, dass in Ihrem Garten das Gleichgewicht stimmt. Es gibt jedoch auch ungebetene Besucher, die Wurzeln fressen und Pflanzen schädigen können. Prüfen Sie, in Fällen von Tieren oder Krankheiten, immer zuerst die Ursachen und versuchen Sie das Problem mit Hausmitteln in den Griff zu bekommen bevor Sie zur Chemiekeule greifen. Auf lange Sicht schaden Sie damit Ihrem Garten und der Umwelt.

Tiere

Für den einen lästig, für andere nützlich. Nicht alle tierischen Besucher im Garten wollen Schaden anrichten. Einige Krabbler sind sogar hilfreich für das Grün. Wenn Sie in Ihrem Rasen Löcher oder Hügel entdecken handelt es sich vielleicht um die Wühlmaus oder aber um den Maulwurf. Indizien für andere Tierchen sind angefressene Pflanzen und Wurzeln. Überlegen Sie gut ob es sich tatsächlich um einen Schädling handelt, den Sie loswerden müssen oder ob sich das Zusammenleben mit dem Untermieter arrangieren lässt.

Krankheiten

Auch der schönste Rasen, kann von Krankheiten heimgesucht werden. Meist sind sie jedoch auf Fehler in der Rasenpflege zurückzuführen. Inspizieren Sie Ihren Rasen genau, um etwaige Rasenkrankheiten sofort zu identifizieren und richtig behandeln zu können.

Rasenkrankheiten erkennen

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Rasenkalender

Anhand unseres Rasenpflegekalenders, können Sie jederzeit ablesen, welche Maßnahmen im jeweiligen Monat anstehen. Hier finden Sie alle wichtigen Daten auf einen Blick.

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