gelbe Blätter - Titel

Gelbe Blätter an Ihrer Gurkenpflanze sind ein Zeichen für Pflegefehler, Erkrankungen oder einen Schädlingsbefall. Sobald Sie die verschiedenen Ursachen kennen, können Sie dem Problem mit den passenden Lösungen entgegenwirken.

Auf den Punkt gebracht

  • gelbe Blätter können durch einen Wassermangel oder Überschuss entstehen
  • ein Nährstoffmangel kann zum Vergilben der Blätter führen
  • Krankheiten werden durch Pilze und Viren verursacht
  • besonders gefährlich ist die Verticillium-Welke, die die gesamte Gurkenernte gefährden kann
  • zu den häufigsten Schädlingen an Gurkenpflanzen gehören Blattläuse und Spinnmilben

Falsch gewässert

Wenn Sie gelbe Blätter an Ihrer Gurkenpflanze entdecken, sollten Sie immer zuerst das Substrat am Standort überprüfen. Eine der häufigsten Ursachen für Blattvergilbungen an Cucumis sativus ist die falsche Wasserversorgung. Während eine Überwässerung eher selten zu gelben Blättern führt, sind diese ein direkter Hinweis auf einen Wassermangel. Checken Sie das Substrat mit Ihrem Daumen auf Trockenheit. Falls es zu trocken ist, müssen Sie nachgießen, um die Gurkenpflanze wieder mit Feuchtigkeit zu versorgen. Verwenden Sie hierfür ausschließlich kalkarmes Wasser:

gelbe Gurke im Gemüsebeet
  • Regenwasser
  • Filterwasser
  • abgestandenes Wasser

Gegossen werden die Pflanzen täglich am Morgen, damit nicht zu viel Feuchtigkeit verdunstet. Falls der Standort dauerhaft mit Trockenheit zu kämpfen hat, mulchen Sie. Die Mulchschicht schützt den Boden vor dem Austrocknen.

Hinweis: Achten Sie darauf, das Wasser nicht über die Blätter zu gießen, da dies ebenfalls zu Vergilbungen führen kann. Wässern Sie ausschließlich das Substrat.

Fehlende Nährstoffe

Gurken zählen zu den Starkzehrern und müssen aus diesem Grund mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Fehlt es ihnen an Nahrung, zeigt sich das an einer Vergilbung des Laubs und schlechten Vitalität der Pflanze. Ideale Dünger für Gurken sind organische Langzeitdünger, die bereits bei der Pflanzung eingearbeitet werden. Geeignet sind:

  • gut gereifter Kompost
  • verrotteter Pferde- oder Rindermist

Echter Mehltau

Gelbe Blätter an Ihrer Gurkenpflanze entstehen häufig durch Pilzinfektionen, allen voran dem Echten Mehltau (Erysiphaceae). Ursachen für diesen sind Sporen, die durch Spritzwasser, Wind oder feuchtes Falllaub auf die Gurken gelangen und sich dort ausbreiten. Erkennbar ist Mehltau an den folgenden Symptomen:

echter und falscher Mehltau an Gurken
links: echter Mehltau rechts: falscher Mehltau
  • weißer Belag auf Blattoberfläche
  • pudrig
  • gelbe Verfärbungen treten auf
  • Blätter vertrocknen
  • Blätter rollen ein

Im schlimmsten Fall kann die gesamte Gurkenpflanze eingehen. Gerade in warmen Wetterphasen ist der Echte Mehltau nicht zu unterschätzen. Aus diesem Grund müssen Sie hauseigene Spritzmittel verwenden und mit diesen den Mehltau abwischen. Geeignet sind die folgenden Mischungen:

  • 1 Teil Milch und 2 Teile Wasser
  • Wasser und wenige Tropfen Spülmittel
  • 1 Teil Backpulver und 10 Teile Wasser

Mischen Sie eines dieser Mittel an und tragen Sie es in regelmäßigen Abständen auf. Alternativ zu diesen können Sie einen Sud aus Ackerschachtelhalm oder Brennnesseln herstellen und diesen verdünnt anwenden.

