Vögel mit gelbem Bauch - Titel

Über 300 Vogelarten leben in Deutschland, die an ihrer Form und Gefiederfarbe erkennbar sind. Vögel mit gelber Brust oder einem gelbem Bauch sind besonders leicht zu erkennen und zuzuordnen.

Auf den Punkt gebracht

  • nur ein kleiner Teil der heimischen Vogelarten präsentiert eine gelbe Brust oder einen gelben Bauch
  • am stärksten ausgeprägt sind die Farbtöne bei Singvögeln
  • nur wenige See- und Greifvögel zieren verschiedene Gelbvariationen
  • die Gelbfärbung erlaubt die einfache Zuordnung der Arten während der Vogelbeobachtung

12 Singvogel-Arten vorgestellt

Arten von A – E

Blaumeise (Cyanistes caeruleus)

Blaumeise
  • 11 cm bis 12 cm
  • ausgeprägt gelbe Brust, Rest des Gefieders blau, schwarze Zeichnung am Kopf
  • lebt Überall mit ausreichend Gehölz, Nadelbäume seltener
  • Nahrung: Samen, Körner, Äpfel, Beeren, Insekten, Spinnen, Larven
  • Stimme: zizi, zizizi, titi

Hinweis: Blaumeisen sind aufgrund ihres geringen Gewichts wahre Kletterkünstler. Dadurch ist es ihnen möglich, sogar an Meisenknödeln oder anderen Futterstellen zu hängen und gleichzeitig zu essen.

Erlenzeisig (Spinus spinus)

Erlenzeisig
  • 10 cm bis 12 cm
  • Brust und Oberseite grüngelb, gelber Bauch, Strichmuster an Ober- und Unterseite, graugrüne oder schwarze Kappe
  • Nadelwälder, Mischwälder, Gärten, Parkanlagen, Erlen und Birken bevorzugt
  • Nahrung: Samen
  • Stimme: ausgeprägter Gesang, tilö
  • Teilzieher

Arten von F – J

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)

Gebirgsstelze, Vögel mit gelbem Bauch
  • 18 cm bis 20 cm
  • Brust und Bauch gelbweiß, grüngelber Bürzel, Oberseite und Kopf grau, schwarzbraune Flügel mit weißen Streifen, schwarze Kehle (Männchen)
  • Bergseen, Bäche oder Flüsse (schnellfließend)
  • Nahrung: Wasserinsekten, Spinnen, Kleinfische
  • Stimme: ziss-ziss, ze-ze-ze, zit-zitt
  • Zugvogel: nein oder Kurzstreckenzieher

Gelbspötter (Hippolais icterina)

Gelbspötter, Vögel mit gelbem Bauch
  • 12 cm bis 13,5 cm
  • zitronengelbe Unterseite, graugrüne Oberseite, gelber Überaugenstreif
  • Auwälder, freistehende Gehölze, Laubwälder, Gärten, Parkanlagen
  • Nahrung: Spinnentiere, Schnecken, Insekten, Beeren (seltener), Früchte (seltener), Regenwürmer (seltener)
  • Stimme: tä, hiäh, Imitationen anderer Singvögel, jammernd, nasal
  • Fernzieher

Goldammer (Emberiza citrinella)

Goldammer
  • 16 cm bis 17 cm
  • gelber Bauch- und Brustbereich, gelber Kopf, gelbbraun (Weibchen)
  • offene bis halboffene Gegenden, keine Präferenz
  • Nahrung: Sämereien, seltener Spinnentiere und Insekten
  • Stimme: zick, zürr, si-si-si, düüh
  • Zugvogel: nein oder Kurzstreckenzieher

Girlitz (Serinus serinus)

Girlitz, Vögel mit gelbem Bauch
  • 12 cm
  • gesamter Körper leuchtend gelb, Weibchen mit leichtem Grünton, Flügel dunkel gestreift
  • urbane Gegenden, lichte Gehölzansammlungen, offene Landschaften
  • Nahrung: Samen, Knospen
  • Stimme: quietscht, trillert
  • kleinste Finkenart in Europa

Arten von K – R

Kohlmeise (Parus major)

Kohlmeise, Vögel mit gelbem Bauch
  • 13 cm bis 15 cm
  • intensiv gelber Bauch mit schwarzem Längsstreifen, schwarzer Kopf mit weißer Zeichnung, grüner Mantel, graublaue Flügel
  • keine Präferenz, häufig in Laubwäldern und urbanen Gegenden anzutreffen
  • Nahrung: Insekten, Blattläuse, Raupen, Larven, Spinnen, Samen
  • Stimme: ähnlich wie andere Meisen, zi tuhi
  • Zugvogel: nein oder Kurzstreckenzieher

Orpheusspötter (Hippolais polyglotta)

Orpheusspötter
  • 13 cm
  • gelbe Unterseite, braungrüne Oberseite, gelber Überaugenstreif
  • bevorzugt sonnige Gegenden, Gärten, wilde Hecken, lockere Waldränder
  • Nahrung: Spinnentiere, Insekten, Früchte
  • Stimme: ähnlich wie Gelbspötter, deutlich variationsreicher
  • Fernzieher
  • Verwechslungsgefahr: Gelbspötter

Pirol (Oriolus oriolus)

