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Pfahlwurzler: 20 tiefwurzelnde Bäume & Sträucher

Pfahlwurzler - Titel

Verschiedene Bäume und Sträucher sind nur flach im Boden verwurzelt. Andere wiederum sind tiefwurzelnd. Man nennt sie Pfahlwurzler. Diese besitzen eine lange Pfahlwurzel, die tief in das Erdreich hineinragt. Nachfolgend einige wenige Beispiele.

Auf den Punkt gebracht

  • eine Pfahlwurzel ist eine lange Hauptwurzel
  • sie wächst senkrecht tief in das Erdreich
  • Pfahlwurzler sind gut im Boden verankert
  • passen sich problemlos ungünstigen Bedingungen an
  • Flieder, Kiefer und Weißtanne sind tiefwurzelnd

Typisch für Pfahlwurzler

Pfahlwurzler gehören zu der Gruppe der Tiefwurzler. Charakteristisch für dieses Wurzelsystem ist eine lange und starke Hauptwurzel. Diese hat sich aus der Keimwurzel (Radikula) entwickelt und wächst senkrecht tief in den Boden hinein. Der Pfahlwurzel entspringen schräg oder mitunter auch waagerecht diverse Seitenwurzeln. Es handelt sich dabei um ein heterogenes Wurzelsystem. Pflanzen mit einem solchen Wurzelwerk können sich problemlos an äußerst ungünstige Standorte anpassen. Die häufigsten natürlichen Verbreitungsgebiete solcher Pfahlwurzler befinden sich daher meist in sommertrockenen Regionen. An die Böden stellen sie keine besonderen Ansprüche. Sie wachsen auf sandigen, lockeren oder kiesigen Untergründen. Gerade hier benötigen sie eine feste Verankerung, damit sie in stürmischen Zeiten nicht umkippen.

Hinweis: Auch viele Herzwurzler bilden in jungen Jahren eine Pfahlwurzel aus. Mit zunehmendem Alter werden dann noch viele starke Seitentriebe gebildet wie bei der Echten Walnuss (Juglans regia).

Arten von A – D

Amerikanisches Gelbholz (Cladrastis lutea)

Amerikanisches Gelbholz (Cladrastis lutea), Pfahlwurzler
Quelle: Stanzilla, Schlossgarten Orangerie, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Wuchs: mehrstämmige Bäume, kurzer Stamm, breite runde Krone
  • Wuchshöhe: 600 bis 1000 cm
  • Blüten: Mai bis Juni, weiß, duftend
  • Früchte: September, hellbraune Fruchthülsen, 8 cm lang
  • Standort: volle Sonne
  • Boden: frisch, tiefgründig, nährstoffreich
  • Besonderheit: gelbes glattes Holz, bienenfreundlich

Bergulme (Ulmus glabra)

Bergulme (Ulmus glabra)
  • Wuchs: Laubbaum, dicht, breitausladend
  • Wuchshöhe: 2500 bis 3500 cm
  • Blüten: März bis April, braunviolett
  • Früchte: ab Mai, geflügelte grüne Nüsschen
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: durchlässig, nährstoffreich, kalkhaltig

Besenginster (Cytisus scoparius)

Besenginster (Cytisus scoparius), Pfahlwurzler
  • Wuchs: aufrechter Strauch, breit, später überhängende Zweige
  • Wuchshöhe: 150 bis 200 cm
  • Blüten: Mai bis Juni, gelbe und rote Farbtöne
  • Früchte: ab August/September, Hülsenfrüchte mit Samen
  • Standort: Sonne
  • Boden: sandiger bis normaler Gartenboden
  • Besonderheit: insektenfreundlich, auch als Kübelpflanze geeignet

Birne, Gemeine (Pyrus communis)

Gemeine Birne (Pyrus communis)
Quelle: Joris Egger, Trübler Baum, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Wuchs: Bäume, sparrig verzweigt, hochgewölbte Krone
  • Wuchshöhe: 500 bis 1500 cm
  • Blüten: April bis Mai, weiß
  • Früchte: September bis Oktober, birnenförmig
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: tiefgründig, nährstoffreich

Hinweis: Bei länger anhaltender Trockenheit sind Wassergaben notwendig. Die Bäume benötigen einen regelmäßiger Rückschnitt.

Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa)
Kaiserbaum

Paulownia tomentosa, Blauglockenbaum
Paulownia tomentosa, Blauglockenbaum
  • Wuchs: Laubbaum, starre Triebe, lockere breite Krone
  • Wuchshöhe: 800 bis 1500 cm
  • Blüten: April bis Mai, violettblau, duftend
  • Früchte: ab September, Fruchtkapseln mit Samen, grau-braun
  • Standort: Sonne
  • Boden: mäßig trocken bis frisch, durchlässig, kiesig – sandig, schwach sauer bis stark alkalisch

Arten von E – F

Echter Rotdorn „Paul`s Scarlet“ (Crataegus laevigata „Paul´s Scarlet)

Echter Rotdorn Paul`s Scarlet (Crataegus laevigata Paul´s Scarlet)
  • Wuchs: Großstrauch oder kleine Bäume, breit-kegelförmig, bedornte Triebe
  • Wuchshöhe: 400 bis 600 cm
  • Blüten: Mai bis Juni, dunkelrot, gefüllt
  • Früchte: ab September, selten, ziegelrote Apfelbeeren
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: nährstoffreich, mäßig trocken bis feucht, lehmig-tonig

Eibe (Taxus baccata)

Taxus baccata, Europäische Eibe
Taxus baccata, Europäische Eibe
  • Wuchs: aufrechter Busch, dicht verzweigt, immergrün
  • Wuchshöhe: 200 bis 1000 cm
  • Blüten: Mai bis April, männliche als kugelige Kätzchen, weibliche unscheinbar
  • Früchte: September bis Oktober, kleine rote Scheinbeeren
  • Standort: Sonne bis Schatten
  • Boden: kalktolerant, feucht, keine Staunässe
  • Besonderheit: alle Pflanzenteile stark giftig

Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna)

Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna), Pfahlwurzler
  • Wuchs: Großstrauch oder kleiner Baum, dicht, Triebe bedornt
  • Wuchshöhe: 200 bis 500 cm
  • Blüten: Mai bis Juni, weiß, duftend
  • Früchte: September, scharlachrote Apfelfrüchte, essbar, säuerlich-süßer Geschmack
  • Standort: Sonne bis Schatten
  • Boden: kalkhaltig, nährstoffreich
  • Besonderheit: gutes Vogelnähr- und schutzgehölz

Elsbeere (Sorbus torminalis)

Elsbeere (Sorbus torminalis), Pfahlwurzler
Quelle: AnRo0002, 20170421Sorbus torminalis1, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Wuchs: aufrechter Baum, dichte Krone
  • Wuchshöhe: 800 bis 1500 cm
  • Blüten: Mai bis Juni, weiß, duftend
  • Früchte: ab Oktober, kleine Apfelfrüchte, braun, saurer Geschmack
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: durchlässig, nährstoffreich, kalkhaltig, trocken bis frisch
  • Besonderheit: gutes Vogelnährgehölz

Esskastanie (Castanea sativa)
Edelkastanie, Marone

Esskastanie (Castanea sativa)
  • Wuchs: Laubbäume, kräftig, dicht
  • Wuchshöhe: 1500 bis 2000 cm
  • Blüten: Juni bis Juli, grünlichweiß
  • Früchte: Ernte September bis Oktober, 2 bis 3 cm große Nüsse, mild-aromatischer Geschmack
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: sandig-lehmig, leicht sauer, frisch, nährstoffreich
  • Besonderheit: Früchte bis März lagerfähig, bienenfreundliches Gehölz

Arten von G – J

Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris)

Gemeiner Flieder (Syringa vulgaris), Pfahlwurzler
  • Wuchs: großer Strauch oder kleiner Baum, aufrecht, dicht verzweigt
  • Wuchshöhe: 250 bis 700 cm
  • Blüten: April bis Juni, blau-violett, stark duftend
  • Früchte: September bis Oktober, braune Fruchtkapseln mit Samen
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: trocken, frisch, gut durchlässig, nährstoffreich, sandig-humos
  • Besonderheit: ausläuferbildend, stark wuchernd

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis), Pfahlwurzler
  • Wuchs: Baum oder Strauch, verzweigter Stamm, immergrün
  • Wuchshöhe: 100 bis 800 cm
  • Blüten: April bis Juni, eiförmig, männliche gelblich, weibliche unscheinbar grünlich
  • Früchte: August bis Oktober, kugelige bläuliche Beerenzapfen
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: durchlässig, trocken, nährstoffarm, schwach alkalisch bis leicht sauer
  • Besonderheit: für Menschen giftig

Gewöhnlicher Judasbaum (Cercis siliquastrum)

Judasbaum (Cercis siliquastrum)
  • Wuchs: Strauch, seltener Bäume, trichterförmig
  • Wuchshöhe: 200 bis 600 cm
  • Blüten: April bis Mai, purpurrosa, duftend
  • Früchte: ab September, braune Hülsenfrüchte, leicht giftig
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: kalkhaltig, nicht zu nährstoffreich, locker

Hundsrose (Rosa canina)

Hundsrose (Rosa canina)
  • Wuchs: aufrechter Strauch, hängende Zweige
  • Wuchshöhe: 200 bis 300 cm
  • Blüten: Juni bis Juli, weißrosa, leicht duftend
  • Früchte: ab September, hell bis scharlachrote Hagebutten
  • Standort: Sonne bis Schatten
  • Boden: tiefgründig, nährstoffreich
  • Besonderheit: Hagebutten mit hohem Vitamin C-Gehalt