Tipp: Der Falsche Mehltau (Peronosporales) tritt ebenfalls bei Gurken auf und zeigt sich auf der Blattunterseite mit einem weiß-gräulichen bis braunen Pilzbelag, sowie vergilbten, fleckigen Blättern. Sie können die gleichen Lösungen wie beim Echten Mehltau anwenden, um den Falschen zu bekämpfen, der vermehrt bei feuchtem Wetter auftritt.

Gurkenmosaikvirus

Der Gurkenmosaikvirus (Cucumovirus) sorgt für Blattverfärbungen, die entsprechend dem Namen einem Mosaik ähneln. Die Blätter sind mit gelben Flecken übersät und welken, bis Sie den Virus bekämpfen. Handelt es sich um einen fortgeschrittenen Befall, bilden sich auf der Schale der Früchte Warzen und sie reifen nicht mehr richtig aus. Da der Virus von Blattläusen übertragen wird, müssen Sie diese entfernen, ebenso die vergilbten Blätter und befallenen Früchte der Gurkenpflanze. Wie bei anderen Krankheiten sollten Sie die Pflanzenteile niemals kompostieren, da sich Viren und Pilze auf diese Weise erneut im Garten ausbreiten könnten. Der Restmüll bietet sich besser für die Entsorgung an.

Hinweis: Die Blattfleckenkrankheit lässt sich auf die gleiche Weise bekämpfen wie der Gurkenmosaikvirus, ist aber an anderen Symptomen erkennbar. Einzelne Blätter verfärben sich lokal gelb, dann bräunlich und zu guter Letzt sterben sie ab.

Gurkenmosaikvirus
Quelle: DieterO, Gurkenmosaikvirus, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Verticillium-Welke

Zu den gefährlichsten Pilzkrankheiten der Gurkenpflanze gehört die Verticillium-Welke, die durch die gleichnamigen Pilze verursacht wird. Leider können Sie nichts gegen die Verticillium-Welke unternehmen, da sich die Pilze zu schnell ausbreiten und Ihre gesamte Kultur vernichten können. Aus diesem Grund müssen Sie befallene Exemplare aussortieren und entsorgen. Falls sich noch Früchte an diesen Pflanzen ausgebildet haben, müssen Sie diese ebenfalls entsorgen, da sie ungenießbar sind. Wenn Ihre Pflanzen von der Welke betroffen sind, erkennen Sie dies an den folgenden Symptomen:

  • Blätter färben sich hellgrün
  • zu Beginn untere Blätter betroffen
  • Blätter vergilben stark
  • Befall weitet sich auf gesamte Pflanze aus
  • Blätter welken
  • sterben ab
  • Pflanze schwächelt bis zum Absterben

Die Symptome fallen bei Hitze stärker aus. Eingeschleppt werden die Pilze entweder über kontaminierte Werkzeuge oder Pflanzen.

Tipp: Nutzen Sie den Standort befallener Exemplare für einen Zeitraum von zehn Jahren nicht mehr für anfällige Gewächse. Die Verticillium-Pilze können über diesen Zeitraum in der Erde verbleiben.

Blattläuse

Wie oben bereits beschrieben, sind Blattläuse der Grund für den Gurkenmosaikvirus. Die Schädlinge finden sich nicht selten in größeren Ansiedlungen auf den Gurkenpflanzen und können selbst ohne die Übertragung des Gurkenmosaikvirus gelbe Blätter verursachen. Blattläusen können plötzlich an Ihren Cucumis sativus-Pflanzen auftreten, was sie zu einer gefährlichen Plage macht. Im Gegensatz zu anderen Schädlingen sind Pflegefehler nicht ausschließlich der Grund für eine Ansiedlung. Symptome für einen Blattlausbefall sind:

