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Kleine schwarze Fliegen auf schmutziger Tischdecke

Kleine schwarze Fliegen, aber keine Trauermücken

Meist handelt es sich bei kleinen schwarzen Fliegen in der Wohnung um Trauermücken. Doch das muss nicht zwingend so sein, es gibt auch noch einige andere Arten.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • oft schwer zu erkennen, um welche Insekten es sich handelt
  • meist sind es Trauermücken, selten andere Arten
  • nicht alle schaden Pflanzen oder gar Mensch und Tier
  • Bekämpfung durch Klebetafeln möglich
  • Vorbeugung am besten durch Insektenschutzgitter

Trauermücken

Wenn sich kleine schwarze Fliegen in der Wohnung ausbreiten, denkt man häufig zuerst an Trauermücken (Sciaridae), vor allem dann, wenn sich außerdem viele Topfpflanzen in den Zimmern befinden. Doch nicht jede kleine Fliege ist eine Trauermücke. Aufgrund der Winzigkeit der Insekten ist es jedoch oft schwierig, die einzelnen Arten sicher zu unterscheiden und zu erkennen. Merkmale der Trauermücke:

  • Körperlänge bis 7 mm
  • sehr schlanke Form
  • dunkle Grundfärbung
  • vergleichsweise lange Beine
  • lebt in Topferde von Zimmerpflanzen
Trauermücke (Sciaridae) auf Knospe

Hinweis: Die Trauermücke ist einer der häufigsten Schädlinge an Zimmerpflanzen, deshalb werden schwarze Fliegen häufig zuerst dieser Art zugeordnet.

Mögliche andere Fliegenarten

Nachfolgend listen wir weitere kleine schwarze Fliegen auf, die auf den ersten Blick den Trauermücken ähneln.

Blattläuse

Normale Blattläuse (Aphidoidea) an Pflanzen kann man nur schwerlich mit Trauermücken verwechseln, aber es gibt geflügelte Exemplare, die bei einer nachlässigen Betrachtung ähnlich aussehen können.

Blattläuse mit Flügeln
  • wenige Millimeter groß
  • grün, schwarz oder braun
  • häufig ohne Flügel
  • lebt als Kolonien an Pflanzen, saugt Pflanzensäfte

Gemeine Fenstermücke

Eigentlich leben diese Mücken (Sylvicola fenestralis) draußen, doch ab und an verirren sie sich ins Haus und sitzen dann gern am Fenster. Da die Larven sich von fauligen Kartoffeln ernähren, kann es im Haus unter bestimmten Umständen auch zu einer Vermehrung kommen.

Gemeine Fenstermücke (Sylvicola fenestralis)
Quelle: Entomart, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sylvicola_fenestralis01.jpg
  • bis 6 mm lang
  • dunkle Grundfärbung, selten heller
  • lange Beine
  • überwiegend harmlos, richtet im Haus kaum Schäden an

Haus-Fensterfliege

Bei der Haus-Fensterfliege (Scenopinus fenestralis) handelt es sich nicht um einen Schädling. Die Larven leben räuberisch und stellen auch der Kleidermotte nach. Deshalb kann dieses Insekt im Haus eher als Nützling gelten.

Haus-Fensterfliege (Scenopinis fenestralis)
Quelle: AfroBrazilian, Scenopinus fenestralis 01, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • bis 6 mm Länge
  • schlanker Körperbau
  • dunkle Grundfärbung
  • Fühler vergleichsweise kurz
  • sitzt gern am Fenster

Hinweis: Sind im Haus mehrere dieser Tiere aufzufinden, kann dies auf einen Befall mit Kleidermotten hindeuten.

Märzfliege

Auch bei dieser Fliege (Bibio marci) handelt es sich eigentlich um eine Mücke. Sie lebt im Freien und verirrt sich nur selten ins Haus. Dort tritt sie nie in Massen auf und kann sich auch nicht einfach so vermehren.

Märzfliege (Bibio marci)
  • bis 8 mm lang
  • länglicher, schwarzer Körper
  • helle Flügel, die bunt schimmern können

Obstfliegen

Fruchtfliegen (Drosophilidae) befinden sich besonders im Sommer dort, wo viel reifes oder überreifes Obst gelagert wird. Meist sind sie gut von der Trauermücke zu unterscheiden, weil sie etwas plumper und nicht so dunkel sind.