Japanische Nelkenkirsche (Prunus serrulata)

japanische Blütenkirsche
Quelle: Björn S…, Japanese Cherry – Prunus serrulata (41663811531), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • Wuchs: Baum oder Strauch, trichterförmige Krone
  • Wuchshöhe: 500 bis 1000 cm
  • Blüten: April bis Mai, rosa, gefüllt
  • Früchte: ab Juli, oval bis rund, purpurfarben bis schwarz, essbar
  • Standort: Sonne
  • Boden: tiefgründig, locker, sandig -lehmig, leicht kalkhaltig

Arten von K – Z

Kiefer (Pinus)

Pinus sylvestris, Waldkiefer
Pinus sylvestris, Waldkiefer
  • Wuchs: Nadelbäume, immergrün, lockere Aststockwerke, schirm- bis kegelförmige Krone
  • Wuchshöhe: 1500 bis 4000 cm
  • Blüten: Mai bis Juni, weibliche rötlich am Ende der Kurztriebe, männliche rot bis rotbraun
  • Früchte: September bis Oktober, eiförmige Zapfen, gestielt
  • Standort: volle Sonne
  • Boden: sandig-lehmig, stark sauer bis alkalisch
  • Besonderheit: sehr anpassungsfähig an alle Standorte

Quitte (Cydonia oblonga)

Quitte, Cydonia oblonga
Quitte, Cydonia oblonga
  • Wuchs: kleinere Bäume auch Sträucher, sparrig verzweigt
  • Wuchshöhe: 200 bis 400 cm
  • Blüten: April bis Juni, einfach weiß
  • Früchte: Ernte Oktober, gelb, apfelähnlich, süß-aromatischer Geschmack
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: durchlässig, normaler Gartenboden

Hinweis: Quittenbäume sind recht langsam wachsend und benötigen daher kaum Pflege.

Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

Sanddorn (Hippophae rhamnoides); Pfahlwurzler
  • Wuchs: Großstrauch, sparrig verzweigt, bedornte Triebe
  • Wuchshöhe: 200 bis 500 cm
  • Blüten: April bis Mai, braun
  • Früchte: August bis September, orange, ei- bis walzenförmig, säuerlicher Geschmack
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: sandig, locker, durchlässig
  • Besonderheit: Früchte mit hohem Vitamin C-Gehalt, Vogelschutzgehölz

Stieleiche (Quercus robur)
Deutsche Eiche

Quercus robur, Stieleiche
Quercus robur, Stieleiche
  • Wuchs: Baum, runde Krone, kurzer Stamm
  • Wuchshöhe: 2500 bis 3500 cm
  • Blüten: Mai, grünlich
  • Früchte: ab September, gestielte Eicheln, 2 bis 3,5 cm lang
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: nährstoffreich, lehmig, tiefgründig, kalkhaltig, mäßig sauer

Weißtanne (Abies alba)

Weißtanne (Abies alba)
  • Wuchs: Nadelbaum, immergrün, aufrecht
  • Wuchshöhe: 1000 bis 5000 cm
  • Blüten: April bis Juni, gelbe Kätzchen
  • Früchte: September bis Oktober, Zapfen aufrechtstehend auf Ästen, 14 cm lang
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: feucht, humos, sauer bis alkalisch
  • Besonderheit: gutes Vogelschutz- und nährgehölz

Häufig gestellte Fragen

Welche Vorteile haben Pfahlwurzler gegenüber von Flachwurzlern?

Da sie tiefwurzelnd sind, haben sie eine höhere Standfestigkeit. Die Wurzeln breiten sich nicht stark aus und können so keine Schäden an Bauwerken oder Terrassen verursachen. Da sie Wasser aus tieferen Erdregionen ziehen, können sie problemlos unterpflanzt werden. Weiterhin tragen sie zu einer Bodenverbesserung bei.

Ist es möglich Pfahlwurzler einfach umzupflanzen?

Bei älteren Gehölzen kann es zu Problemen kommen, denn die Wurzel darf nicht beschädigt werden. Da sie tief in das Erdreich hinein geht, ist ein Ausgraben sehr schwierig. Daher sollten Bäume und Sträucher, die tiefwurzelnd sind, nur in jungen Jahren umgepflanzt werden. Sie sollten nicht älter als drei Jahre sein. Es kann sonst passieren, dass ältere Gehölze nicht wieder anwachsen.

Was ist beim Pflanzen von Pfahlwurzlern zu beachten?

Da diese Pflanzen tiefwurzelnd sind, muss die Wahl des Standorts sorgfältig erfolgen. Ein späteres Umpflanzen ist nicht zu empfehlen. Wichtig ist, dass solche Gewächse nicht direkt über unterirdisch verlegten Rohren oder Kabeln gepflanzt werden. Mit der Zeit würden sie diese zerstören. Natürlich muss abhängig von der Größe, ein gewisser Abstand zum Nachbargrundstück etc. eingehalten werden.

Maria liebt die exotische Pflanzenwelt. Neben ihrem Zitronenbaum "John Lemon" findet man bei ihr Zuhause unter anderem auch ein Avocado-Bäumchen und eine Ananas-Pflanze.

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