Marienkäfer Blattläuse
  • Blattläuse an Gurkenpflanze erkennbar
  • Blattwerk verkrüppelt
  • gelbe Blätter
  • Honigtau erkennbar

Da Aphidoidea nicht selten Ameisen anlocken, müssen Sie ebenfalls mit diesen rechnen. Glücklicherweise gibt es genügend Hausmittel, mit denen Sie gegen die Läuse vorgehen können. Wenn Sie keine Nützlinge wie Florfliegen, Marienkäfer oder Gallmücken verwenden wollen, bleiben Ihnen noch Spritzmittel auf der folgenden Basis:

  • Milch
  • Neemöl

Während Sie das Neemöl direkt auf die Läuse sprühen können, müssen Sie die Milch im Verhältnis 1:2 mit kalkarmem Wasser mischen. Behandeln Sie mit den Spritzmitteln Ihre Gurkenpflanzen, bis die Blattläuse nicht mehr anwesend. Entfernen Sie befallene Triebe und Blätter.

Spinnmilben

Spinnmilben sind ebenfalls häufige Gurkenschädling, dessen Schadensbild dem der Blattläuse ähnelt. Das auffälligste Symptom sind die Gespinste, die an Spinnweben erinnern und zwischen den Blättern und Sprossachsen auftauchen. Die Ursachen für einen Befall mit den Tetranychidae sind vielseitig:

Spinnmilben-Befall
Spinnmilben-Befall
  • geringe Luftfeuchtigkeit
  • zu eng gepflanzt
  • Wassermangel

Speziell Gurkenpflanzen im Gewächshaus haben mit den lästigen Insekten zu kämpfen. Effektive Lösungen umfassen das Bespritzen mit Neemöl, den Einsatz eines scharfen Wasserstrahls und das Entfernen der befallenen Blätter und Triebe. Vorbeugen können Sie Spinnmilben, indem Sie die Pflanzen nicht austrocknen lassen. Das würde einen weiteren Befall begünstigen.

Häufig gestellte Fragen

Kann die Ausbreitung durch Entfernen der Blätter gestoppt werden?

Nein, das Entfernen der gelben Blätter schützt das restliche Laub nicht vor dem Vergilben. Sie müssen das Problem beheben, um die Gurken wieder auf Trab zu bringen. Einzig bei einem Schädlingsbefall oder einer Erkrankung kann es sinnvoll sein, die Blätter abzuschneiden. So können sich die Pilze und Insekten nicht so schnell ausbreiten.

Wie lassen sich Pilzerkrankungen vorbeugen?

Einer der wichtigsten Punkte, der häufig übersehen wird, ist ein zu geringer Pflanzabstand. Gurkenpflanzen sollten nie zu eng gepflanzt werden, da sonst zu wenig Frischluft an das Laub gelangt. Das wiederum fördert die Ausbreitung von Pilzen und damit verbundenen Krankheiten. Zwischen den Pflanzen sollte immer ein Abstand von 40 Zentimeter eingehalten werden. Optional setzen Sie auf eine der zahlreichen F1-Sorten, die eine bessere Resistenz gegenüber Pilzkrankheiten haben.

Wie wirkt sich die Luftfeuchtigkeit auf die Blätter aus?

Ist die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus zu gering, kann die Gurkenpflanze trotz ausreichender Wässerung gelbe Blätter bekommen. Da sie im Allgemeinen empfindlich auf anhaltende Trockenheit sind, vergilben Sie. Ist das der Fall, müssen Sie die Luftfeuchtigkeit vorsichtig erhöhen, bis sich eine Besserung einstellt. Angestrebt wird ein Wert von mindestens 60 bis 70 Prozent.

Auf was sollte bei der Kultivierung im Gewächshaus geachtet werden?

Überprüfen Sie unbedingt, ob die Gurkenpflanzen keiner kühlen Zugluft ausgesetzt sind. Lüften Sie über den Tag und schließend Sie das Gewächshaus über die Nacht.