Drosophila melanogaster (Weibchen)
Drosophila melanogaster (Weibchen)
Quelle: Reinhold Möller, Taufliege (Drosophila melanogaster)-20200607-RM-210232, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Weitere Merkmale:

  • wenige Millimeter groß
  • Körper oft rötlich oder orange, selten auch dunkel
  • wird von gärendem Obst angezogen
  • lebt nicht in Topferde

Pilzfliegen

Pilzfliegen können durch Waldpilze, selten auch gekaufte Pilze eingeschleppt werden. Die Larven ernähren sich von den Pilzen. Dabei findet die Entwicklung sehr rasch statt, so dass es durchaus vorkommen kann, dass erwachsene Tiere dann im Haus herumfliegen. Sie sind jedoch harmlos und verschwinden von allein wieder, da sie keine Lebensgrundlage im Haus vorfinden.

Schmetterlingsmücke

Schmetterlingsmücken (Psychodidae) sind nicht ganz so oft im Haus anzutreffen wie die Trauermücke, trotzdem können sich einzelne Exemplare nach drinnen verirren. Die so genannte Abortfliege wird von Toiletten und Klärgruben angelockt und kann sich dann auch massenhaft vermehren.

Schmetterlingsmücke (Clogmia alpipunctata)
Die auch als „Abortfliege“ bezeichnete Clogmia albipunctata ist die wohl weitverbreitetste Schmetterlingsmückenart in Mitteleuropa.

Merkmale der Schmetterlingsmücken:

  • Körperlänge bis 5 mm
  • dunkle Grundfärbung
  • Flügel schmetterlingsartig
  • nicht so schlank wie die Trauermücke

Bekämpfen

Es ist meist nicht allzu schwer, ausgewachsene Exemplare zu bekämpfen. Je nachdem, wie aktiv die Insekten sind, kann der Staubsauger hilfreich sein. Mit ihm können auch Ritzen und Spalten ausgesaugt und gereinigt werden.

Gelbtafel
Gelbtafel

Gelbtafeln eignen sich für Topfpflanzen. Klebefallen fangen fliegende Insekten im Wohnraum. Für Obstfliegen gibt es spezielle Fallen.

Eine chemische Bekämpfung mit entsprechenden Insektensprays ist meist unnötig und schädlich, besonders wenn sich Haustiere in der Wohnung befinden.

Vorbeugen

Wichtiger als die Bekämpfung ist das Vorbeugen gegen einen Befall mit kleinen schwarzen Fliegen. Dazu folgende Tipps beachten:

  • neue Topfpflanzen genau kontrollieren und für einige Zeit separat aufstellen
  • Obst nicht offen herum liegen lassen
  • reifes Obst bald verbrauchen
  • Fenster und Türen mit Insektenschutzgittern versehen
  • Zimmerpflanzen regelmäßig kontrollieren
Obsthaube über Obstschale
Mit einer feinmaschigen Schutzhaube kann man die Obstschale in der Küche gut abdecken.

Häufig gestellte Fragen

Woher kommen kleine schwarze Fliegen?

Die Ursachen hängen immer von der jeweiligen Insektenart ab. Häufig kauft man Eier, Larven oder auch erwachsene Tiere mit Obst oder neuen Topfpflanzen ein. Offene Türen und Fenster ohne Insektenschutz laden auch Arten zum Hereinfliegen ein, die eigentlich nicht im Haus leben.

Müssen kleine Fliegen immer bekämpft werden?

Es ist nicht immer notwendig, jedes einzelne Exemplar zu fangen. Wenn die Fliegen jedoch in Massen auftreten, werden sie schnell so lästig, dass an sie nicht mehr im Haus haben will. Oft reicht es, die Ursache für den Befall zu beseitigen, die Insekten sterben dann nach und nach aus.

Welche Schäden richten schwarze Fliegen an?

Die ausgewachsenen Fliegen richten selten nennenswerte Schäden an. Anders verhält es sich bei den Larven. Diese fressen häufig an Wurzeln oder saugen Pflanzensäfte.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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