Pirol, Vögel mit gelbem Bauch
männliches Exemplar
  • 20 cm bis 25 cm
  • Aussehen Männchen: strahlend gelber Körper, Flügel, Schwanz und Zügel schwarz, intensiv roter Schnabel
  • Aussehen Weibchen: weißer Bauch, verwaschen gelber Körper, Flügel und Schwanz schwarz, graue Zügel
  • bevorzugt sonnige Gegenden, lockere Wälder, Parkanlagen, Gewässer, Gärten (seltener)
  • Nahrung: Insekten, Raupen, Larven, Beeren, Früchte
  • Stimme: flötendes didlioh
  • Fernzieher
  • sehr selten zu beobachtender Vogel

Arten von S – Z

Schlafstelze (Motacilla flava)

Schlafstelze, Vögel mit gelbem Bauch
männliches Exemplar
  • etwa 17 cm
  • gelbe Brust, gelber Bauch, hellgrüner Rücken, schwarzer Schwanz, dunkle Flügel
  • Wiesen und Felder in Gewässernähe
  • Nahrung: Insekten, Würmer, Spinnentiere
  • Stimme: kaum vernehmbar
  • Kurzstreckenzieher

Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix)

Waldlaubsaenger
  • 11 cm bis 13 cm
  • hellgelbe Brust und Kehle, weißer Bauch, grüne Oberseite, Augenstreifen gelb, dunkelgrünes Gesicht
  • Laubwälder, Mischwälder, seltener in Nadelwäldern mit solitären Laubbäumen
  • Nahrung: Beeren, Insekten, Spinnentiere
  • Stimme: schwermütiges djü, zip-Gesang
  • Fernzieher

Zitronengirlitz (Carduelis citrinella)

Zitronengirlitz
  • Synonym: Zitronenzeisig
  • 11 cm bis 13 cm
  • Bauch und Gesicht gelb, grüngelber Rücken, Hals und Kopf grau, sanft gestreift
  • Bergwälder mit Fichten
  • Nahrung: Samen, Insekten (seltener)
  • Stimme: kurzes dyit, ziet, dit-dit
  • in Deutschland nur in den südlichen Gebirgen anzutreffen

Gelbe Brust oder gelber Bauch: 2 Seevögel-Arten

Falkenraubmöwe (Stercorarius longicaudus)

Falkenraubmöwe
  • 40 cm bis 55 cm
  • weißer Brust- und Halsbereich, leicht gelbe Tönung, ansonsten braungrau, schwarze Kappe
  • offenes Meer, Küstenbereiche
  • Nahrung: Kleinsäuger, Kleinvögel, Eier, Beeren, Krebse, Fische
  • Stimme: kriip, kju, glii-äh (Balz), kir (Balz)
  • Fernzieher
  • nur an Ost- oder Nordsee im Herbst oder Frühling zu sehen

Löffler (Platalea leucorodia)

Löffler
  • Synonym: Löffelreiher
  • 80 cm bis 100 cm
  • gold-gelbe Brust, restliches Gefieder weiß, Kopf mit Schmuckfedern verzieht, schwarzer Schnabel mit gelber Spitze
  • Wattenmeer, Büsche (selten), Bäume (selten)
  • Nahrung: Krebstiere, Kleinfische, Insekten, Muscheln
  • Stimme: seltenes Grunzen oder Heulen
  • Kurzstreckenzieher

Gelber Bauch: 1 Greifvogel-Art

Merlin (Falco columbarius)

Merlin
  • 25 cm bis 33 cm
  • Aussehen Männchen: orange-gelber Bauch und Nacken, blaugraue Oberseite, schwarze Binde am Schwanz
  • Aussehen Weibchen: Unterseite beige, braun gestreift, Oberseite graubraun, gebänderter Schwanz
  • offene Gegenden, Felder, Küstengegenden
  • Kleinvögel, Wühlmäuse und andere Kleinsäuger, Insekten
  • Stimme: schrilles kikiki oder jijiji
  • Kurzstreckenzieher (überwintert in Deutschland)

Hinweis: Der Merlin gilt als kleinste Falkenart in Europa. Durch seine Flügelspannweite von 60 cm (Männchen) bis 67 cm (Weibchen) ist er dennoch recht auffällig.

Häufig gestellte Fragen

Wie können heimische Vögel angelockt werden?

Heimische Vogelarten lassen sich besonders gut anlocken, wenn Sie ihnen Nahrungsquellen und einen Unterschlupf zur Verfügung stellen. Falls Sie genügend Platz im Garten haben, bietet sich die Pflanzung von Gehölzen wie Weißdorn (Crateagus monogyna), Schlehdorn (Prunus spinosa) oder Schwarzem Holunder (Sambucus nigra) an. Vogelhäuser, Tränken und wilde Ecken sind ebenfalls geeignet, um Ihr Grundstück für die Tiere attraktiv zu gestalten.

Was hilft zur genauen Bestimmung der Arten?

Wenn Sie sich immer noch nicht ganz sicher sind, um welchen Vogel es sich handelt, bieten sich Apps und Bücher zur Vogelbestimmung an. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass das Buch oder die App unsere einheimischen Arten auflistet. Sie präsentieren weitere Bilder des Gefieders und stellen sogar Sound-Dateien mit den Vogelstimmen- und Gesängen zur Verfügung.

Sind die weiblichen Vögel ebenfalls gelb gefärbt?

Das ist stark abhängig von der jeweiligen Art. In den meisten Fällen sind die Weibchen unauffälliger gefärbt, da Männchen mit ihrem Federkleid die Aufmerksamkeit während der Balz auf sich ziehen wollen. Aus diesem Grund sollten Sie nicht nur auf die Farbe, sondern die anderen Merkmale und den Ruf der Tiere achten. Es gibt nur wenige Ausnahmen, zum Beispiel die Goldammer, die ebenfalls gelb gefärbt sind.